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Rund 330 000 Euro für neues Fahrzeug für Stützpunktfeuerwehr Rolfshagen

„Cobra-Löschsystem“ – notwendig oder Luxus?

Die Stützpunktfeuerwehr Rolfshagen bekommt 2021 ein neues Fahrzeug. Ortsbrandmeister Ralf Kopczinsky wünscht sich dazu noch ein spezielles Löschsystem. Das wird am Donnerstag im Feuerschutzausschuss vorgestellt und die Politiker zu ihrer Meinung befragt.

veröffentlicht am 09.04.2019 um 16:43 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN/ROLFSHAGEN. Die Ortsfeuerwehr Rolfshagen soll laut den Planungen der Gemeinde Auetal 2021 ein neues Feuerwehrfahrzeug bekommen. Eine entsprechende Verpflichtungsermächtigung für die Auftragserteilung sowie die Ausschreibung des Hilfeleistungslöschfahrzeuges (HLF 10) soll am Donnerstag, 11. April, ab 17.30 Uhr während einer öffentlichen Feuerschutzausschusssitzung im Feuerwehrhaus in Rehren empfohlen werden. Die Entscheidung trifft der Verwaltungsausschuss dann am 2. Mai in einer nicht öffentlichen Sitzung.

Rund 330 000 Euro wird das HLF 10 mit einem 3000 Liter fassenden Wassertank und einem 18 Tonnen schweren Fahrgestell kosten.

„Das Fahrgestell für 18 Tonnen ist notwendig, um Gewichtsreserven für Ausrüstungsgegenstände zu haben, die in den nächsten 30 Jahren zu erwarten sind. Denn so lange laufen die Fahrzeuge bei uns schließlich“, erklärte der Rolfshäger Ortsbrandmeister, Ralf Kopczinsky.

Und eine Zusatzausstattung hat Kopczinsky beantragt, ein „Cobra-Löschsysten“, das rund 50 000 Euro kostet. Dabei handelt es sich um ein Kaltschneide-Löschsystem, mit dem Außenwände von brennenden Gebäuden mittels eines mit einem Schneidmittel versehenen Wasserstrahls unter hohem Druck „durchbohrt“ werden können, um Brände im Gebäudeinnern durch das sich darin vernebelnde Wasser zu löschen. Durch den Sprühnebel kann zudem die Brandhitze in kurzer Zeit stark abgekühlt werden. Außerdem wird vergleichsweise wenig Wasser benötigt, und man könnte das Ausmaß von Löschwasserschäden am und im Gebäude reduzieren.

„Bei dem Antrag steht meinerseits das Menschliche im Vordergrund. Die Tagesverfügbarkeit wird immer geringer und mit weniger Leuten das Löschen schwieriger. Mit dem innovativen Löschsystem kommt man auch ohne Atemschutzgeräteträger durch jede Wand und somit in jedes Haus und jedes Zimmer“, erklärt Kopczinsky. Auch die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute werde geschont.

Auch bei Lkw-Bränden, zum Beispiel auf der Autobahn, könne das Löschsystem zum Einsatz kommen. „Wenn ein Kühltransporter brennt, könnten wir ein Loch hineinbohren und so löschen“, so der Rolfshäger Ortsbrandmeister.

Bislang hat noch keine Schaumburger Ortsfeuerwehr dieses Lösch-System. Während der Feuerschutzausschusssitzung soll es vorgeführt werden.

Gemeindebrandmeister Michael Möller sagte auf Anfrage dieser Zeitung: „Ich unterstütze den Antrag der Ortsfeuerwehr Rolfshagen. Die Anschaffung würde einen taktischen Mehrwert für das Auetal darstellen.“

„Ein solches System ist sicher wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig“, meinte Bürgermeister Heinz Kraschewski. Da sich der Landkreis mit einer Bezuschussung zurückhalte, seien die Kosten mit 50 000 Euro hoch. Man müsse sehen, wie die Politik entscheidet.




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