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Eisschnelllauf-WM

Beckert als tragischer Held - Pechstein motiviert

Inzell (dpa) - Wie bitter! Dennoch verlor Patrick Beckert trotz der nur um zwei Tausendstelsekunden verpassten Medaille nicht die Fassung.

veröffentlicht am 09.02.2019 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 10.02.2019 um 11:52 Uhr

Claudia Pechstein wurde über 5000 Meter Siebte. Foto: Peter Kneffel

Autor:

Frank Thomas, dpa

«Was soll's? Ein starker Lauf. Ich habe alles gegeben», sagte der Erfurter, als er in Inzell seine dritte WM-Bronzemedaille über 10.000 Meter nach 2015 und 2017 nur um einen Wimpernschlag verpasst hatte.

Auch der Thüringer konnte als Vierter somit das medaillenlose Abschneiden der deutschen Eisschnellläufer bei der Heim-WM nicht verhindern. Nach Saison-Bestzeit von 12:57,402 Minuten musste er mit ansehen, wie ihn im letzten Paar der Russe Danila Semerikow noch um eine Winzigkeit abfing. Weltmeister wurde der Niederländer Jorrit Bergsma (12:52,92) vor seinem Landsmann Patrick Roest (12:53,34).

Nach einem guten 5000-Meter-Rennen denkt Olympiasiegerin Claudia Pechstein mit 46 Jahren auch angesichts der jüngsten Rückschläge nicht ans Aufhören. Platz sieben in ihrem 50. WM-Rennen bringt für sie neue Motivation. «Ich bin exakt so schnell gelaufen, wie hier bei der WM vor acht Jahren. Das macht mich unheimlich stolz», sagte Pechstein nach dem Rennen, das sie vor den Augen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann in 7:00,90 Minuten beendete. «Das war heute wie ein Sieg für mich», stellte sie fest. Vor acht Jahren war sie mit dieser Zeit in Inzell WM-Dritte geworden.

Angesichts des juristischen «Tiefschlags» zwei Tage vor der WM hatte sie lange Zeit die Absage aller ihrer Starts erwogen. «Ich bin froh, dass ich angetreten bin. Wenn ich das nicht getan hätte, wäre ich zurückgetreten. Jetzt aber sage ich: Ich mache weiter», erklärte Pechstein, die damit als einzige deutsche Eisschnellläuferin auch die Norm als Olympia-Kader (früher A-Kader) geschafft hat. «Ich ziehe den Hut vor dieser Leistung», sagte DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am Dienstag Pechsteins Berufung zum Urteil vom 2. Oktober 2018 zurückgewiesen.

Der Sieg ging wie schon über 3000 Meter an Martina Sablikova, die in 6:44,85 Minuten die Olympiasiegerin Esmee Visser aus den Niederlanden (6:46,14 Minuten) auf Rang zwei verwies. Die 32 Jahre alte Tschechin schloss mit ihrem insgesamt 19. WM-Titel zu Rekordweltmeisterin Gunda-Niemann-Stirnemann aus Erfurt auf, die zwischen 1991 und 2001 elf Einzel- und acht Allround-WM-Titel erkämpft hatte.

Da auch Nico Ihle auf Platz acht über 1000 Meter trotz guter Leistung das Podest verfehlte, werden die Deutschen wahrscheinlich zum zweiten Mal nach Kolomna 2016 eine Einzelstrecken-WM ohne Medaille beenden. «Das ist ärgerlich: Da läufst du die besten Zeiten in diesem Winter, und es reicht doch nicht ganz», bedauerte der 33 Jahre alte Ihle, der in 1:08,40 Minuten so schnell war wie nie zuvor in Inzell. Den Dreifacherfolg der Niederländer krönte Kai Verbij in 1:07,39 Minuten mit einem Bahnrekord. Joel Dufter landete auf Platz elf.




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