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DJ-Duo heizt Besuchern mächtig ein

Bässe, Bier und „Geile Böcke“: Borstels Schweineparty (Teil 2)

BORSTEL. Ist das eigentlich noch eine Schweineparty? Was vor 25 Jahren als private Geburtstagsparty in einem windschiefen Zelt auf matschigem Boden und mit jeder Menge Alkohol begann, feierte am Wochenende in einer fast 1000 Quadratmeter großen Zeltstadt sein Jubiläum.

veröffentlicht am 11.06.2018 um 16:54 Uhr
aktualisiert am 11.06.2018 um 23:10 Uhr

Wasser gibt es kostenlos, hauptsächlich werden aber Bier und Cocktails geordert. Foto: momo

Autor:

Maurice Mühlenmeier
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Etwa 600 Besucher tanzten am Freitag zu Livemusik von „Impuls“ und „Whyback“ (siehe unten), am Samstag sprengte das DJ-Duo der „Geilen Böcke“ locker die 1000-Besucher-Marke.

„Gleich tropft hier der Schweiß von der Decke“, kündigt Michael Kauhs, einer der beiden DJs, an, bevor er auf ein noch basslastigeres Lied wechselt und die Massen vom großen Außenbereich und der langen Theke zurück ins Hauptzelt strömen um zu tanzen. Nachdem es am Freitag noch etwas geregnet hatte, war am Samstag das Wetter fast zu gut für eine Party im Zelt, weswegen gerade vor Mitternacht etwa die Hälfte der Partygäste im großen Außenbereich feierten.

Jörn Kluge, Teil des Organisationsteams und eines der beiden „originalen“ Geburtstagskinder, denen zu Ehren die ersten Schweinepartys ausgerichtet wurden, zeigt sich heute vor allem für den Gesamtaufbau verantwortlich. „Wir befinden uns hier ja am freien Feld“, erklärt er, „das heißt, wir müssen erst einmal für Strom, Wasser, aber auch Abwasser sorgen“. Bei der standesgemäß als „Pissecke“ ausgewiesenen Bedürfnisanstalten haben die Veranstalter sich ebenfalls nicht lumpen lassen – die Dixiklos reihen sich aneinander, und auch zwei richtige Toilettenwagen wurden herangekarrt. „Wir haben aus der Vergangenheit gelernt“, sagt Kluge augenzwinkernd, „wenn die Leute den halben Abend an den Toiletten anstehen, dann haben sie weniger Zeit zu trinken.“ Denn so eine Großveranstaltung muss – trotz allen ehrenamtlichen Engagements der Organisatoren – am Ende zumindest eine schwarze Null schreiben. Rund 2000 Liter Bier stehen für die durstigen Kehlen bereit. Früher mussten Kluge und die Organisatoren spätabends noch reihenweise Tankstellen abfahren, um für den nötigen Nachschub zu Sorgen. „Aber heute sind wir gut aufgestellt.“

Die Tanzfläche ist voll, die DJs sind gut gelaunt. Foto: momo
  • Die Tanzfläche ist voll, die DJs sind gut gelaunt. Foto: momo
Auch draußen wird gefeiert: Na denn Prost! Foto: momo
  • Auch draußen wird gefeiert: Na denn Prost! Foto: momo

So ist die Schweineparty spätestens an ihrem 25. Geburtstag erwachsen geworden. Was als anarchische Geburtstagsparty im Schlamm begann, hat heute einen Sicherheitsdienst, einen Sanitätsdienst, Bändchen zur Alterskontrolle und Klopapier auf den Toiletten. Anders wäre eine Party solchen Ausmaßes aber auch gar nicht mehr möglich.

Doch der intime Rahmen der frühen Jahre wird heute noch im VIP-Zelt gepflegt, wo der feste Kern von etwa 15 „altgedienten“ Organisatoren und eine Riege von noch mal etwa 15 Helfern Zutritt hat. Hier kennt jeder jeden, man begrüßt sich mit Handschlag und prostet sich fröhlich zu.

Während gegen Mitternacht die Party langsam immer ausgelassener gefeiert wird, und vor dem Gelände letzte – offenkundig minderjährige – Partygäste überlegen, ob der Ausweis einer Kontrolle standhalten wird, zieht die Polizei ein erstes, positives Fazit. „Hauptsächlich haben wir mit den Mutti-Zetteln zu tun“, erklärt Streifendienstleiterin Tamara Ehrmanntraut-Riechers, die mit acht Beamten vor Ort ist. Von gröberen Zwischenfällen können auch die Mitglieder des DRK-Kreisverbandes nicht berichten. „Wir rechnen nur mit der üblichen Alkoholintoxikation“, meint ein Ehrenamtlicher.

Bis 6 Uhr dürfen sich die Feierwütigen austoben. Danach heißt es für Kluge und die anderen: Anpacken! Noch am Sonntag muss alles fertig verpackt sein, damit der Zeltabbau beginnen kann. „Wir schlafen einfach nicht und ziehen das durch“, so Kluge.

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