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Betreuungszeiten werden den Elternwünschen angepasst / Jetzt wird Fachpersonal gesucht

Auetal leistet sich mehr Kita-Plätze

Mehr Kita-Plätze und längere Betreuungszeiten. Dafür haben sich die Auetaler Politiker einstimmig ausgesprochen. Familienfreundlichkeit will man sich etwas kosten lassen.

veröffentlicht am 07.06.2019 um 17:01 Uhr
aktualisiert am 07.06.2019 um 17:40 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN. Zum Beginn der Jugend- und Sozialausschusssitzung haben Bürgermeister Heinz Kraschewski und der für die Auetaler Kindergärten zuständige Verwaltungsmitarbeiter Olaf Humke, noch einmal auf die Kosten im Kindergartenbereich hingewiesen, die in den vergangenen zehn Jahren explodiert sind (wir berichteten).

Thema war nämlich der Wunsch vieler Eltern nach mehr Ganztagsplätzen, erweiterten Öffnungszeiten in Rehren und einer weiteren integrativen Gruppe in Escher.

„Man muss auch von Eltern Flexibilität verlangen. Es können nicht immer mehr Stunden aufgebaut werden, damit beide Elternteile arbeiten gehen können“, sagte Jürgen Menke (WGA). Man müsse auch an die Mitarbeiter denken und sehen, wie viele zusätzliche Stunden man denen auferlegen könne.

„Stunden aufstocken können wir ohnehin nicht. Es müssten neue Stellen geschaffen werden“, stellte die Leiterin der Kita Rehren, Tanja Büthe fest.

„Bislang hat es immer gut geklappt, dass die Mitarbeiter ihre Stunden bedarfsgerecht auswählen können, denn unser Angebot ist vielfältig“, sagte Beate Schürmann vom Familienzentrum in Rolfshagen. Die Dienstpläne zu gestalten sei nicht einfach, aber machbar.

„Eltern brauchen heute Flexibilität. Wir sind ins Auetal gezogen, weil es hier schön ist und familienfreundlich. Aber viele haben hier keine Großeltern, müssen zur Arbeit nach Hannover und brauchen daher die Betreuung. Arbeitsplätze für vier Stunden gibt es heute nicht mehr“, sagte die Elternvertreterin Maren Hemmler-Ackmann.

„Wir wollen Zuzüge, haben dafür besondere Programme ins Leben gerufen, und freuen uns darüber, dass sich die Gemeinde verjüngt hat. Jetzt müssen wir mitziehen und Geld für die Kinder in die Hand nehmen“, meinte Alexander Schmidt (WGA).

Das sah auch Thorsten Niedert (CDU) so: „Wir sind familienfreundlich und dann müssen wir das auch finanzieren.“ Allerdings müsse man auch, falls der Bedarf nicht mehr vorhanden sei, auch wieder Plätze und Zeiten zurückfahren.

„Wir als SPD befürworten das. Wir wollen junge Leute im Auetal, dann müssen wir auch in die Zukunft investieren, nämlich in die Kinder“, sagte Axel Arndt (SPD).

Tanja Büthe wies noch einmal auf die Wichtigkeit längerer Öffnungszeiten in Rehren hin. „Viele unserer Eltern arbeiten auswärts und sind durch ihre Arbeitszeiten immer knapp dran. Oft werden Kinder erst viel später abgeholt, weil die Eltern es einfach nicht geschafft haben. Vor allem für die vielen Alleinerziehenden ist eine längere Betreuungszeit wichtig“, so Büthe.

Einstimmig wurde schließlich beschlossen, dass in der Kindertagesstätte in Rehren für die Betreuung von Krippenkindern 15 Ganztagsplätze und für Kinder ab dem vollendeten 3. Lebensjahr 25 Ganztagsplätze durch die Erweiterung der Betreuungszeit bis 16 Uhr eingerichtet werden, und zwar ab 1. August dieses Jahres. Die Achtstundenbetreuung für Eltern von Ü3-Kindern ist weiter kostenfrei. Für die neunte Stunde müssen die Eltern 35 Euro Gebühr pro Monat bezahlen.

Die Gemeinde kostet dies im Jahr 2019 rund 15 000 Euro mehr und ab 2020 jährlich etwa 33 000 Euro mehr.

Im „Auetaler Räuberland“ in Escher gibt es eine Integrationsgruppe. Jetzt soll eine zweite Gruppe eingerichtet werden, was bei dem Umbau der Einrichtung bereits eingeplant war.

„Wir brauchen diese neue Gruppe ganz dringend, denn schon in diesem Jahr mussten wir Kinder mit Förderbedarf an umliegende Einrichtungen verweisen, da wir voll besetzt waren“, erklärte Kita-Leiterin Andrea Schwarz-Geddert. Mindestens sechs Kinder, die für einen Integrationsplatz in Frage kommen, wären bereits angemeldet. Auch die Eltern der Escheraner Einrichtung wünschen sich längere Betreuungszeiten. Bislang können die Kinder dort nur 6,25 Stunden betreut werden. Die Leiterin hat eine Erweiterung auf sieben Stunden beantragt. Auch diesen Wünschen aus Escher stimmten die Ausschussmitglieder zu.

Im Anschluss tagte der Verwaltungsausschuss und bestätigte alle Beschlüsse. Damit können diese zum 1. August umgesetzt werden. Jetzt heißt es also Fachpersonal suchen, finden und einstellen – was derzeit nicht so einfach ist, denn der Markt ist ziemlich leer gefegt. „Wir führen bereits Gespräche und sind zuversichtlich“, meinte Büthe.




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