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Brände sind nicht mehr Schwerpunkt der Einsätze / Erfahrungen bei Übungen sammeln

Feuerwehrleute üben bei Chemiebetrieb

Eine Übung mit besonderen Herausforderungen haben Feuerwehrleute aus Rehren-Westerwald kürzlich in Minden beim Pharmachemiebetrieb Siegfried absolviert.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 13:51 Uhr

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Autor:

Sandra Knauthe
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AUETAL/MINDEN. Meterhohe Flammen lodern aus dem brennenden Container. Die Hitze ist merklich zu spüren. Vorsichtig und im Kriechgang nähern sich die Feuerwehrleute dem Brand. Das C-Rohr fest im Griff, aus dem sie nun mit großem Strahl direkt in die Flammen spritzen. Direkt daneben machen sich die Kollegen fertig, um in einem anderen Container einen Gasbrand zu bekämpfen.

Was so dramatisch anmutet war zum Glück nur eine Übung. Die Freiwillige Feuerwehr Rehren-Westerwald ist kürzlich zu Gast bei der Werkfeuerwehr des Pharmachemiebetriebes Siegfried, ehemals BASF, in Minden gewesen. Die Feuerwehr Siegfried ist in Ostwestfalen die größte Chemie-Werkfeuerwehr, die Feuerwehrleute berufsbedingt spezialisiert auf Einsätze mit Gefahrstoffen und Chemikalien aller Art.

Dieses sehr spezielle know how geben sie bei Bedarf auch gerne weiter, denn auch Feuerwehrmänner und -frauen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren der Städte und Gemeinden, müssen regelmäßig üben und sich weiterbilden, um auch bei komplizierten Industriebränden oder Gefahrguteinsätzen routiniert arbeiten zu können.

„Diese Art Praxisausbildung ist besonders für unsere neuen Atemschutzgeräteträger sehr hilfreich, um sich an heiße Brandstellen in engen Räumen bei schlechter Sicht gewöhnen zu können. Auch zum Testen verschiedener Löschtechniken eignen sich solche realitätsnahen Heißausbildungen gut. Brände sind schon seit vielen Jahren nicht mehr der Schwerpunkt der Feuerwehreinsätze, sodass die Erfahrungen aus realen Brandeinsätzen nicht mehr in dem Maße gesammelt werden können, wie es in den früheren Jahren war. Somit wird die realitätsnahe Praxisausbildung weiter an Bedeutung gewinnen“, erläutert Detlef Schenke, Ausbilder bei der Feuerwehr Rehren-Westerwald.

Da bietet sich der Brandübungsplatz direkt neben dem Werk an. Und dieses Angebot haben rund 20 Einsatzkräfte aus Rehren vor kurzem gerne angenommen.

Burkhard Schenke, der Leiter der Werkfeuerwehr und sein Kollege Andrè Pieper verdeutlichten eindrucksvoll die enorme Brandentwicklung von Isopropanol (Alkohol) und erklärten für welchen Brand man am besten welches Löschmittel nimmt. Ganz besonders wichtig, wenn es sich um chemische Stoffe oder Gasbrände handelt. Dann legten die Feuerwehrfrauen und -männer ihre komplette Ausrüstung an, die gut 20 Kilogramm wiegt, inklusive Atemschutzmaske und Pressluftflasche. In Zweier- und Dreier-Teams übten die meist noch jungen Feuerwehrkräfte die idealen Löschtechniken. Fast zwei Stunden lang probten sie absolut realistisch die Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden, Feststoffen und Gaslecks in der chemischen Industrie. Die Werkfeuerwehr hatte extra präparierte Brandcontainer, die entweder randvoll mit Holzpaletten gefüllt waren, die angezündet wurden oder einer Gasleitung im Betrieb nachempfunden waren.

Eine besondere Herausforderung für die Feuerwehrleute, denn sie mussten durch enge Gänge und an Hindernissen vorbeikriechen, immer aufmerksam nicht irgendwo hängen zu bleiben und natürlich immer den schweren Löschschlauch in den Händen.




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