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Bürgermeister Heinz Kraschewski: „Es wird ernst, befürchte ich mittlerweile!“

Bahntrasse durch das Auetal?

Sollte es jetzt doch ganz schnell gehen mit den Planungen für die Bahntrasse? Die Auetaler Politiker sind jedenfalls wach gerüttelt von der Aussage Ferlemanns, dass er die schnellen Züge parallel zur Autobahn 2 bevorzugt.

veröffentlicht am 19.03.2019 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 19.03.2019 um 20:03 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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AUETAL. Während die Kommunalpolitiker bei der jüngsten Ratssitzung noch entspannt waren, was eine mögliche Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse durch das Auetal angeht, so wurden sie am Montag wohl doch aufgeschreckt. Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), hatte nämlich nicht nur angekündigt, dass ICE-Züge künftig mit bis zu Tempo 300 zwischen Hannover und Bielefeld durch Niedersachsen rauschen sollen, er merkte auch an, dass er, von den drei infrage kommenden Varianten, den Bau der dafür notwendigen Bahntrasse parallel zur Autobahn 2 bevorzugt. Das würde bedeuten, dass die Bahntrasse auch durch das Auetal verläuft.

„Es wird ernst, befürchte ich mittlerweile“, war die erste Reaktion von Bürgermeister Heinz Kraschewski. Er selbst hatte während der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag noch gemeint, dass man zunächst noch auf mehr Informationen warten solle, hatte aber auch vorgeschlagen, dass die Verwaltung in der nächsten Ratssitzung eine entsprechende Resolution zur Diskussion und Verabschiedung vorlegt.

„Inzwischen bin ich froh, dass wir die Resolution im Rat bereits angesprochen und quasi auf den Weg gebracht haben. Schließlich haben sich schon im Vorfeld alle Fraktionen dafür ausgesprochen“, so Kraschewski.

Dem hatten die Ratsfraktionen zugestimmt. Nur die SPD hatte sich durch ihren Fraktionsvorsitzenden, Rüdiger Teich, für die umgehende Gründung einer Bürgerinitiative gegen eine Bahntrasse parrallel zur Autobahn ausgesprochen. Unterstützung bekam er von dem Bernser Anwohner Helmut Büttner, der sich in einem flammenden Appell für eine Bürgerinitiative aus dem gesamten Auetal aussprach. Man dürfe nicht zu lange warten, hatte Büttner angemerkt.

„Wie schon gesagt, eine Resolution ist gut, aber wir werden das Thema Bürgerinitiative weiterverfolgen und diese, hoffentlich mit Unterstützung aller Fraktionen, ins Leben rufen“, sagte Rüdiger Teich auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir müssen jetzt doch schneller handeln als gedacht.“

„Ich halte es nach wie vor für nicht sehr wahrscheinlich, dass die Bahntrasse durch das Auetal gehen wird. Es wäre nicht wirtschaftlich, für fünf Minuten weniger Fahrzeit eine solche Investition zu tätigen und ein solcher Einschnitt in die Natur würde dafür ebenfalls keinen Sinn ergeben“, meinte Friedrich Gärling (CDU). Noch sei auch nichts entschieden. Die Gespräche würden noch laufen. „Ich gehe davon aus, dass das so nicht realisiert wird und hoffe, dass letztendlich die Vernunft siegen wird“, so Gärling.

Er sei aber auch von verschiedenen „Nicht-Auetalern“ auf die Situation aufmerksam gemacht worden. „Wenn das kommt, dann ist das Auetal doch platt“, musste sich der CDU-Politiker anhören und konnte dem auch nicht widersprechen.

„Die Trasse vor der Haustür will keiner und wir werden machen, was wir kommunalpolitisch tun können“, sagte Anke Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen). Sie wünscht sich noch immer einen runden Tisch mit den heimischen Bundespolitikern.

„Wir müssen groß denken, die anderen betroffenen Kommunen mit ins Boot nehmen und nicht nur für das Auetal denken“, so Schmidt. Nur eine große Bürgerinitiative, der auch Institutionen wie der Nabu angehören müssten, könnte etwas bezwecken. „Es ist doch verrückt, dass wir Probleme mit der Erschließung eines Baugebietes in Rehren haben, weil dort der Rotmilan brütet und die Bahn dann kommt und eine Trasse bauen will“, sagte Schmidt. Für die Grünen habe die Verhinderung der Bahntrasse durch das Auetal in jedem Fall in nächster Zeit oberste Priorität.

„Laut dem jetzt bekannt gewordenen Zeitplan soll das wohl alles sehr schnell gehen und sich nicht, wie erwartet, noch einige Jahre hinziehen. Deshalb müssen wir jetzt sehr wach sein und dringend weitere Infos einfordern“, sagte Siegbert Held (WGA).

Es müssten schnell gesicherte Fakten auf den Tisch kommen. „Die WGS – und da es nicht nur um das Auetal, sondern um Schaumburg geht, spreche ich für die Wählergemeinschaft Schaumburg – kann sich nur den Ausbau der vorhandenen Trasse vorstellen. Die drei weiteren Varianten kommen für uns nicht infrage“, so Held. „Sowie Fakten vorliegen, gegen die man vorgehen kann, muss eine Bürgerinitiative gegründet werden“, so der WGA-Politiker.




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