weather-image
23°

Bürger wollen selbst anpacken / Muttererde zur Begradigung ist bereits angeliefert

Bernser Friedhof in schlechtem Zustand

Als saumäßig bezeichnet der Bernser Ortsvorsteher den Zustand des Friedhofes am Haarberg. Doch die Bernser schreien nicht nach dem Bauhof, sie packen selbst an, wollen Flächen begradigen, Blumen und Büsche pflanzen.

veröffentlicht am 05.06.2019 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 05.06.2019 um 19:50 Uhr

Einzelne Gräber sind bereits eingebrochen.
Kerstin Lange

Autor

Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

BERNSEN. „Unser Friedhof sieht saumäßig aus. Wir müssen da was machen“, stellte Bernsens Ortsvorsteher Torben Stemme nach einem Besuch am Grab seiner Großeltern fest. Bis dahin hatten ihn bereits viele Bernser auf den desolaten Zustand des Friedhofs am „Haarberg“ angesprochen.

„Wir wissen, dass die Bauhofmitarbeiter nicht alles machen können, ihre Kapazitäten erschöpft sind“, so Stemme. Daher würden die Bernser nun unter dem Motto „Unser Friedhof muss schöner werden“ selbst aktiv werden.

In den vergangenen Jahren sind im vorderen Bereich des Friedhofs die Pachtzeiten einiger Gräber abgelaufen. Die entsprechenden Gräber wurden eingeebnet. An diesen Stellen ist die Erde abgesackt, der Rasen fehlt – eine unschöne hügelige Mondlandschaft ist entstanden.

2 Bilder
Vor der Friedhofskapelle sieht es unschön aus. Ein kaputtes Plastikrohr liegt frei und Baumstümpfe von längst gefällten Bäumen vermodern langsam. Die Rasenfläche gleicht einer Unkrautwüste.

„Wir benötigen diese Flächen nicht, denn unser Friedhof ist groß und die Bereiche mit den neueren Rasengräbern, Urnen- und Urnenrasengräbern sowie die Erdbestattungsgräber sind in einem guten Zustand. Daher haben wir überlegt, dass der desolate Bereich einfach mit Mutterboden aufgeschüttet und dann eingesät werden soll“, erklärt Stemme.

Selbstverständlich sollen die noch vorhandenen Gräber in die Neugestaltung eingebunden werden. Allerdings will man auch prüfen, ob von den zehn Grabstellen noch weitere abgelaufen sind. Ein Grab ist nämlich komplett eingebrochen, andere verwildert und auch ein Grabstein steht schief und ist somit eine Gefahr.

Einige Tonnen Erde wurden am Dienstag bereits von der Gemeinde angeliefert. Nun stehen die ersten Arbeitseinsätze an. Dazu will Stemme auch schweres Gerät beschaffen, denn per Hand könnten diese Massen nicht verteilt werden.

„In Bernsen hat niemand geschimpft oder nach dem Bauhof geschrien. Das finde ich klasse und zum Glück haben wir einige rüstige Rentner in unseren Reihen, die Ideen haben und auch mithelfen wollen. Trotzdem brauchen wir selbstverständlich jede Unterstützung“, so der Ortsvorsteher.

Damit meint er auch die Bernser Frauen, die die Flächen rundum verschönern könnten. Zum Beispiel vor der Friedhofskapelle wurden nämlich vor Jahren Bäume gefällt. Die Stümpfe schauen noch aus der Erde und ein kaputtes Kunststoffrohr ist ebenfalls ein unschöner Anblick. Die „Unkrautwüste“ soll verschönert werden.

„Rindenmulch, einige Büsche und vielleicht auch blühende Blumen könnten hier wirklich eine Menge verändern“, meint Stemme. „Und dafür haben Frauen einfach den besseren Blick.“




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare