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Vorlesewettbewerb der 4. Grundschulklassen mit eindeutiger Siegerin

Ganz allein vor der Jury

Ganz allein vor einer großen Jury zu sitzen und einen Text vorzulesen, das ist schon eine Herausforderung. Die Grundschülerin Lea Röhrkasten hat das am Besten gemeistert und den Lesewettbewerb der Auetaler Grundschule gewonnen.

veröffentlicht am 07.06.2019 um 17:05 Uhr

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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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REHREN. So vorzulesen, dass andere gerne zuhören, ist eine kleine Kunst. Gerade haben zwölf Schülerinnen und Schüler aus den vierten Grundschulklassen in Rehren gezeigt, wie gut sie darin sind.

Ganz erstaunlich, wie sehr sie alle bei ihren Vorleserunden gelassen blieben, und das, obwohl jeder ganz allein der durchaus eindrucksvollen Jury gegenübertrat. Nicht nur Bibliotheksleiterin Karin Kopczinsky und Lehrerin Sigrun Freyer-Bake hörten kritisch zu, auch Auetal-Bürgermeister Heinz Kraschewski gehörte zur Jury, ebenso wie der ehemalige Schulleiter Jörg Landmann und die frühere Grundschulleiterin in Deckbergen, Dagmar Tadge.

„Das hört sich schlimmer an, als es ist“, sagt dazu lächelnd Deutschlehrerin Catherine Wolter, die den Wettbewerb zusammen mit ihren Kolleginnen Lena Sassenberg und Farina Otto organisierte. „Wenn die Kinder vor großem Schülerpublikum vorlesen würden, gäbe es viel zu viel Unruhe.“

Alle nehmen diesen Wettbewerb sehr ernst. Das Vorlesen mit der richtigen Betonung und Aussprache spielt eine große Rolle im Deutschunterricht der Grundschule. Die Kinder würden viel Zeit am Computer verbringen, wo man Texte oft nur überfliegt, so die Lehrerinnen. Laut vorzulesen stärke das Textverständnis, erst recht, wenn man dabei Zuhörer hat, die den Inhalt gut aufnehmen können sollen.

Zwei Runden enthält der jährliche Wettbewerb, für den es einen Vorentscheid in den einzelnen Klassen gab. In Runde eins liest man einen zu Hause vorbereiteten Text eigener Wahl. Runde zwei ist eine größere Herausforderung: Alle erhalten einen ihnen unbekannten Text, den sie nur einmal vorher durchlesen dürfen. Traditionell handelt es sich dabei um die Sage vom Rattenfänger in Hameln. „Das ist auch deshalb eine schwierige Aufgabe, weil die Sprache natürlich ganz anders ist als in den selbstgewählten Kinderbüchern“, meint Dagmar Tadge.

Schnell merkte man, wer dieser Aufgabenstellung besonders gut gewachsen war. Was eine gute Betonung betrifft, da konnten alle Schüler Eindruck machen. Doch enthielt der Text auch Ausdrücke, die nicht jeder auf Anhieb richtig erfasste. Die Jahreszahl „1284“ spricht man eben nicht wie „Zwölftausend“ aus, und der Rattenfänger „wattet“ nicht ins Wasser, sondern er „watet“ hinein.

Eindeutig vorne bei der Jury lag Lea Röhrkasten, die ihre Texte so klar vortrug, als sei ihr das Vorlesen in die Wiege gelegt. Gleichwohl enthalten solche Bewertungen natürlich immer ein subjektives Element, was man an den unterschiedlichen Punktzahlen für dieselben Schüler sah.

„Ja, in dieser Beziehung sollte man das alles eben doch nicht zu ernst nehmen“, so Sigrun Freyer-Bake.

Zweiter wurde Marcel Dellin, an dritter Stelle lag Hannah Klinkert, und alle anderen lagen relativ dicht beieinander. Jeder Teilnehmer bekam einen kleinen Preis und ganz viel Applaus von den Mitschülern, die in der Aula auf sie gewartet hatten, sowieso.




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