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Risse und Löcher durch zu starkes Walzen / Fahrbahn kommt im Januar wieder raus

Fünf Zentimeter zu viel Asphalt

Kaum zu glauben, was bei den Straßenbauarbeiten in Klein Holtensen passiert ist. Die Fahrbahndecke ist zu hoch, die Querneigung stimmt nicht und der Asphalt hat Risse und Löcher. Im nächsten Jahr muss alles wieder raus.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 17:21 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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KLEIN HOLTENSEN. Was ist denn da passiert? Die Kreisstraßen 61 und 63 in Klein Holtensen sind rissig, an unterschiedlichen Stellen klaffen tiefe Löcher im Asphalt, und die Straßen sind etwa vier bis sechs Zentimeter zu hoch.

„Beim Asphalteinbau ist etwas schiefgelaufen“, räumt Markus Brockmann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln auf Anfrage dieser Zeitung ein. Allerdings könne der Schaden in diesem Jahr nicht mehr behoben werden. Erst im Januar, je nach Witterung auch später, müsse die Firma Strabag die Fahrbahndecke der beiden Kreisstraßen wieder herausfräsen und auf die richtige Höhe neu einbauen. „Das wird etwa vier Tage dauern, und die Straßen werden dafür noch einmal gesperrt“, so Brockmann.

Die fehlerhafte Arbeit sei selbst für Laien zu erkennen, denn die Höhe der Decke passe nicht zur Gosse, und die Querneigung der Straße sei ebenfalls nicht korrekt. „Die Risse und Löcher sind vermutlich durch zu starkes Walzen entstanden“, erklärt Brockmann. „Wenn man immer wieder und wieder über den Asphalt rollt, dann wird er eben an manchen Stellen rissig.“

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Den Fehler habe die Firma Strabag aber eingeräumt und wird für den entstandenen Schaden aufkommen. „Da ist nichts strittig“, so Brockmann. Für die Firma, die bis dahin wirklich vorbildlich und schnell gearbeitet habe, tue ihm das Ganze leid, denn schließlich entstehen durch das Ausfräsen und Neueinbauen der Schwarzdecke erhebliche Kosten.

Etwa vier Zentimeter hoch sollte die Asphaltschicht sein. Sie wurde acht, an manchen Stellen sogar zehn Zentimeter hoch. „Da hat die Schwarzdeckenkolonne ganz klar gepfuscht“, war vor Ort zu hören. Dabei hätten erfahrene Straßenbauer die Arbeiten ausgeführt. Ärgerlich ist das Ganze für die Anwohner, denn bis der Fehler behoben wird, müssen sie die holprigen Straßen nutzen und, wenn sie auf ihre Grundstücke fahren, über die viel zu hohen Absätze ruckeln. Außerdem müssen sie die Großbaustelle nun doch noch länger ertragen als ursprünglich geplant.

„Wenn landwirtschaftlicher Verkehr die Straße befährt, holpert es schon sehr, und die Ortseinfahrt aus Richtung Schoholtensen hat einen richtig starken Absatz. Da muss man aufpassen, dass man sich das Auto nicht kaputt macht“, so ein Anlieger. „Und wenn im nächsten Jahr alles wieder rauskommt, dann haben wir wieder den Dreck und Krach.“

Zu ändern ist das jetzt aber nicht mehr, und die Bauarbeiter vor Ort, die die Fahrbahndecke allerdings nicht asphaltiert haben, werden sich in den nächsten Wochen sicher noch so manchen Spruch einfangen, schließlich sind sie weiterhin vor Ort. Die Arbeiten an den Nebenanlagen, also zum Beispiel die Gehwege, werden nämlich trotzdem jetzt fertiggestellt. „Das hat nicht unbedingt etwas mit der Schwarzdecke zu tun. Wir können trotzdem alles andere fertigmachen, und im nächsten Jahr wird dann nur die Fahrbahn erneuert“, stellt der Polier der Firma Strabag, Daniel Männecke, fest.




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