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Tannenbaumentsorgung

Was mit ausgedienten Weihnachtsbäumen passiert

Bad Honnef (dpa) - Fast 30 Millionen Weihnachtsbäume wurden zum Fest aufgestellt. Wo nun hin mit ihnen?

veröffentlicht am 06.01.2019 um 15:54 Uhr
aktualisiert am 07.01.2019 um 10:42 Uhr

Tannenbäume können fliegen - zumindest in Peine. Foto: Julian Stratenschulte

Oft liefern sie in Biomassekraftwerken Strom und Fernwärme. Allein die jährlich etwa 350 000 in Berlin eingesammelten Bäume reichen dem Entsorgungsbetrieb zufolge, um 500 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme und Strom zu versorgen. In Leipzig und mehreren Städten in Hessen und Rheinland-Pfalz werden Weihnachtsbäume kompostiert. In München presst man die Überreste teilweise zu Spanplatten.

«Tannenbaum-Entsorgung einmal anders», heißt es dagegen beim Verein Bürger-Jäger-Corps Peine in Niedersachsen. Rund 200 Männer und Frauen wetteiferten am Samstag auf dem Marktplatz darum, einen ausgedienten Weihnachtsbaum möglichst weit fliegen zu lassen. Am besten geeignet sei ein schlanker Baum, «um aerodynamisch besser aufgestellt zu sein», gab der Vereinsvorsitzende Christopher Selle Rat. Das Spektakel diente einem guten Zweck: Der Erlös ging an die Peiner Hospiz-Bewegung für Kinder.

Auch in Rheinland-Pfalz werden Weihnachtsbäume als Sportgerät genutzt: Am Sonntag flogen bei der Weltmeisterschaft im Weihnachtsbaumwerfen in Weidenthal zum 13. Mal Nadelgewächse durch die Luft. Die Teilnehmer mussten eine etwa 1,50 Meter große Fichte wie einen Speer werfen, wie einen Hammer schleudern und über eine Hochsprunglatte jagen. Allerdings wird in Weidenthal kein einziger ausrangierter Christbaum, sondern frisch geschlagenes Gehölz aus dem Gemeindewald genutzt.

Gar nicht erst verkaufte Weihnachtsbäume dienen vielerorts als Spielzeug und Knabberware in Zoos - den Elefanten in Wuppertal oder Stuttgart zum Beispiel und Tigern, Ziegen und Kamelen in Berlin und Frankfurt.

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie zählte diesmal 29,8 Millionen verkaufte Bäume - rund 300 000 mehr als im Jahr davor. Ein Grund für die Zunahme sei, dass verstärkt Bäume vor Geschäften und in Fußgängerzonen aufgestellt wurden, sagte die Sprecherin Ursula Geismann. Ein Baum kostete dem Verband zufolge im Schnitt 24 Euro, beliebt blieb vor allem die Nordmanntanne.




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