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Kathrinhäger treffen sich zu Arbeitseinsätzen rund um das Pfarrhaus-Ensemble

Backhaus bekommt neues Dach

Das alte Backhaus in Kathrinhagen wird saniert. Fleißige Helfer wollen kräftig anpacken, damit bis Gründonnerstag wieder Brot gebacken werden kann. Da alle hoch motiviert sind, klappt das sicher.

veröffentlicht am 01.04.2019 um 17:16 Uhr

Die Helfer um Pastor Robert Dierking schauen sich das Dach des Backhauses an, das neu gedeckt werden soll.
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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KATHRINHAGEN. Das Backhaus auf dem Pfarrhof in Kathrinhagen hat bereits eine lange Geschichte. 1862 wurde in Kathrinhagen ein Kostenanschlag für ein neues Stall- und Remisengebäudes erstellt. In diesem Kostenanschlag wurde auch der Neubau eines Backofens aufgeführt. Wann genau das Gebäude und der Backofen fertiggestellt wurden, ist unbekannt.

Von der Aufmauerung über die Steine vor dem Ofen bis zu den Beschlägen und der Tür reicht die Auflistung der Kosten. Insgesamt 17 Reichstaler und 13 Silbergroschen wurden errechnet und wohl auch ausgegeben.

Das damals entstandene Backhaus wurde bis 1939 auch als Waschküche genutzt. Dann wurde eine neue Waschküche auf der anderen Seite des Remisengebäudes errichtet.

„In Benutzung scheint das alte Backhaus zunächst zum letzten Mal während der Amtszeit von Pastor Tecklenburg (1931 bis 1938) in Cathrinhagen gewesen zu sein“, ist auf einem Plakat zur Geschichte des Backhauses zu lesen.

Im Oktober 1987 fasst die Kirchengemeinde den Entschluss, das Backhaus wieder instand zu setzen. Der Ofen hatte schon damals die vielen Jahre unbeschadet überstanden. Aber es musste ein neuer Schornstein errichtet und der Vorraum neu hergerichtet werden. Im Herbst 1987 wurde vom Kirchenvorstand in Eigenleistung ein Holzschuppen an das Backhaus angebaut.

Im Frühjahr 1988 sagte der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg der Finanzierung der Materialkosten der Instandsetzung zu. Während der Renovierung der Kirche und des Gemeindehauses ruhten die Arbeiten am Backhaus aber.

Im Herbst 1990 wurde ein neuer Schornstein errichtet, die Lehmdecke des Vorraums wiederhergestellt, die alten Sandsteinplatten des Fußbodens wurden gerichtet und im Frühjahr 1991 bekam der Raum einen neuen Kalkanstrich, die notwendigen Schmiedearbeiten wurden ausgeführt, elektrisches Licht verlegt, die Sitzbänke hergestellt und vieles mehr. Der kleine Nebenraum wurde als Standort für die Mühle hergerichtet.

Eine Gruppe von „Bäckern“ fand sich zusammen, die die ersten Backversuche unternahm. Alle Arbeiten wurden von Kirchenvorstehern und weiteren freiwilligen Helfern ehrenamtlich ausgeführt.

Am 25. Mai 1991 wurde das Backhaus mit einem Backfest eingeweiht.

Seitdem wird immer wieder einmal im Backhaus Brot oder Kuchen gebacken – die Tradition aufrechterhalten.

Jetzt stehen wieder einmal Sanierungsarbeiten an und wieder sind es die Mitglieder der Kirchengemeinde Kathrinhagen-Rolfshagen, die mit ihrem Pastor Robert Dierking gemeinsam anpacken wollen.

Kürzlich fand eine Baubegehung statt. „Der Ofen selbst ist noch völlig in Ordnung. Die Rillen darin sind beabsichtigt, um den Abzug nach oben zu sichern“, erklärte Willi Stelling. Der Neunzigjährige gehört seit Jahren zum Backteam, mischt den Brotteig an, knetet ihn, sorgt für einen heißen Ofen und achtet als „Bäckermeister“ darauf, dass nichts von den wertvollen Backwaren verbrennt.

Inzwischen hat er sich eine junge Gehilfin an die Seite geholt. Ulrike Kronenberg hat schon einmal mit Stelling den Teig angemischt und geknetet und will diese Aufgaben auch künftig übernehmen. „Ich muss allerdings noch einiges lernen. Zum Beispiel, wie man den Trog tränkt, bevor man darin den Teig anmischt“, erzählt Kronenberg, die mit viel Freude und Herzblut dabei ist.

Obwohl Stelling den Ofen für in Ordnung befunden hat, soll ein Ofenbauer noch einmal genau nachschauen. „Sicher ist sicher“, so Stelling.

Außerdem wollen die fleißigen Helfer, ein gutes Dutzend war zur Baubegehung gekommen, das Dach des Backhauses neu decken.

„Es gibt hier rund um das Pfarr- und Gemeindehaus noch einiges zu tun. Deshalb freue ich mich, dass sich so viele Helfer eingefunden haben. Wir wollen versuchen, das gesamte Ensemble aufzupeppen“, sagte Pastor Robert Dierking.

Los gehen soll es mit den Arbeitseinsätzen am Montag, 8. April. Die Rentner wollen bereits um 14 Uhr damit beginnen, die alten Dachsteine abzubauen, danach kommen die Berufstätigen, je nach Zeit, dazu. Eine Woche lang will sich das Team täglich treffen. Vor Ostern soll alles fertig sein, denn beim Abendmahl-Gottesdienst am Gründonnerstag soll es wieder leckeres selbst gebackenes Brot aus dem alten Ofen geben. Übrigens auch zum Verkauf – solange der Vorrat reicht!




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