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Supertalent Deborah Brodersen trotz DM-Titel mit dem Jahr 2010 nicht ganz zufrieden

Im Jahr 2011: Immer höher und höher.....

Leichtathletik. Deborah Brodersen hat im abgelaufenen Leichtathletikjahr 2010 viel erreicht. Die 17-jährige Rintelnerin, die für die LG Weserbergland startet, qualifizierte sich im Hochsprung für die U-20-Weltmeisterschaft im kanadischen Moncton, gehört dem C-Kader des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes an und gewann Ende August in Potsdam die deutsche Jugendmeisterschaft im Siebenkampf.

veröffentlicht am 21.12.2010 um 16:36 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 07:21 Uhr

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Dennoch gibt sich die Nachwuchshoffnung kritisch: „Titel sind in Ordnung. Aber mir ist immer die eigene Leistung wichtiger. Ich werde lieber mit sieben Bestleistungen Zweite und weiß, dass ich alles gegeben habe, als mit für mich schlechten Leistungen zu gewinnen.“ So schätzt sie auch ihren Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften ein. Ihre ärgste Konkurrentin Sara Gambetta (TSG Schlitz) beendete die Mehrkampfsaison nach der Weltmeisterschaft und ging bei der Deutschen Meisterschaft nicht mehr an den Start. Gegen die verbliebene Konkurrenz setzte sich Brodersen trotz eines nach eigener Aussage unterdurchschnittlichen Hochsprungs (1,72 Meter) und durchwachsenen Weitsprung- (5,47 Meter) und Speerwurfleistungen (33,79 Meter) durch.

Im Weitsprung und Speerwurf sieht die 17-Jährige bei sich selbst noch großes Verbesserungspotenzial. Deshalb war für Debbie, wie sie überall nur genannt wird, der persönliche Höhepunkt 2010 auch nicht der nationale Titelgewinn, sondern die Teilnahme an der U-20-WM – auch wenn dort bereits nach der Qualifikation Schluss war. „Da habe ich mich richtig geärgert. Bei zwölf Finalteilnehmerinnen als 13. höhengleich auszuscheiden. Und das wegen Fehlversuchen bei 1,74 Meter, die sonst eigentlich kein Problem sind.“

Die Reise nach Kanada und die dort gesammelten Erfahrungen waren dennoch alle Strapazen wert. Da nahezu alle Gegnerinnen zwei Jahre älter waren, freut es Brodersen ungemein, überhaupt nominiert worden zu sein.

Der Hochsprung ist die Lieblingsdisziplin von „Debbie“. Im Jahr 2011 peilt die 17-Jährige eine Höhe von 1,85 Meter an. Foto: olz

Für die im nächsten Jahr anstehenden U-20-Europameisterschaften hofft Brodersen auf eine neue Chance, die älteren Konkurrentinnen zu ärgern. Das würde sie am liebsten im Siebenkampf tun. Da die Leistungsdichte in ihrer Schokoladendisziplin in Deutschland aber zur Zeit äußerst hoch ist, würde sie notfalls auch wieder mit dem Hochsprung vorliebnehmen.

Ziel für das Jahr 2011 ist es, die derzeitige Bestleistung von 1,82 Meter um einige Zentimeter („vielleicht so zwei bis drei“) zu verbessern. Damit würde sie das Ticket für die Einzeldisziplin problemlos lösen.

Langfristiges Ziel der 1,81 Meter großen Modellathletin ist es, sich dauerhaft in der deutschen Spitze zu etablieren und in der Erwachsenenklasse, die sie in zwei Jahren erreicht, an einer internationalen Großveranstaltung teilzunehmen.

Die Sommer-Olympiade 2012 in London kommt für die Tochter eines Briten leider zu früh. „Das wäre natürlich toll, aber realistisch werde ich dazu wohl keine Chance haben“, so Brodersen, die jährlich mindestens ein- bis zweimal ihre Großeltern in Ipswich, etwa zwei Stunden von London entfernt, besucht.

Große Chancen räumt sie dagegen ihrer Trainingsgefährtin Maren Schwerdtner ein, die bei der Europameisterschaft 2010 in Barcelona Neunte im Siebenkampf wurde. Brodersen, die in Hannover im Sportinternat wohnt, freut sich, von den Erfahrungen Schwerdtners und auch ihrer Trainerin Beatrice Mau-Repnak, die früher selbst erfolgreiche Mehrkämpferin war, zu profitieren. Außerdem passt es ihr sehr gut, in der erfahrenen Trainingsgruppe einmal „nicht die Vortänzerin“ geben zu müssen.

Auch privat unternimmt sie gerne etwas mit ihren Trainingsgefährten, wie etwa Besuche der Bundesligaspiele von Hannover 96. „Wenn man direkt neben dem Stadion wohnt, bleibt einem wohl kaum etwas anderes übrig, als Sympathien für die „Roten“ zu entwickeln“, gibt Brodersen, die eigentlich Chelsea-Fan ist, zu.

Zu Beginn ihrer sportlichen Karriere spielte die heutige Leichtathletin selbst aktiv Fußball beim SC Rinteln. Und auch heute überredet sie ihre Trainerin hin und wieder, zum Aufwärmen Fußball ins Training einzubinden.

Bei siebenmaligem Training an sechs Tagen in der Woche, Wettkämpfen, Schule und Hausaufgaben bleibt wenig Zeit für weitere Hobbys. Was sich Brodersen nicht nehmen lässt, ist das Gitarre spielen, auch wenn das in den vergangenen zwei Jahren oft zu kurz gekommen ist. Sie hört allgemein gerne Musik. Zur Zeit läuft, seit einem Konzertbesuch in Hannover, die Musik von James Morrison rauf und runter.

Die Heimat der 17-Jährigen ist aber bei allen Vorzügen, die das Großstadtleben bietet, weiterhin Rinteln. Wenn keine Wettkämpfe oder Trainingslager anstehen, verbringt sie die Wochenenden bei ihren Eltern in der Graf-Adolf-Straße. Und auch in der Leichtathletik bleibt sie trotz des Startrechts für die LG Weserbergland der Heimat verbunden. „Bei den Wettkämpfen in Stadthagen fühle ich mich rundherum wohl.“ Die schaumburger Wettkampftermine für 2011 hat sie sich bereits herausgesucht und wird versuchen, bei möglichst vielen Terminen auf die alten Trainingsgefährten der VT Rinteln zu treffen.




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