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Thomas Eriksen möchte sich in Rolfshagen niederlassen / Zweigpraxis mit zwei Behandlungstagen

Hausarzt sucht geeignete Räumlichkeiten

Da ist ein Arzt, der möchte eine Praxis in Rolfshagen eröffnen, wenigstens eine Zweigpraxis. Die Bürger freut das. Allerdings hat Thomas Eriksen verpasst, sich um die ehemaligen Sparkassenräume zu bemühen. Die sind nun vermietet. Jetzt werden andere Räume gesucht, die praxistauglich sind.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 16:48 Uhr

Der Facharzt für Allgemeinmedizin, Thomas Eriksen, möchte in Rolfshagen eine Zweigpraxis eröffnen und dort zweimal pro Woche Patienten behandeln. Foto: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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ROLFSHAGEN. Thomas Eriksen hat das Angebot der Gemeinde Auetal „Jung kauft Alt“ genutzt und eine Förderung erhalten, als er jetzt ein Haus in der Siedlung in Rolfshagen erworben hat. Der Facharzt für Allgemeinmedizin möchte dort mit seiner Familie voraussichtlich im Herbst dieses Jahres einziehen. Eriksen, der in einer Ärztegemeinschaft mit einer Praxis in Obernkirchen tätig ist, möchte der Gemeinde Auetal aufgrund der Förderung etwas zurückgeben.

„Daher plane ich die Eröffnung einer Zweigpraxis in Rolfshagen“, sagte Eriksen, der als Arzt in der Region bekannt ist. Zehn Jahre hat er in Rinteln praktiziert, ebenso lange in Bückeburg und fünf Jahre in Bad Eilsen. „Die Praxis in Obernkirchen läuft sehr gut, und wir können viel Gutes für unsere Patienten tun“, erklärt Eriksen.

Gemeinsam mit Henrike Wittum leitet er die Praxis in Obernkirchen, in der inzwischen rund zehn Arzthelferinnen beschäftigt sind. „Mit Marina Möhrke konnten wir kürzlich eine weitere Ärztin ins Team holen, und mit weiteren Ärzten sind wir im Gespräch“, schildert Eriksen den derzeitigen Stand der Praxis. Man wolle sich noch mehr verstärken und vergrößern. „Je mehr Ärzte wir sind, desto besser können wir unsere Patienten versorgen“, so Eriksen. „Und dann ist auch die Eröffnung einer Zweigpraxis möglich, die mir schon lange im Kopf herumschwirrt.“

Die notwendigen Anträge an die Ärztekammer hat Eriksen bereits auf seinem Schreibtisch liegen. Durch den Hauskauf in Rolfshagen möchte der Mediziner nun die geplante Zweigpraxis in dem Auetaler Dorf eröffnen und sucht geeignete Praxisräume.

„Die Räume in der ehemaligen Sparkasse habe ich irgendwie verpasst. Aber ich bin sicher, dass es noch weitere geeignete Räume gibt“, sagte Eriksen. Die Wohnung müsste ebenerdig und behindertengerecht sein. „Mindestens 100 Quadratmeter müssen wir schon haben. Ein Empfangsbereich, zwei Behandlungsräume und ein Labor werden benötigt“, so Eriksen. Aufgrund der mit modernen Untersuchungsgeräten gut bestückten Praxis in Obernkirchen seien für die Patienten aus Rolfshagen auch Untersuchungen dort möglich.

„In Rolfshagen soll ,nur‘ eine Zweigpraxis eingerichtet werden. Das bedeutet, dass dort mindestens zehn Stunden pro Woche geöffnet ist. Die Sprechstunde dort würde ich dann gerne selbst machen“, so Eriksen. Bei der Suche nach geeigneten Praxisräumen hofft der engagierte Arzt auf die Unterstützung der Gemeinde.

„Vielleicht fällt der Verwaltung ja etwas ein oder eben irgendwelchen Hausbesitzern, die sich eine Arztpraxis als Mieter vorstellen könnten. Ich freue mich auf Angebote und hoffe, dass wir die Zweigpraxis für Rolfshagen möglichst bald realisieren können“, sagte Eriksen.

„Seit Ankauf des Sparkassen-Gebäudes hat sich die Gemeinde um die Vermietung der ehemaligen Schalterhalle und der Nebenräume bemüht. Mehrere Interessenten waren vorhanden, sind dann aber abgesprungen“, erklärte Bürgermeister Heinz Kraschewski auf Anfrage dieser Zeitung. Die Logopädin Melanie Rempuschefsky, die inzwischen den Mietvertrag für die Räume unterschrieben hat, habe bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017 ernsthafte Absichten gegenüber dem Ortsvorsteher bekundet. Intensive Planungen und konkrete Verhandlungen wurden dann seit Anfang Dezember 2018 geführt.

„Mitte Januar 2019 hat Herr Eriksen sein Interesse an dem Betrieb einer Zweigpraxis in Rolfshagen, zu der bestehenden Praxis in Obernkirchen, bekundet. Ich habe ihm sofort meine Unterstützung zugesichert und um einen Gesprächstermin gebeten. Er hat sich allerdings nicht mehr gemeldet. Ich habe ihn dann Ende Februar angerufen. Er hat sein Interesse weiterhin bekräftigt“, so der Bürgermeister.

Da sich die Gemeinde mit der Logopädin grundsätzlich bereits im Dezember 2018 einig waren, kam die Vermietung der Räume in der Sparkasse für die Arztpraxis nicht mehr in Betracht. „Im Übrigen wäre die zur Verfügung stehende Fläche wohl auch zu klein gewesen“, so Kraschewski. „Vor dem Hintergrund des allseits beklagten Ärztemangels auf dem Lande sind wir natürlich bemüht, Herrn Eriksen Möglichkeiten in Rolfshagen und Umgebung aufzuzeigen und ihn bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten aktiv zu unterstützen. Gern greifen wir auch Ideen aus der Einwohnerschaft auf.“

Wer Räume anzubieten oder Ideen für Praxisräume hat, solle sich mit Ortsvorsteher Rüdiger Teich in Verbindung setzen, der gerne alle Informationen sammelt und weiterleitet.




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