weather-image
Wiedereröffnung wäre nicht sinnvoll

Fast 30 Grad: Warum ist das Freibad dicht?

ROLFSHAGEN. Draußen blauer Himmel, lachende Sonne, Temperaturen an der 30-Grad-Marke – aber bis auf das Sonnenbrinkbad in Obernkirchen haben alle Schaumburger Freibäder inzwischen geschlossen. Warum kann man die Bäder nicht kurz wieder eröffnen? Schwimmmeisterin Andrea Jagata vom Sonnentalbad Rolfshagen erklärt, warum.

veröffentlicht am 19.09.2018 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 18:40 Uhr

Still ruht das Bad und spiegelt immerhin noch das DLRG-Heim im ruhigen Wasser. Seit dem 9. September hat das Freibad geschlossen. Es trotz sommerlicher Temperaturen wieder zu eröffnen, wäre nicht sinnvoll. Foto: rnk
4301_1_orggross_f-westermann

Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

ROLFSHAGEN. Der Dürresommer gibt ein kurzes Nachspiel mit entsprechenden Temperaturen, in dieser Woche hat das Thermometer erneut an der 30-Grad-Grenze gekratzt. Was nicht nur in den Sozialen Medien eine Frage aufwirft: Warum ist das Freibad denn schon dicht? Bei diesem Wetter?

Grundsätzlich, erklärt Schwimmmeisterin Andrea Jagata, wäre es kein Problem, das Freibad wieder zu öffnen, „jetzt sofort“. Nur wäre es aus ihrer Sicht eher sinnlos, gleich mehr dazu.

Die Saison endete am 9. September, wie vorher angekündigt, und hinter der Freibadchefin und zwei Helfern liegt ein Sommer, wie er in der Vergangenheit seinesgleichen nur selten hatte: Und nicht nur das Freibad in Rolfshagen verzeichnete Rekordbesuche, auch die anderen Bäder waren bestens besucht, „und das, obwohl die Freibäder bei uns dicht gestreut sind“, sagt Jagata. Dass sie wie vorgesehen die Saison beendet und die Badtore geschlossen hat, das habe nichts mit mangelnder Flexibilität zu tun, sagt Jagata, denn schon in der Woche danach seien die Temperaturen gesunken, erst in dieser Woche sei es ja wieder warm.

Schluss bei sommerlichen Temperaturen: Der Kicker des Freibads ist, wie anderes auch, bereits für den Winter gerüstet. Foto: rnk
  • Schluss bei sommerlichen Temperaturen: Der Kicker des Freibads ist, wie anderes auch, bereits für den Winter gerüstet. Foto: rnk

„Als wir schlossen, war es nicht warm“, erklärt sie, und hier liegt das Problem: Wenn sie heute das Bad wieder öffnen würde, dann müsste das Wasser neu erwärmt werden. Und zwar jeden Tag neu, denn in der Nacht kühlt es bereits spürbar ab. „Es müsste also jeden Tag neue Wärme ins Wasser“, sagt Jagata. Das wiederum setzt Sonne voraus, die aber zum beginnenden Herbst nicht mehr so hoch am Horizont ihre Kreise zieht wie noch vor zwei, drei Monaten.

Damit werden die Absorbermatten, die für die notwendige Wärme mitsorgen, weniger beschienen, sie produzieren damit auch weniger Wärme. „Wir können die Wärme nicht halten“, formuliert es Jagata. Eine nachts das Wasser schützende Folie gibt es im Freibad nicht (und ob sie die ideale Lösung darstellen würde, wäre eine ganz andere Frage).

Soll heißen: Das Freibad würde – schönes Wetter hin, hohe Außentemperaturen her – dem Schwimmer Temperaturen wie einst präsentieren, als die Becken noch von einer Bergquelle gefüllt wurden: 16 bis 18 Grad. Dann würden nur noch die ganz harten Schwimmer kommen? „So ist es“, stimmt Jagata zu, schon in den letzten Tagen der Saison sei die Zahl der Gäste spürbar zurückgegangnen.

Und da die Schule begonnen habe, würden auch die Kinder als Gäste ausfallen: Sie haben lange Schule, schon ein Kind in der fünften Klasse habe heute schulisch vollgepackte Nachmittage, sagt sie, „wo soll da noch Zeit für das Freibad sein?“

Ein weiterer Grund, der gegen eine längere Saison spricht, ist der menschliche Faktor: Hinter Andrea Jagata liegt nicht nur eine Saison mit Arbeitszeiten jenseitsder 60-Stunden-Woche, dazu kommt der Supersommer mit den starken Besucherzahlen, die doppelte Aufmerksamkeit verlangen: „Ich bin“, sagt Andrea Jagata, „reif für eine Pause.“ Man tritt ihr wohl nicht zu nahe, wenn man attestiert, dass die sie als Freibad-Chefin zum alten Schlag zählen würde; diese Art, die nicht ruhig zu Hause sitzen kann, wenn das Bad voll ist und ehrenamtliche Helfer – bei aller Kompetenz – die Aufsicht führen.

Probleme nach der Saison gibt es kaum, nur die Absorbermatten müssten ausgetauscht werden. Ausgelegt sind sie auf 15 Jahre, in Rolfshagen wurden sie vor 18 Jahren verlegt.

Was hat Andrea Jagata noch gefallen in dieser Saison? Sie muss nicht nachdenken: Das rundum sanierte Kinderbecken, das habe das Bad noch einmal richtig aufgewertet.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare