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Feuerwehr sorgt vor – Hydranten sollen nicht einfrieren

Im Kälteeinsatz – Folie rettet Leben

AUETAL. Ein Wohnhaus brennt, Menschen sind in Gefahr – die Feuerwehr ist schnell zur Stelle und will helfen. Doch: Die Unterflurhydranten, die Wasser-Entnahmestellen im Boden, sind eingefroren. Folge: Die Deckel lassen sich nicht von den Freiwilligen öffnen. Wasser fehlt, um das Feuer löschen zu können – „ein Szenario, das niemand haben möchte“, sagt Auetals Gemeindebrandmeister Michael Möller. Aus diesem Grund sind derzeit in allen Orten der Gemeinde die Feuerwehren im Einsatz. Ihre Mission: Die Hydranten winterfest machen.

veröffentlicht am 21.11.2018 um 10:40 Uhr
aktualisiert am 21.11.2018 um 19:00 Uhr

Sorgen dafür, dass die Hydranten nicht einfrieren: Linda und Hanna Niemeier von der Feuerwehr Bernsen machen die Wasser-Entnahmestelle winterfest. Foto: leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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„Diese Arbeit ist sehr wichtig – sie rettet im Ernstfall Leben“, sagt Möller. Die Freiwilligen fahren dafür mit ihren Löschfahrzeugen die Wasserentnahmestellen ab.

„Jede der zehn Ortswehren macht das in ihrem Bereich“, sagt Möller. Hunderte Hydranten werden kontrolliert. Feuerwehrleute öffnen dafür die Deckel der Hydranten mit einem Spezialwerkzeug. Anschließend wird ein Standrohr auf den Hydranten im Boden geschraubt. Mit einem speziellen Werkzeugschlüssel wird der Schieber des Hydranten geöffnet. Dann schießt das Löschwasser aus dem Standrohr. Ein gutes Zeichen, wissen die Feuerwehrleute. „Fallen uns Schäden auf, leiten wir unsere Beobachtungen an die Gemeinde weiter“, so Möller.

Besonders wichtig bei der Hydranten-Kontrolle im Herbst ist eine unscheinbare blaue Kunststofffolie. Sie wird bei jedem Unterflurhydranten zwischen Deckel und den Rahmen gelegt. Sie verhindert ein Festfrieren der Deckel. „Ohne die Folie würde der Metalldeckel des Hydranten am Rahmen, der in der Straße liegt, festfrieren und wir könnten den Hydranten nicht öffnen“, verdeutlicht Möller das Problem. Die Plastikfolie sei effektiv und die günstigste Variante.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, das Einfrieren zu verhindern. „Man kann einen ovalen Kunststoffring in den Spalt zwischen Deckel und Rahmen legen“, erzählt Werner Volker, Geschäftsführer des zuständigen Wasserverbands Nordschaumburg. Diese Dichtungen seien extra dafür konzipiert worden, um die Hydranten vor Frost zu schützen. „Anders als bei Folie müssen sie nicht jedes Jahr neu eingelegt werden, sind deutlich haltbarer“, sagt Volker. Und noch einen Vorteil hätten die Dichtringe: „Man sieht sie nicht. Es ist nicht gerade schön, wenn Folie aus dem Hydranten heraushängt“, meint der Geschäftsführer des Wasserverbandes. Laut Möller werden die Ringe aus Hartkunststoff vereinzelt auch von Auetaler Wehren eingesetzt. Die Ringe hätten aber einen entscheidenden Nachteil. „Es ist bereits vorgekommen, dass sich der Deckel verkantet, wenn der Dichtring im Spalt liegt“, sagt Möller. Dann lässt sich der Hydrant auf die Schnelle nicht öffnen.

Kälte und Frost machen der Feuerwehr aber nicht nur bei Hydranten zu schaffen. Die eisigen Temperaturen lassen während des Einsatzes oftmals das Löschwasser gefrieren. Aus diesem Grund muss immer Wasser durch die Schläuche fließen – sonst erstarrt das Löschwasser in den Schläuchen. Im Winter verwandelt sich zudem die Einsatzstelle schnell in eine eisige Piste, wenn Wasser auf der Straße gefriert. „In solchen Fällen arbeiten wir gut mit dem Bauhof zusammen. Der Winterdienst bringt rasch Tausalz und beseitigt die Rutschgefahr“, sagt der Gemeindebrandmeister.




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