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Drei Schaumburger berichten über ihren Alltag / Kreissportbund bietet freie Stellen an

FSJler in den Vereinen gern gesehen

veröffentlicht am 11.10.2018 um 09:49 Uhr

Bjarne Struckmeier (großes Bild) und Leon Großkelwing (kleines Bild) sind beide beim VfL Bückeburg als Spieler aktiv, absolvieren ihr FSJ aber bei unterschiedlichen Vereinen. fotos: uk, dak

Autor:

daniel kultau

LANDKREIS. Im Kreis Schaumburg gibt es aktuell 23 junge Erwachsene, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport absolvieren. Zehn von ihnen sind in den Schulen unterwegs, 13 direkt im Verein. Sie erhalten dort die Möglichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren, und bekommen dafür auch ein kleines sogenanntes Taschengeld. Mit dreien von ihnen haben wir uns unterhalten.

Leon Großkelwing (VfL Bückeburg): Der 18-Jährige absolviert seit dem 1. August sein einjähriges FSJ beim VfL Bückeburg und ist dort für den Fußballbereich zuständig. Großkelwing, der zuvor sein Abitur am Gymnasium Adolfinum absolvierte, spielt seit inzwischen 14 Jahren selbst beim VfL, aktuell mit den A-Junioren in der Niedersachsenliga. „Ich habe nach dem Abitur nicht genau gewusst, was ich machen soll“, berichtet der Torwart. „Ich wollte aber weiter beim VfL Fußball spielen, und dann hat mich mein Trainer Steffen Potthast gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen könnte.“ Das habe dann alles gut geklappt.

Der Tag beginnt für ihn um 10 Uhr. Für zwei Stunden ist er dann in der Geschäftsstelle vor Ort und kümmert sich um den „Bürokram“, wie zum Beispiel das Bearbeiten von Mitgliederanträgen oder das Schreiben von Protokollen. Nachmittags unterstützt er unter anderem Potthast, der auch ehrenamtlich als Jugendleiter unterwegs ist oder trainiert selbst die U 13 des VfL. „Das macht mir richtig Spaß. Ich habe jetzt vor, die Trainer-C-Lizenz zu machen.“

Emily Sander
  • Emily Sander

Auch an Spieltagen der ersten Mannschaft ist der FSJler im Jahnstadion anzutreffen und sorgt mitunter dafür, dass sich Torwandschützen für die Halbzeitshow finden, Plakate aufgehängt werden oder dafür, dass die Ehrengäste sich wohlfühlen.

„Ich bin mir noch nicht sicher, was nach dem FSJ kommt. Ich könnte mir ein Sportmanagement-Studium gut vorstellen, aber auch eine Ausbildung.“

Bjarne Struckmeier (TSV Liekwegen): Struckmeier, der seit dieser Saison im Herrenbereich des VfL Bückeburg Fußball spielt, kam durch eine Freundin an die FSJ-Stelle. „Sie hat mir erzählt, dass an der IGS Helpsen ein Platz frei wird – und die kooperieren mit dem TSV Liekwegen“, sagt der 19-Jährige. Vor seinem Freiwilligendienst hat er sein Abitur an der IGS Schaumburg absolviert und war im Anschluss ebenfalls noch unsicher, welchen Weg er einschlagen sollte.

Momentan beginnt sein Tag in Helpsen gegen 8 Uhr morgens. „Ich bin sechs bis acht Schulstunden in der Sporthalle unterwegs und greife den Lehrern unter die Arme.“ Im Anschluss geht es weiter zum TSV Liekwegen, wo Struckmeier momentan die Übungsleiter beim Tischtennis und Kindertennis unterstützt. „Ich bin da so was wie ein Ko-Trainer und trainiere zusätzlich die F-Jugend beim TSV.“

Am Wochenende steht für ihn in der Regel Ausspannen an. Sollten die Nachwuchs-Fußballer des TSV jedoch Spiele haben, fährt er mit. Besonders gut gefällt Struckmeier, dass er viel mit eingebunden wird und dazulernt. Auch für seine Zukunft kann er sich inzwischen etwas Ähnliches vorstellen. „Ich möchte im Anschluss gern Sport und Sozialwissenschaften auf Lehramt studieren.“

Emily Sander (HSG Schaumburg Nord): Die Handball-Expertin erhofft sich außer viel Erfahrung noch was ganz anderes. Durch das FSJ erhält sie nämlich auch die Fachhochschulreife. Die 19-Jährige hatte sich den FSJ-Platz bei den Handballern der HSG Schaumburg Nord schon im Februar gesichert und erhält monatlich 300 Euro, wie sie erzählt. Vormittags heißt es für sie in der Regel: Frühakquise betreiben. „Ich bin dann in den Kindergärten unterwegs. Das ist eine Kooperation zwischen der HSG und sechs Kindergärten.“ In denen versucht sie, die ganz jungen Kinder behutsam für den Handball zu begeistern. Gleichzeitig leitet sie zwei Handball AGs.

„Am Nachmittag bin ich dann im Büro und kümmere mich zum Beispiel um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.“ Sander, die selbst abends noch zwei weibliche Jugendteams der HSG trainiert, besucht durch das FSJ viele Seminare und macht gerade ihre Trainerlizenz. Am Wochenende unterstützt sie dann das Helferteam bei den Spielen der Damen- und Herren-Teams. Ihr FSJ bei der HSG endet am 15. Juli 2019, für die Zeit danach hat sie auch schon Pläne. „Ich möchte zur Polizei und habe mich dort auch schon beworben.“

Wer aktuell ein FSJ im Sport absolvieren möchte, hat beim Kreissportbund Schaumburg (KSB) die Chance dazu. Der KSB ist momentan auf der Suche nach Freiwilligen. Alle Infos gibts im Internet auf ksb-schaumburg.de.




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