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Die Drei von der Tankstelle im TAB

Vergangenes aus Flimmertagen

HAMELN. Sie zeigen Filmtheater – Kultiges in Schwarz-Weiß – aus längst vergangenen Flimmertagen. Darunter Hits wie „Ingeborg“ von Curt Goetz, Erich Kästners „Drei Männer im Schnee“ und jetzt am Montagabend:

veröffentlicht am 06.11.2018 um 16:51 Uhr

Foto: © Peter Grüger
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Richard Peter Reporter

„Die Drei von der Tankstelle“, die, so alt so jung, mit Heinz Rühmann als Hans, Willy Fritsch als Willi und Lilian Harvey als Lilien Filmgeschichte schrieben. Vorlagen für das Kölner Ensemble, das schon so oft unsere Bühne nostalgisch bespielte. Drei Freunde, die das Leben genießen und von heute auf morgen pleite sind. Weil ihr Bänker jetzt in Südamerika das Leben genießt. Nicht nur mit ihrem Geld.

Zum ersten Mal im TAB – unserem Theater auf der Bühne – mit eigenem Vorhang, der nur einen schmalen Gang zur ersten Publikums-Reihe frei lässt, um die Champagner-Jungs mit dem ungeliebten „Kuckuck“ zu konfrontieren. Die kleinen Lebemänner pekuniär auf Null gestellt – aber auch jung und eine Tankstelle gerade frei. Eine Geschäftsidee im Musical-Stil. Und „Ein Freund, ein guter Freund“ als alles nostalgierender Song. Ein Welthit – auch das „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ – alles Songs von Werner R. Heymann.

Sie haben die Arbeit nicht erfunden, die sympathischen Drei – aber als Lilien auftacht, glauben die jungen Herren intensiv an die Liebe. Und Lilien ist die Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmannes aus der Automobil-Branche. Auch er verliebter Gockel – in Edith, die ein Etablissement betreibt – der aber unter dem Pantoffel von Fräulein Tochter steht. Happy End schließlich mit Doppelhochzeit – sowohl Papa als auch Tochter kommen unter die Haube.

Die drei von der Tankstelle haben die Arbeit. Foto: © Peter Grüger
  • Die drei von der Tankstelle haben die Arbeit. Foto: © Peter Grüger

Nicht ganz einfach, den Filmhit aus längst vergangenen Tagen auf die Bühne zu bringen, anders als in Stücken, die fürs Theater geschrieben und dann verfilmt wurden. Und auch ein bisschen lieblos, wie die Autos vor der Zapfsäule halten – so reizvoll es auch sein kann, die nicht perfekten Bilder in der Phantasie zu ergänzen. Kinder können aus einem Stück Stoff eine Puppe zaubern, die ein Baby ist – worauf es ankommt: wie sie mit dem Phantasiegebilde umgehen. Ganz pingelig real und liebevoll. Schon ein bisschen hingerotzt, wie hier nicht vorhandene Autotüren geöffnet und geschlossen werden und niemand weiß, was man mit dem symbolen Lenkrad anfangen soll.

Dennoch ein liebenswertes Trio um Hans (Marius Mik), Willi (Joeri Burger) – der so herrlich knödelnd und tremolierend den Sound der Roaring Twenties aufleben lässt – und Peter Waros als Kurt. Alle drei unsterblich in Kirsten A. Lange als Lilien verliebt. Saskia Leder, die auch Regie führt, zusätzlich als Edith und Dirk Volpert als amüsanter Gerichtsvollzieher und Liliens Papa.

Es gibt Stücke – auch Filme – die sich leichter umsetzen lassen. Aber vermutlich nur Wenige, die sich wie die „Drei von der Tankstelle“ so auf die musikalischen Hits verlassen können. Da kommt allemal Rührung auf, wird die gute alte Zeit – die es so nie gab – nostalgisch geadelt. Aber so für Viele ein dennoch amüsanter Abend, die den abgeblätterten Putz als Patina verstehen. Aber ja doch – und was soll’s: „Yes Sir“.




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