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Rat verabschiedet Haushalt

Auetaler Haushalt: 6,32 Millionen Euro Schulden bis Ende 2019

REHREN. Wenn das Jahr 2019 für die Gemeinde Auetal so verläuft, wie es Kämmerer Karl-Heinz Büthe errechnet hat, dann beträgt die Gesamtverschuldung Ende 2019 rund 6,32 Millionen Euro. Man dürfe den Enkeln keine Schuldenberge hinterlassen, aber auch keinen Investitionsstau, so Bürgermeister Heinz Kraschewski. So ist der Haushalt aufgebaut:

veröffentlicht am 18.03.2019 um 16:27 Uhr

Dass das Gebäude des Kindergartens Rehren marode ist, sich eine Sanierung nicht lohnt und ein Neubau unbedingt benötigt wird, darüber ist man sich im Rat einig. Die Planungen sollen trotz schwieriger Haushaltslage auf den Weg gebracht werden. Foto: l
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN. Wenn das Jahr 2019 für die Gemeinde Auetal so verläuft, wie es Kämmerer Karl-Heinz Büthe mit spitzem Bleistift errechnet hat, dann beträgt die Gesamtverschuldung am Ende dieses Jahres rund 6,32 Millionen Euro.

„Auch 2019 weist unser Ergebnishaushalt einen Fehlbetrag von 200 000 Euro aus und ob es gelingen wird, diese Unterdeckung zu reduzieren oder gar wieder die ominöse schwarze Null, vielleicht sogar einen Überschuss zu erreichen, wird von Jahr zu Jahr fraglicher“, stellte Bürgermeister Heinz Kraschewski jetzt in seiner Haushaltsrede fest.

Man dürfe den Enkeln keine Schuldenberge hinterlassen, aber auch keinen Investitionsstau. „Blickt man nach vorne, darf einem vor den in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen nicht bange werden“, so Kraschewski, der die zukunftsweisenden Maßnahmen wie den Neubau eines Kindergartens in Rehren, die Gewerbegebietserweiterung, die Marktplatzumgestaltung, die Umsetzung des Sportentwicklungskonzepts, das Feuerwehrwesen und die Straßensanierungen als die größten Brocken nannte. „Rat und Verwaltung wollen und werden sich damit kein Denkmal setzen. Vielmehr geht es um die Verbesserung der Lebensverhältnisse im Auetal für uns alle, aber vor allem auch für die nächste Generation“, sagte der Bürgermeister.

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„ Realsteuersätze auf Wunschniveau der SPD, dann läge die Unterdeckung noch höher. Siegbert Held WGA-Fraktion

Kämmerer Karl-Heinz Büthe zeigte die wichtigen Eckpunkte des Haushalts noch einmal auf. Im Ergebnishaushalt, der die laufenden Verwaltungs- und Betriebskosten, wie bauliche und technische Unterhaltung sowie Bewirtschaftungskosten von Straßen, Gebäuden, Sportanlagen, Freibad, Friedhöfe, Regenwasserkanäle und vieles mehr sowie die Verwaltungs- und Personalkosten abbildet, sind Aufwendungen in Höhe von 9 890 000 Euro vorgesehen. 9 690 000 Euro werden aus Steuern, Gebühren, Zuweisungen und Mieten erwartet, sodass ein Fehlbedarf von 200 000 Euro besteht. Ausgeglichen werden könnte dieser Fehlbetrag aus den Rücklagen, die derzeit 500 000 Euro betragen.

„Wir werden aber versuchen, den zunächst kalkulierten Fehlbetrag wieder in eine schwarze Null zu wandeln“, versprach der Kämmerer.

Im Finanzhaushalt, der im Wesentlichen die Investitionen, den Kreditbedarf und die Tilgungsleistungen abbildet, sind Investitionen in Höhe von 1 700 000 Euro geplant. Erwartet werden Zuschüsse in Höhe von 395 000 Euro. „Das ergibt einen kalkulierten Finanzierungsbedarf von zunächst 1 305 000 Euro“, erläuterte Büthe.

Die planmäßige Tilgungsleistung für bestehende Kredite belaufe sich auf rund 370 000 Euro, sodass sich eine Netto-Neuverschuldung in Höhe von 935 000 Euro ergebe.

„Die kalkulierten Gesamtausgaben im Ergebnishaushalt und im Finanzhaushalt belaufen sich in 2019 somit auf voraussichtlich rund 11 000 000 Euro, sodass sich am Jahresende voraussichtlich ein Gesamtschuldenbetrag von 6,32 Millionen Euro ergibt“, so der Kämmerer.

Rüdiger Teich (SPD) nannte den Haushalt 2019 ein anspruchsvolles und ambitioniertes Kursbuch. „Diesen Kurs halten wir für richtig und die SPD-Fraktion wird diesen Kurs im Jahr 2019 mittragen und mitgehen“, so Teich. Zum zu erwartenden Schuldenstand meinte Teich: „Die Zukunft sichern heißt heute das Notwendige tun!“

„Die Gemeinde Auetal wächst und wird attraktiver“, stellte Friedrich Gärling (CDU) in seiner Haushaltsrede fest. Der Zuschussbedarf im Bereich der Kinderbetreuung sei eine große Belastung für die Gemeinde. „Dennoch stellen wir das Leistungsangebot nicht infrage“, so Gärling. „Eine qualitativ gute und flexible Kinderbetreuung sei schließlich ein Pfund, mit dem man im Auetal wuchern könne. Die CDU-Fraktion hoffe auf die schwarze Null im Ergebnishaushalt und stimme dem Haushalt zu.

„Seit 2012 haben wir laut Plan jährliche eine Unterdeckung um die 200 000 Euro und seit 2012 haben wir auch jeden Jahresabschluss mindestens mit einer schwarzen Null vorgelegt bekommen“, meinte Siegbert Held (WGA). Wie das sein könne? „Wer unseren Kämmerer schon seit so vielen Jahren wie ich kennt, weiß, dass er sehr vorsichtig an die Planungen herangeht. Er will uns jedes Jahr wieder den Sparzwang vor Augen führen“, so Held. Der WGA-Vorsitzende sprach die steigenden Personalkosten an und stellte fest: „Hätten wir die Realsteuersätze nur auf das Wunschniveau der SPD angesetzt, läge die Unterdeckung vermutlich noch gut 50 000 Euro höher.“

Der Finanzhaushalt lasse keinen Spielraum für Luftschlösser, aber die geplanten Ausgaben seien alternativlos. „Bei dem Schuldenstand können wir froh sein, dass wir zurzeit nur ganz wenig Zinsen zahlen müssen“, so Held. Auch die WGA stimmte dem Haushalt zu.

„Schnelles Internet, neue Kindergartenplätze, eine moderne Schule und Freizeitangebote, wie das Freibad, diese Investitionen bedeuten eine Verbesserung der Lebensqualität im Auetal“, stellte Anke Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) fest. Eine moderate Erhöhung der Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer führe sicher nicht dazu, dass in Zukunft das Geld mit der Gießkanne ausgeschüttet werden könne, aber es helfe dabei, dass sich die Gemeinde nicht unbedingt die Probleme von morgen selber schaffe. Auch die Grünen stimmten dem Haushalt zu.

Alle Fraktionsvorsitzenden sowie Bürgermeister Heinz Kraschewski dankten dem Kämmerer und seinem Team für die gute Arbeit.




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