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Zum Schutz der Wildschafe: Bundestagsabgeordneter Maik Beermann fordert Wolfsabschüsse

Der Wolf und die Mufflons

AUETAL. Jäger und Förster im Auetal machen sich Sorgen um die dort lebenden Mufflons – die Angst vor Wölfen wächst. „Wir rechnen jederzeit damit, dass sich ein Wolfsrudel am Bückeberg bildet“, sagt Bernhard Michel, Vorsitzende der Hegegemeinschaft Schaumburg, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, darauf zu achten, dass Natur und Muffelwild im Gleichgewicht bleiben. Wölfe würden sowohl die Population der Mufflons bei Borstel als auch die 350 Tiere auf dem Bückeberg bedrohen – da ist sich Michel sicher. Jetzt hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann eingeschaltet.

veröffentlicht am 02.05.2019 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 02.05.2019 um 17:50 Uhr

„Der Bückeberg muss eine wolfsfreie Zone werden“, fordern heimische Förster und Politiker. Erst vor wenigen Wochen war ein Wolf in Schaumburg gesichtet worden. Foto: Pixabay
Leonhard Behmann

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Das Muffelwild sei genauso schützenswert, wie der Wolf. „Auch wenn das Muffelwild im Schaumburger Land nicht heimisch ist“, stellt Beermann im Gespräch mit dieser Zeitung klar. „Für Schaumburg sind die Mufflons ein Highlight, das ich erhalten möchte“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Beermann will sich dafür einsetzen, dass der Wolf ins Jagdrecht übernommen wird. „Dann könnten einzelne Wölfe abgeschossen werden und der Bückeberg eine wolfsfreie Zone werden“, sagt Beermann. Es müsse eine Lösung gefunden werden, durch die sowohl die Wölfe, als auch die Mufflons geschützt werden. Das will Beermann durch sogenannte Wolfsschutzzonen erreichen. „Das können zum Beispiel ehemalige Truppenübungsplätze, aber auch dünn besiedelte Flächen sein, wo der Wolf weder Mensch noch Tier stört“, erklärt der CDU-Politiker. Durch einen Zaun sollen die Wölfe daran gehindert werden, in andere Gebiete, wie den Bückeberg zu fliehen. Auch mit sogenannten Vergrämungstechniken könnten die Wildtiere an der Flucht gehindert werden. „Wölfe mögen weder laute Töne noch viel Bewegung. Damit kann man sie vertreiben. Ich halte diese Möglichkeit für eine gangbare Variante, die gegangen werden sollte“, sagt Beermann. Neben Mufflons und anderen Weidetieren könnten dadurch auch die Menschen vor Angriffen geschützt werden, ist sich der Politiker sicher.

Bernhard Michel freut sich, dass der Bundestagsabgeordnete sich für den Schutz der Mufflons im Bückeberg einsetzen will. „Nachdem Wölfe rund 300 Mufflons in der Göhrde restlos vernichtet haben, ist das Muffelwild im Bückeberg das einzige größere Vorkommen in Niedersachsen“, sagt Michel. Das Genreservoir der Tiere sei landesweit einzigartig. Gegenüber Wolfsangriffen seien die Tiere zwar nicht gänzlich machtlos. „Aber das Problem ist, dass die Wildschafe in eine Art Schockstarre verfallen und sich dann nicht verteidigen können“, sagt der Vorsitzende der Hegegemeinschaft.

Besonders alarmiert hat Michel die Nachricht, dass mehrere Jäger vor wenigen Wochen im Schaumburger Wald einen Wolf, vermutlich sogar zwei Wölfe gesichtet haben. Kurz darauf seien aber im angrenzenden Nordrhein-Westfahlen zwei Wölfe von Autos überfahren und getötet worden. „Vielleicht waren das die gesichteten Wölfe“, mutmaßt Michel. „Weitere Wolfssichtungen hat es danach zumindest zum Glück nicht mehr gegeben.“

Die Gefahr sei aber hoch – das hätten die Vorfälle in der Göhrde gezeigt. Ein einzelner Wolf sei bereits durch den Bückeberg gezogen. „Wenn sich im Bückeberg ein Wolfsrudel bildet, dann geht es ganz schnell. In kürzester Zeit sind hier dann alle Mufflons ausgerottet“, sagt der Vorsitzende des Hegerings. Für Michel ist klar: „Der Bückeberg muss zu einer wolfsfreien Zone erklärt werden.“ Dafür, sagt der Jäger, sollten einzelne Wölfe getötet werden, damit sich kein Rudel bildet. „Wenn ein Tier erschossen wird, vergrämt dass die anderen Wölfe und sie ziehen weiter“, erklärt Michel.

Der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann unterstützt die Idee des Hegerings. „Ich bin sowieso dafür, dass der Wolf ins Jagdrecht übernommen wird und einzelne Tiere geschossen werden dürfen“, sagt Beermann auf Anfrage. Die Bestände des Wolfes hätten sich gut erholt. Schon jetzt gäbe es eine jährliche Steigerung von 25 bis 30 Prozent, erklärt der CDU-Politiker. „Ich weiß nicht, wie wir das durchhalten wollen, wenn wir weiterhin den Wolf nicht bejagen“, sagt Beermann.

Der Politiker geht von einer exponentiellen Steigung der Wolfszahlen aus. „Ohne Jagd kriegen wir das nicht in den Griff“, sagt Beermann. Um die Mufflons zu schützen will sich der Abgeordnete für eine schnelle Lösung einsetzen. Er will handeln, bevor es zu spät ist. Die Erfolgschancen für eine kürzlich verfasste Petition der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hält er für gering. Viele Bundesländer hätten keine Probleme mit Wölfen und würden sich deshalb nicht an der Petition beteiligen. „Wir müssen über die Parlamentsgrenzen denken. Das Beste wäre eine europäische Lösung“, sagt der Politiker.




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