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Branchenexperte

Dudenhöffer zur Autokonjunktur: «Die Party macht Pause»

München (dpa) - Der Autoindustrie stehen nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer zwei schwere Jahre bevor, «mit empfindlichen Rückgängen bei den Gewinnen der Autobauer und Zulieferer».

veröffentlicht am 02.12.2018 um 10:38 Uhr
aktualisiert am 03.12.2018 um 08:13 Uhr

Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer: «Das Autogeschäft wird schwieriger.» Foto: Roland Weihrauch

Die Nachfrage in China dürfte auch 2019 weiter kräftig sinken, zugleich müsse die Branche Milliarden in die Elektromobilität investieren. «Die Party macht Pause. Das Autogeschäft wird schwieriger», sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur.

Zum ersten Mal seit 1990 seien die Verkaufszahlen in China dieses Jahr gesunken. Grund seien die hohen chinesischen Zölle auf Autoimporte aus den USA, die auch die SUV-Modelle von BMW und Mercedes treffen und zu Preisverschiebungen im Markt führten. Nächstes Jahr dürften in China 1,9 Millionen Neuwagen weniger verkauft werden als 2017, erwartet der Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. In China selbst blieben dann fast 19 Prozent der Produktionskapazitäten ungenutzt. «Das ist ein harter Einschnitt, denn alle Autobauer haben ihre Produktionskapazitäten erweitert.»

Dazu komme noch «ein ganzes Bündel von Problemen», vor allem in Europa: Fahrverbote für Dieselautos und geringeres Wirtschaftswachstum in Deutschland, der Brexit, der steigende Schuldenberg Italiens. In Deutschland, dem viertgrößten Automarkt der Welt, rechnet Dudenhöffer bis 2021 mit sinkenden Verkaufszahlen. Mit 3,26 Millionen Autos dürften sie dann 5 Prozent unter denen des vergangenen Jahres liegen. In den USA dürfte es demnach 2019 eine deutliche Delle geben, danach wieder leicht aufwärts gehen.

Zugleich muss die Autoindustrie unter dem Druck politischer Vorgaben Milliarden in Elektroautos und in den Umbau der Werke investieren. In China gilt 2019 eine Elektroautoquote von 10 Prozent für Neuwagen. Die EU schreibt von 2021 an einen deutlich niedrigeren CO2-Ausstoß vor - was für die Autobauer wegen der sinkenden Dieselnachfrage immer schwerer zu schaffen ist.

Der wachsende Druck von zwei Seiten «lässt sich an Gewinnwarnungen und dem Rückgang der Aktienkurse ablesen», sagte Dudenhöffer. Daimler und BMW mussten ihre Prognosen nach unten korrigieren, der Börsenwert des großen Zulieferers Continental ist seit Jahresbeginn um 41 Prozent eingebrochen.




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