weather-image
12°

Starenkasten bei Rehren veraltet

Dieser Blitzer ist eine Attrappe

REHREN. Der Blitzer an der Landesstraße 434 in Rehren soll Raser abschrecken und Fotobeweise für schnelles Fahren liefern. Doch letzteres macht der Starenkasten schon seit Jahren nicht mehr. Denn: Der Blitzer ist nur noch eine Attrappe. „Wir mussten den Apparat im Jahr 2015 abschalten“, erklärt Landkreis-Sprecherin Anja Gewald auf Anfrage dieser Zeitung.

veröffentlicht am 14.02.2019 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 14.02.2019 um 23:00 Uhr

Der Blitzer an der Landesstraße 434 in Rehren ist nur eine Attrappe. Der Landkreis musste das Gerät abschalten. FoTO: leo
Leonhard Behmann

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

REHREN. Der Blitzer an der Landesstraße 434 in Rehren soll Raser abschrecken und Fotobeweise für schnelles Fahren liefern. Doch Letzteres macht der Starenkasten schon seit Jahren nicht mehr. Denn: Der Blitzer ist nur noch eine Attrappe. „Wir mussten den Apparat im Jahr 2015 abschalten“, erklärt Landkreis-Sprecherin Anja Gewald auf Anfrage dieser Zeitung.

2006 war der Blitzer im Auftrag des Landkreises aufgestellt worden. Der Kreistag hatte zuvor beschlossen, an der Landesstraße mit einem Blitzer für Sicherheit sorgen zu wollen. An dieser Stelle hätten sich in der Vergangenheit immer wieder Unfälle ereignet, erklärt Gewald. Vor vier Jahren wurde der Starenkasten allerdings abgeschaltet. In dem Blitzer sei eine sogenannte Nassbildtechnik verbaut. „Dieses analoge System ist veraltet“, sagt Gewald. Die Fotos von Rasern müssen wie früher erst noch entwickelt werden. „Es gibt aber kein Labor mehr, das die Bilder gerichtsverwertbar entwickeln kann“, erklärt Gewald. Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, das Gerät abzuschalten.

Seit dem Abschalten ist der Blitzer nur noch ein „Fake“. Die Autofahrer würden aber trotzdem bremsen“, ist sich Gewald sicher. „Wer den Starenkasten sieht, der drückt automatisch auf die Bremse. Schließlich weiß er ja nicht, ob er blitzt oder nicht“, sagt die Landkreis-Sprecherin. Die Unfallzahlen seien seit der Abschaltung nicht wieder angestiegen.

Die Verkehrskommission, die sich aus Vertretern der Polizei, des Landkreises, der Stadt und der Straßenbaubehörde zusammensetzt, würde den Bereich aber weiter überwachen. Die Verkehrskommission würde sofort Alarm schlagen, wenn die Unfallzahlen an der L 434 zwischen Hattendorf und Hessisch Oldendorf wieder anstiegen.

Sollten wieder mehr Unfälle auf der Landesstraße passieren, müsse der stationäre Blitzer für viel Geld umgerüstet werden. „Eine digitale Technik in den Starenkasten einzubauen, würde 40 000 Euro kosten“, sagt Gewald. Dieses Geld würde man aber jederzeit, wenn nötig, für die Sicherheit investieren, heißt es. „Bisher erfüllt der Blitzer ja auch ohne Kamera seinen Zweck – die Autos fahren langsamer“, sagt die Landkreis-Sprecherin. „Schließlich geht es uns nur um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und nicht darum, Buß- oder Verwarngelder einzunehmen.“ Weitere Kosten entstehen dem Landkreis durch die Blitzer-Attrappe in Rehren nicht, erklärt Gewald.

Seit dem Jahr 2000 darf der Landkreis Schaumburg Blitzer aufstellen und Raser zur Kasse bitten. Seitdem hat der Landkreis 17 stationäre Anlagen aufgestellt. Dazu zählt auch die Attrappe in Rehren. Zwei der Starenkästen, lösen aus, wenn Autofahrer rote Ampeln missachten.

Es sind aber nie alle Blitzer zeitgleich im Einsatz. „Es können maximal vier Messanlagen im Betrieb sein“, sagt Gewald. Das liegt daran, dass der Landkreis nur vier Kameras besitzt. „Wir montieren die Kameras daher im Wechsel: Der Autofahrer weiß aber nie, wo die Kamera installiert ist“, sagt Landkreis-Sprecherin Gewald.

Die stationären Messanlagen haben im vergangenen Jahr 12978-mal Raser geblitzt. 10 296 Verwarn- und 2682 Bußgelder wurden verhängt. Das hat dem Landkreis allein im vergangenen Jahr rund 570 147 Euro in die Kassen gespült.

Mobile Blitzer, wie sie andere Landkreise nutzen, setzt die Schaumburger Behörde nicht ein. Dazu habe sich damals der Kreistag entschieden, sagt Gewald. „Mobile Geschwindigkeitsmessungen macht ja die Polizei“, meint die Landkreis-Sprecherin.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare