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Vom Grundstück gerast und in Hund verbissen / Tier und Halterin verletzt

„Familienhund“ beißt zu

Ein schwarzer Hund kommt von einem Grundstück gerast, verbeißt sich in den Hund einer Spaziergängerin und lässt nicht wieder los. Die Hundebesitzerin versucht, ihrem Tier zu helfen, und wird dabei von dem „Angreifer“ ebenfalls gebissen. Diese Hundeattacke ist in Schoholtensen geschehen und zugebissen hat der Hund, der kürzlich noch als harmloser, alter Familienhund eingestuft wurde und bei den Besitzern bleiben durfte.

veröffentlicht am 16.04.2019 um 16:33 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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SCHOHOLTENSEN.

Der Veterinär des Landkreises Schaumburg, Dr. Ulf Güber, hatte erst im März dieses Jahres bei den Hundebesitzern in Schoholtensen, mit massiver Polizeiunterstützung, drei Hündinnen sichergestellt, da diese nicht artgerecht gehalten wurden und eine illegale Zucht vermutet wurde.

Bereits im Juli 2018 hat es in Schoholtensen bei dem Paar, das aus Hannover ins Auetal gezogen war, eine Hausdurchsuchung gegeben. Auch damals ging es um eine illegale Zucht, nämlich sogenannter Kampfhunde – „American Pitbull Terrier“, die offiziell nicht von Züchterverbänden anerkannt sind.

Der alte Familienhund „Pascha“ – ein schwarzer Mischling – durfte nach beiden Einsätzen zunächst bei dem Paar bleiben. In der Nachbarschaft blieb ein ungutes Gefühl zurück und nach der jüngsten Beißattacke geht weiter die Angst in dem Auetal-Dorf um.

Die verletzte Frau hat das Veterinäramt über den Vorfall informiert. „Wir haben ein Verfahren nach dem niedersächsischen Hundegesetz eingeleitet und prüfen nun die Umstände, die zu der Beißattacke geführt haben“, sagte Kreisveterinär Dr. Ulf Güber auf Anfrage unserer Zeitung.

Man wisse ja, dass die Hundebesitzer schwierig seien, aber selbstverständlich bekämen sie die Gelegenheit zu einer Stellungnahme.

„Den Hund mussten wir nicht sicherstellen. Wir prüfen jetzt den Vorfall, denn es gibt immer zwei Seiten zu beleuchten“, so Güber.

Es müsse festgestellt werden, ob der Hund ein normales territoriales Verhalten gezeigt habe, dabei „nur“ die Grundstücksgrenze nicht eingehalten hat, oder ob eine übersteigerte Angriffslust, Kampfbereitschaft und Schärfe vorliegen.

„Grundsätzlich beschützen Hunde ihr Territorium. Sie müssen sich aber abrufen lassen und dürfen das Grundstück nicht verlassen“, erklärte Güber. Er muss nun feststellen, warum es zu dem Vorfall kam, ob von dem Hund eine Gefahr ausgeht und eine Wiederholung einer Beißattacke möglich ist.

Eventuell könnte den Hundebesitzern auferlegt werden, dass „Pascha“ nur noch mit Maulkorb auf dem Grundstück und darüber hinaus laufen darf.

In Schoholtensen machen sich die Bürger nicht nur um die eigene Sicherheit Sorgen, sondern auch um das Kleinkind des Paares, das mit dem Hund zusammenlebt.




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