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Mitglieder des Hegerings im Auetal fordern wolfsfreie Zone

„Gesetzentwurf geht nicht weit genug“

Der Wolf sorgt bei Jägern und Mitgliedern des Mufflon-Hegerings weiter für Aufregung – und verbreitet Angst.

veröffentlicht am 29.05.2019 um 16:36 Uhr
aktualisiert am 30.05.2019 um 16:00 Uhr

Die Auetaler Mufflons haben in diesem Frühjahr wieder Nachwuchs bekommen. Foto: Marc-André Rehberg
Leonhard Behmann

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AUETAL. „Wir sind sehr in Sorge, dass der gesamte Bestand dieser schönen, wild lebenden Tiere – einer der letzten in Niedersachsen – durch den Wolf ausgelöscht werden könnte“, sagt Lars Büttner. Er kümmert sich gemeinsam mit seinem Vater Helmut Büttner sowie mit weiteren Jägern um die Mufflons im Auetal.

Der von der Bundesregierung geplante vereinfachte Abschuss von Wölfen ist für Lars Büttner „ein Schritt in die richtige Richtung“. Die Regierung hatte sich kürzlich darauf geeinigt, dass Wölfe auch dann geschossen werden dürfen, wenn sie „ernste Schäden“ für Nutztiere angerichtet haben. Bisher mussten Halter von Nutztieren durch die Wolfsrisse erst in ihrer Existenz bedroht sein, damit sogenannte Problemwölfe abgeschossen werden durften.

Büttner meint jedoch, dass die Lockerung der Regeln für Wolfsabschüsse nicht weit genug geht. Der Mufflon-Hegering im Auetal hofft auf eine „intensivere und gleichsam moderate Bejagung des Wolfes“. „So ist es bereits in vielen Gebieten und Ländern wie Skandinavien, Russland oder Nordamerika der Fall, wo der Wolf seit Generationen beheimatet ist“, sagt Lars Büttner, der hauptsächlich die Mufflons im Revier Bernsen betreut. „Nur durch Bejagung kann gewährleistet werden, dass unsere Kulturlandschaft ihre Diversität behält und alle Arten eine Überlebenschance haben“, sagt Lars Büttner.

Für den Jäger ist klar, dass es dafür sogenannte „wolfsfreie Zonen“ geben muss. Dafür setzt sich auch der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann ein. „In Bereichen mit geringer menschlicher Besiedlungsdichte kann sich der Wolf – unter Wahrung einer angemessenen Bestandsdichte – dauerhaft ansiedeln. Andere Bereiche wiederum müssen wolfsfrei bleiben, damit dort gefährdete Arten Rückzugsmöglichkeiten finden“, erklärt Büttner die Forderung, der sich auch die anderen Jäger in den Revieren Borstel und Bad Eilsen-Heeßen-Buchholz anschließen.

Für das Auetal hält Lars Büttner eine wolfsfreie Zone für angemessen. „Schließlich lebt hier eine einzigartige Art – das Mufflon“, sagt Büttner. Langfristig sei ein angemessenes Wolfsmanagement mit einer Bejagung und der Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht unumgänglich, da nur so die nötige Scheu vor dem Menschen aufrechterhalten werden könne, meint der Jäger.

Zudem könne nur so dafür gesorgt werden, dass die wachsende Wolfspopulation in einer Größenordnung verbleibt, bei der auch andere Tierarten wie Reh- und das Rotwild noch in nennenswerten Populationsdichten existieren könnten, stellt Büttner klar. „Nur so kann auch dauerhaft Akzeptanz für diese interessante Wildart Wolf bei der ländlichen, also direkt betroffenen Bevölkerung bewahrt werden. Das ist sicher auch im Sinne vieler Nutztierhalter“, fügt er hinzu.

Helmut Büttner, der das Mufflon-Revier bei Borstel betreut, sieht das genauso. „Ohne einen Jagddruck wird der Wolf ein relevantes Risiko für Menschen darstellen“, sagt er. Zwar würde der Wolf zu Deutschland gehören, die Mufflons hätten aber genauso eine Daseinsberechtigung, meint Helmut Büttner.

Menschen, die sagen würden, dass die Mufflons nicht nach Deutschland gehörten, weil sie ursprünglich aus Korsika stammten, kann Büttner nicht verstehen. „Zwar stimmt es, dass die Mufflons nicht ursprünglich aus Deutschland kommen, aber die Kartoffel kommt auch nicht aus Niedersachsen und ist hier heimisch geworden“, sagt Büttner. Schließlich seien die Mufflons bereits seit mehr als 100 Jahren im Auetal.




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