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Europameisterschaft

Jubel bei Handball-Frauen nach EM-Coup gegen Norwegen

Brest (dpa) - Als sich der erste Jubel der deutschen Handball-Frauen über den EM-Traumstart gegen Titelverteidiger Norwegen gelegt hatte, saß Siegschützin Emily Bölk ganz alleine auf der Bank und starrte ungläubig auf die Anzeigetafel. 33:32 stand dort - die erste Sensation der Europameisterschaft!

veröffentlicht am 02.12.2018 um 13:54 Uhr
aktualisiert am 02.12.2018 um 20:53 Uhr

Ina Grossmann (M) und Emily Bölk waren beim Auftakt-Erfolg über Norwegen mit je fünf Toren beste deutsche Werferinnen. Foto: Marco Wolf

Autor:

Eric Dobias, dpa

«So richtig fassen kann ich das noch nicht. Das hätte doch vor dem Spiel niemand gedacht. Die Wettquoten standen ziemlich deutlich gegen uns», sagte Bölk über den Coup der jungen DHB-Auswahl. «Umso geiler ist es, das wir so überraschen konnten.»

Mit einem Sieg gegen den EM-Fünften Rumänien am Montag (18.00 Uhr) kann das neu formierte Team des neuen Bundestrainers Henk Groener vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde perfekt machen. Das wäre ein erster Meilenstein auf dem angestrebten Weg zurück in die Weltspitze. «Es wird ein hartes Spiel, aber wir haben gezeigt, dass wir auf diesem Niveau spielen können», sagte Groener. «Die Aufgabe wird sein, dies zu wiederholen.»

Die erste Bewährungsprobe nach der verpatzten Heim-WM 2017 und dem darauf folgenden Umbruch bestanden die DHB-Frauen am Samstag vor 4077 Zuschauern in Brest mit Bravour. «Die Mannschaft hat unglaublich gekämpft und super gespielt», lobte Groener. Der 58 Jahre alte Niederländer verordnete seinem Team einen gnadenlosen Tempo-Handball, der die klar favorisierten Norwegerinnen von Beginn an vor Probleme stellte.

«Wir haben unser Spiel durchgezogen, sind locker geblieben. Und als es eng wurde, sind wir cool geblieben, was von unserem jungen Team so nicht zu erwarten war», stellte Bölk zufrieden fest. Die 20-Jährige, deren Mutter Andrea vor 25 Jahren mit Deutschland den WM-Titel gewann, gehört trotz ihres jungen Alters schon zu den Führungsfiguren in der DHB-Auswahl.

Dieser Verantwortung wurde Bölk, die bei der WM im Vorjahr wegen einer Fußverletzung nicht glänzen konnte, beim ersten deutschen Erfolg gegen den siebenmaligen Rekord-Europameister Norwegen seit sieben Jahren gerecht. Die Rückraumspielerin vom deutschen Meister Thüringer HC war neben Linksaußen Ina Großmann mit fünf Toren beste Werferin und sorgte 23 Sekunden vor Schluss für den umjubelten Siegtreffer. «Es hat Mega-Spaß gemacht», befand Bölk. «Jetzt können wir mit großem Selbstvertrauen in das Rumänien-Spiel gehen.»

Ohne Angst vor großen Namen spielte die deutsche Mannschaft gegen den großen Turnierfavoriten Norwegen, der seine letzte EM-Niederlage 2014 erlitten hatte, von Beginn an mutig und locker auf. «Im Angriff haben wir immer Lösungen gegen die starke Abwehr gefunden, und wir haben es fast über das ganze Spiel geschafft, deren Tempospiel zu unterbinden. Wir wussten, wenn uns das gelingt, haben wir eine Chance - und die haben wir heute genutzt», resümierte Groener.

Julia Behnke, Alicia Stolle und Xenia Smits trafen jeweils viermal für den Außenseiter, der schon vor zwei Jahren mit einem Auftaktsieg gegen den späteren EM-Zweiten Niederlande überrascht hatte. «Wir sind super-happy, dass wir diesen Super-Brocken zum Auftakt geschafft haben», sagte Kapitänin Behnke. «Darauf sind wir unheimlich stolz.»




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