weather-image
16°
18-Jähriges Crossminton-Ass aus Rinteln peilt die Spitze der Weltrangliste an / Erfolge als Welt- und Europameister

Nico Franke auf dem Weg nach oben

veröffentlicht am 05.07.2018 um 17:23 Uhr

Nico Franke schwingt bereits seit sieben Jahren den Schläger beim Crossminton und spielt in der Weltspitze mit. FOTO: pr.

Autor:

daniel kultau

RINTELN. Crossminton ist eine noch junge Sportart. Im Jahr 2001 wurden in Berlin die ersten Grundsteine gelegt, aus denen sich das Rückschlagspiel (siehe Kasten) bis heute entwickelt hat. Zu den besten Akteuren der Welt gehört ein 18-Jähriger aus Rinteln: Nico Franke.

Franke studiert Sicherheitstechnik in Mühlheim an der Ruhr und möchte später bei der Feuerwehr arbeiten. Zum Crossminton kam er eher zufällig. „Ich habe früher wie so viele andere Jungs Fußball gespielt“, sagt der 18-Jährige. „Dann kam Tennis dazu und eines Tages ging beides nicht mehr. Da hatte ich mich dann für Fußball entschieden.“

2011 jedoch hätten sein Bruder und er im Internet Crossminton entdeckt: „Wir wollten es einfach mal ausprobieren.“ Also bestellten sich die Brüder Schläger und Bälle, sogenannte Speeder, und legten im heimischen Garten los.

Das erste Turnier waren dann die German Open 2012 in Wolfsburg. Dort überzeugte der Student direkt und holte sich in seiner Klasse den dritten Platz. Daraufhin gründete sein Vater Michael Franke in Hessisch Oldendorf den Verein „Time Sports“ – der Startschuss für die Crossminton-Sparte.

Im Anschluss ging der Weg für den Studenten steil nach oben und seine Arbeitsnachweise lesen sich beeindruckend: Vize-Europameister und Vize-Weltmeister im Doppel mit seinem Bruder Maximilian, Weltmeister im Einzel, Europameister im Einzel und 2016 die Nummer eins der Welt in der U18-Altersklasse.

Zuletzt siegte er bei den Polish Open und bezwang mit Petr Makrlik die Nummer eins der Welt. „Keiner hatte eigentlich einen Plan, wie man den Typen schlagen kann“, berichtet Franke. „Aber manchmal hat man ja so ein Gefühl und an dem Tag wusste ich ganz genau, dass ich ihn besiegen werde. Ich bin defensiv extrem gut und damit konnte er nicht umgehen.“

Wenn der Nachwuchsstar danach gefragt wird, was das Tolle an Crossminton ist, gerät er ins Schwärmen: „Es ist einfach total genial, wie schnell das Spiel ist. Ich finde es enorm cool, was es für spannende Ballwechsel gibt.“

Momentan ist der Sport noch so jung, dass es nur wenige Vereine in Deutschland gibt. Laut des Deutschen Crossminton Verbandes (DCV) sind momentan 30 Vereine mit 600 aktiven Sportlern in Deutschland gemeldet. Dabei ist ein steigender Trend zu beobachten, bestätigt Torsten Köhler, der Präsident des DCV. So waren es zum Start des Verbandes im Jahr 2007 nur fünf Gründungsvereine mit knapp 100 Aktiven.

Die kleine Szene ist für den jungen Rintelner allerdings kein Nachteil. „Das beste ist eigentlich die Community“, freut er sich. „Man fährt auf die Turniere, trifft immer wieder die gleichen Gesichter und lernt sich immer besser kennen. So entstehen schon echte Freundschaften. Der Umgang untereinander ist echt super.“




Anzeige
Kommentare