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Rüdiger Teich als SPD-Kandidat für das Bürgermeisteramt? Die WGA überlegt, wie sie sich im Fall des Falles aufstellt

Im Bürgermeister-Schach macht Rinteln den ersten Zug

Auetal. Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl. Und die nächste Auetaler Bürgerabstimmung ist 2014 – und hat es in sich: Dann wird über den Bürgermeister abgestimmt. Grund genug für die Auetaler Wählergemeinschaft, sich auf ihrer Jahreshauptversammlung im Rolfshäger Restaurant „Salve“ ein paar grundsätzliche Gedanken zu machen, wie man sich für diese Wahl aufstellen soll.

veröffentlicht am 15.09.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Das hängt vor allem von Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz ab, der im anstehenden Personen-Schach den ersten Zug machen muss. Denn ob das SPD-Urgestein sich in der Weserstadt einer erneuten Wahl stellt, steht noch nicht fest. Es ist ein offenes Geheimnis in der Rintelner SPD, dass Ehefrau Inge Buchholz dafür votiert, dass der Bürgermeister in die fraglos verdiente Rente geht, Buchholz selbst aber eher noch einmal antreten möchte.

Tritt Buchholz nicht wieder an, kommt das Auetal mit ins politische Boot. Denn dann wäre Thomas Priemer der Wunschkandidat der Rintelner Genossen. Natürlich werde er im Falle eines Falles darüber nachdenken, ob er als Kandidat den Rintelner Lockrufen folgen würde, erklärte Priemer vor Wochen auf eine entsprechende Anfrage der Redaktion: Rund neun Monate vor der Wahl würde eine wie auch immer geartete Entscheidung fallen, ein halbes Jahr würde davon für den Wahlkampf benötigt. Besonders intensiv müsste der Wahlkampf nach dem derzeitigen Stand der Dinge nicht einmal ausfallen, denn tritt Priemer an, wird er auch nächster Bürgermeister in Rinteln. Selbst wenn dort CDU und WGS sich auf einen Kandidaten einigen könnten, hätte er kaum eine bis gar keine Chance.

Zwar bietet Rinteln mit seinen fast 30 000 Einwohnern und seiner doch recht guten Haushaltslage für einen 2014 erst 55-Jährigen noch einmal eine richtige Herausforderung, allerdings gibt es auch einen Haken: Das ist das Rintelner Stadtparlament. Im Auetal ziehen Priemer und der an einem Strang: Für eine gedeihliche Entwicklung der Gemeinde. Im Rintelner Rat erwarten Priemer dagegen einige Egoisten, bei denen man zuweilen den Eindruck hat, sie pflegen in der Politik ihre Profilneurose auf Kosten der Stadt.

Wie auch immer: Geht Priemer nach Rinteln, müsste ein Nachfolger gefunden werden. Und hier will die WGA ansetzen, denn der hat aus ihrer Sicht bereits einen Namen: Die SPD, so folgert die Wählergemeinschaft, würde Rolfshagens Ortsvorsteher Rüdiger Teich als großen Sieger der letzten Kommunalwahl ins Rennen schicken. Teich selbst hat auf eine Nachfrage unserer Redaktion erklärt, er würde natürlich in einem derartigen Fall prüfen, ob eine Kandidatur in seine Lebensplanung passe.

Innerhalb der WGA hält sich die Zahl der Teich-Fans in überschaubaren Grenzen: Es gibt sie schlicht nicht. Immerhin: Man könne, so Vorsitzender Siegbert Held, über Teich sagen, was man wolle – er sei aber aktiv und rege; es ist das einzige Kompliment, das an diesem Abend in Richtung Teich zielt. Und: Innerhalb der Bevölkerung werde durchaus zur Kenntnis genommen, das Teich sich aktiv an vielen Dingen beteilige.

Die große Frage wird sein, wie positioniert sich die WGA? Stellt sie selbst einen Kandidaten auf? Und wenn ja, wer sollte das sein? Held wird in absehbarer Zeit 60 Jahre, seine Lebensplanung dürfte kaum auf den Chefsessel im Rathaus hinauslaufen. Also soll jetzt das Gespräch mit der CDU gesucht werden: Gehen wir gemeinsam? Stellen wir zusammen einen Kandidaten auf? Und auch hier wieder die Frage: Wer soll das sein?

Wie der Wahlkampf geführt werden soll, wenn denn der Gegner Rüdiger Teich heißen würde, das wurde auf der Jahreshauptversammlung schon deutlich herausgearbeitet: Teich sei kein Verwaltungsmensch; will sich das Auetal also einen hoch dotierten Rathauschef leisten, der ab und an zum hohen Geburtstag einen Blumenstrauß übergibt und die besten Wünsche von Rat und Verwaltung zu diesem Ehrentag überbringt und ansonsten auf seine Fachleute im Rathaus verweist, die, salopp formuliert, den Laden schon schmeißen werden? Und die zweite Frage, die im Wahlkampf gestellt werden würde, liegt für die WGA auch auf der Hand: Kann Teich Führung? Kann er als Bürgermeister eine Verwaltung führen? Eine ähnliche Frage bräuchte der jetzige Amtsinhaber in Rinteln nicht fürchten: Priemer kann.

Gewählt wird nach dem Stand der Dinge im Sommer 2014, im April nächsten Jahres will der Vorstand der SPD sich überlegen, wen man als möglichen Kandidaten für den Fall der Fälle ansprechen werde, erklärte Manfred Spenner auf Nachfrage. Der Vorsitzende der Auetaler SPD verweist auf ein offenes Verfahren: Jeder könne sich bewerben, aber der Vorstand entscheide, wen man anspreche. Soll heißen: Bei den Auetaler Genossen läuft es nicht automatisch auf Teich hinaus.




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