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Mutlos eine Chance vertan

Von Lars Lindhorst

veröffentlicht am 21.07.2012 um 09:58 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:10 Uhr

Von Lars Lindhorst

Rintelns Politikern bläst der Wind entgegen, schon macht sich die Überzeugung breit: „Wir gehen in die falsche Richtung!“ Diese Haltung offenbart Prekäres: Es scheint den Politikern nicht möglich zu sein, Standpunkte gegen noch so geringe Widerstände zu vertreten. Deshalb ist die Umkehr mutlos.

Der Richtungswechsel ist umso fataler, weil sich Kommunalpolitik genau davon leiten lässt, was in der repräsentativen Demokratie eigentlich durch einen Ortsrat ausgeglichen werden sollte: die Berücksichtigung von Einzelinteressen. In Sachen Sohnrey knickt der Ortsrat aber genau davor ein. Eine Straßenumbenennung hätte auch ein Zeichen gesetzt. Fast täglich ist uns braunes Gedankengut gegenwärtig: Bückeburg kämpft mit rechten Störenfrieden. Bad Nenndorf wehrt sich lautstark mit Initiativen und Bürgergruppen gegen den alljährlichen Nazi-Aufmarsch. Und Rinteln? Rinteln bleibt stumm.

Die Chance ist da gewesen für die Weserstadt, sich deutlich gegen Altfaschisten und Neo-Nazis zu positionieren. Diese Chance ist vertan.

Am Ende bleibt der Eindruck übrig, dass Bequemlichkeit über Zivilcourage gesiegt hat. Und: dass die meisten Rintelner Ortsratspolitiker vor wenigen Wochen noch etwas beschlossen haben, woran sie heute nicht einmal mehr selber glauben.

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