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Karoline Weber: „Unsere Kinder müssen die Chance bekommen, die Oberschule Bückeburg zu besuchen“

Eltern fordern bessere Busverbindung

Erhebliche Fahrzeiten müssen Auetaler Schüler hinnehmen, sollten sie eine Schule in Bückeburg besuchen wollen. Karoline Weber und einige weitere Auetaler Eltern setzen sich für eine Änderung der Busfahrpläne ein und hoffen auf offene Ohren beim Landkreis.

veröffentlicht am 26.02.2019 um 16:24 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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AUETAL. Welche weiterführende Schule ist die richtige für mein Kind? Diese Frage stellen sich auch im Auetal wieder viele Eltern von Viertklässlern, denn in den nächsten Wochen müssen sie die Entscheidung für ihre Kinder treffen.

Den Auetaler Kindern stehen die Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Obernkirchen und Stadthagen, das Gymnasium Ernestinum und die Oberschule in Bückeburg zur Auswahl.

„Wir haben uns beim Tag der offenen Tür über die Arbeit der Oberschule in Bückeburg informiert und finden diese Schulform sehr gut“, stellte Karoline Weber aus Rehren fest. Die Oberschule sei der IGS sehr ähnlich. An beiden Schulen können der Haupt- oder Realschulabschluss erzielt werden und auch der Übergang zum Gymnasium ist möglich.

„Allerdings ist die Oberschule in Bückeburg berufsorientierter ausgerichtet. Hier werden früher Praktika angeboten und ein Bewerbungstraining steht im Fokus. Das gefällt uns gut und daher könnten wir uns vorstellen, dass unsere Tochter ab der fünften Klasse diese Schule besucht“, so Weber.

Außerdem habe man über die IGS in Obernkirchen nicht viel Gutes gehört.

Ein großes Problem sei allerdings die Schülerbeförderung aus dem Auetal nach Bückeburg. „Zu den Kernzeiten ist eine Verbindung vom Marktplatz in Rehren nach Bückeburg in 40 Minuten möglich, aber nach der achten Stunde sind die Kinder mehr als 1,5 Stunden unterwegs und das ist nach einem so langen Schultag für zehnjährige Kinder doch wohl etwas zu viel“, stellte Weber fest. „Das ist auch der Grund, warum Eltern die Schule in Bückeburg nur selten ins Kalkül ziehen.“

Die engagierte Rehrenerin hat daher beim Landkreis Schaumburg angerufen und nachgefragt, ob eine Änderung des Busfahrplans möglich sei, um den Kindern die Fahrzeit zu verkürzen. Allerdings bekam sie zur Antwort, dass für zwei bis drei Kinder keine Umstellung des Busfahrplanes möglich sei.

Daraufhin startete Weber einen Aufruf im Internet und tatsächlich meldeten sich die Eltern von 19 Kindern, die Interesse an dem Besuch der Oberschule in Bückeburg zeigten. Als Gründe nannten sie die kleinere Schule, die überschaubarer sei und einen positiven Eindruck beim Tag der offenen Tür hinterlassen habe.

Weber informierte das Schulamt des Landkreises, aber wieder ohne Erfolg. Eine zusätzliche Buslinie von Rehren nach Bückeburg und zurück könne nicht eingerichtet werden, der Umweg über Obernkirchen, mit der Wartezeit von 1,5 Stunden nach der achten Stunde, sei nicht zu ändern.

Ganz so strikt sieht das Kreisrätin Katharina Augath nicht. „Laut Schulbezirkssatzung ist die Gemeinde Auetal sowohl Bückeburg als auch Stadthagen zugeschlagen. Allerdings müssen die Schüler, um nach Bückeburg zu gelangen, in Obernkirchen umsteigen. Das ist nicht optimal“, so Augath gegenüber dieser Zeitung.

Es werde derzeit geprüft, ob eine Änderung des Busfahrplanes möglich ist. Außerdem würden Gespräche mit der Schaumburger Verkehrsgesellschaft geführt. „Wir versuchen es, aber wir können zurzeit noch nichts versprechen“, sagte die Kreisrätin.

In Rehren gibt es für einige Kinder einen sogenannten „Zubringerbus“, ein Kleinbus, der die Grundschüler zur „richtigen“ Bushaltestelle bringt. „Ein solcher Kleinbus würde ja auch ausreichen, um Kinder aus dem Auetal nach Bückeburg zu bringen“, meint Weber.

„Die Kosten für die Schülerbeförderung sind im Landkreis Schaumburg ohnehin schon sehr hoch. Solche zusätzlichen Fahrten können wir daher eher nicht bieten“, sagte die Kreisrätin zu dem Vorschlag. „Dann müssten wir auch andere Strecken noch zusätzlich bedienen.“

Die Auetaler Eltern warten nun ab, ob eine Lösung gefunden wird. „Noch müssen wir die Kinder ja nicht anmelden. Ein paar Wochen bleiben uns noch“, stellte Weber fest.




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