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Meinungen zu den Ausschreitungen

VfR Evesen: „Ehrenamtliche haben so etwas nicht verdient“

LANDKREIS. Nach den Vorfällen beim Fußball-Bezirksligaspiel zwischen dem VfR Evesen und dem SV Iraklis Hellas haben wir uns in der heimischen Fußball-Szene umgehört und Meinungen zum Gewaltexzess eingefangen.

veröffentlicht am 14.05.2018 um 10:02 Uhr

Jörg Prietzel

LANDKREIS. Nach den Vorfällen beim Fußball-Bezirksligaspiel zwischen dem VfR Evesen und dem SV Iraklis Hellas (wir berichteten) haben wir uns in der heimischen Fußball-Szene umgehört und Meinungen zum Gewaltexzess eingefangen.

Frank Beer (Jugendleiter VfR Evesen auf Facebook): Ich möchte versprechen, dass wir in der Jugendabteilung alles dafür tun werden, weiterhin das Ansehen des Vereins anders darzustellen. Wir werden weiter respektvoll, fair und freundschaftlich mit allen Menschen umgehen, die uns als Spielgegner gegenüberstehen, oder uns als Schiedsrichter, Betreuer, Funktionäre begegnen.

Alle unsere ehrenamtlichen Helfer werden alles dafür tun den Gesamtverein wieder besser darstellen zu lassen. Wir zeigen dies wie immer beim Niemann-Cup. Ich hoffe, dass unsere Jugendmannschaften auch weiterhin freundschaftlich auf den Sportplätzen in Schaumburg empfangen werden und nicht in einen Topf mit den hirnrissigen Aktionen vom Dienstag geschmissen werden.

Christian Schwier
  • Christian Schwier
Jürgen Begemeier
  • Jürgen Begemeier
Ramona Homberg
  • Ramona Homberg
Reiner Brombach
  • Reiner Brombach
Marc-Oliver Kreft
  • Marc-Oliver Kreft
Christian Schwier
Jürgen Begemeier
Ramona Homberg
Reiner Brombach
Marc-Oliver Kreft

Marc-Oliver Kreft (Ko-Trainer TuS SW Enzen): Wir sind uns sicherlich alle einig, dass so was nichts auf einem Sportplatz zu suchen hat und Evesen hat jetzt ja auch die Konsequenzen daraus gezogen. Das muss man dann halt auch einfach mal mannschaftsintern klären, wie man damit umgehen möchte. Klar hat es da bestimmt Provokationen auf beiden Seiten gegeben, wir kennen ja auch Iraklis. Das war mit Sicherheit mit sehr vielen Emotionen verbunden, war aber völlig übertrieben. Wir machen hier Sport auf einer Ebene, auf der es absolut lächerlich ist, sich da an den Kragen zu gehen.

Jörg Prietzel (ehemaliger Spieler des TuS Sülbeck): Der 53-Jährige zeigte sich geschockt: „Was sie mit dem Journalisten gemacht haben, ist unter aller Kanone. Es tut mir leid für die Leute, die jahrelang viel ehrenamtliche Arbeit leisten und so vor den Kopf gestoßen werden.“

Christian Schwier (Todtenhausen): Der 48-Jährige spekuliert: „In zwei Wochen steht in der Zeitung: Neuer Trainer beim VfR Evesen ist Thorsten Rinne – und die aktuelle A-Jugend des VfL Bückeburg spielt nächstes Jahr in Evesen“.

Ramona Homberg (Bückeburg): Die Schlägereien sind mittlerweile sogar bei Youtube zu sehen. Als Mutter eines 14-jährigen jungen Fußballers, der zur Gewaltfreiheit erzogen wird, bin ich entsetzt. Schließlich sind es erwachsene Männer, die dort aufeinander losgingen. Das ist ein Aggressionspotenzial, bei dem man sich nur wundern kann. Ich hoffe, der Nachwuchs kann das irgendwie einordnen.

Reiner Brombach (Bürgermeister der Stadt Bückeburg):

Ich war nicht dabei und kann als Bürgermeister dem VfR Evesen nur empfehlen, aufzupassen, dass der Fußball nicht in den Hintergrund tritt. Friedliche Spieler ziehen jetzt womöglich ihre Konsequenzen, genauso wie es Trainer Steffen Mitschker getan hat, dessen Rücktritt sehr zu respektieren ist. Der Verein ist jetzt aufgefordert, die richtigen Schlüsse aus den schlimmen Vorfällen zu ziehen, die keiner sehen will.

Jürgen Begemeier (ehemaliger Spieler des VfL Bückeburg): Ich habe von der Knaben bis in die Altherren Fußball gespielt, aber solche Auswüchse sind mir in den vielen Jahren nicht begegnet. Dass die erste Herrenmannschaft dem Ansehen des VfR Evesen derart schadet, ist eine einzige Schande. Ich kenne in dem Verein engagierte Ehrenamtliche, zum Beispiel Sven Kögler, der so etwas nicht verdient hat. Die unvernünftigen Spieler müssen gesperrt werden. jö, dak, hga, uk




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