weather-image
21°

Manfred Spenner unterstützt Historiker Oliver Glißmann bei der umfangreichen Recherche

Kathrinhagen-Buch wird spannend

Das wird spannend, das Buch über das 775 Jahre alte Dorf Kathrinhagen. Verschiedene Themen werden von Historiker Oliver Glißmann beleuchtet. Noch vor dem großen Fest im September soll das Buch erscheinen und für fünf Euro verkauft werden.

veröffentlicht am 18.04.2019 um 13:22 Uhr
aktualisiert am 18.04.2019 um 18:10 Uhr

270_0900_131775_a_kathrinhagenbuch_0904.jpg
Kerstin Lange

Autor

Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

KATHRINHAGEN. Kathrinhagen wurde 1244 erstmalig auf einer Urkunde genannt. Damit ist das Auetaler Dorf jetzt 775 Jahre alt und das älteste Hagenhufendorf der Region. Kathrinhagen hat die größten Hufen und die Pfarrei hatte von Beginn an ein eigenes Grundstück. Das sind nur drei herausragende Alleinstellungsmerkmale von Kathrinhagen. Viel mehr Spannendes und Interessantes aus der Dorfgeschichte erarbeitet der Historiker Oliver Glißmann derzeit und bekommt dabei die Unterstützung von Ortsvorsteher Manfred Spenner.

Noch vor der großen Jubiläumsfeier im September, die an das Auetaler Erntefest gekoppelt wird, soll das Buch herausgebracht werden.

„Bis August soll das Buch fertig sein“, sagte Spenner im Gespräch mit dieser Zeitung. „Das Buch wird etwa 80 Seiten umfassen und die Geschichte Kathrinhagens thematisch aufarbeiten, es wird also keine klassische Chronik.“ Finanzielle Unterstützung bekommt Kathrinhagen von der Schaumburger Landschaft und bei der Recherche konnte Glißmann auf das Kirchenarchiv zurückgreifen und auf verschiedene Schriften, die Kathrinhäger erstellt haben. So gibt es einige 100 handschriftlich geschriebene Seiten von Fritz Wehling, Pastor Tadge hat vor Jahren eine kleine Dorfchronik zusammen getragen und Fritz Thies eine Schulchronik im DIN-A5-Format. Auch ein Flurkataster, erstellt von Fritz Schmidt, gibt es bereits in Kathrinhagen und jetzt soll es das Buch geben.

„Bei meinen Recherchen bin ich auf viele interessante Themen gestoßen, darunter auch einige, die nicht nur für Kathrinhäger, sondern für alle Auetaler und Menschen im Kreis Schaumburg interessant sind“, verspricht Glißmann.

Dazu gehört die Geschichte von Karl Oetker, die mit jeder Nachforschung spannender wurde, oder die des ältesten Hofes im Dorf, dem „Bult-Hof“, der aus dem 10. oder 11. Jahrhundert stammt und damit älter als Kathrinhagen ist. Der Name „Bult-Hof“ kommt von den Betreibern Bültemeyer, später Bredemeier.

Auch der Erste und Zweite Weltkrieg sind an Kathrinhagen nicht spurlos vorbei gegangen. „Ich habe die Auswirkungen des Krieges auf Kathrinhagen unter die Lupe genommen und dabei, unter anderem, festgestellt, dass hier kein großer Patriotismus geherrscht hat. Die Menschen hatten eher Angst und befürchteten, dass ihre Söhne in den Krieg ziehen müssten“, erzählte Glißmann.

Ein weiteres Thema des Buches sind die Steinbrüche als Arbeitgeber. „Die Fundamente vieler Häuser in Kathrinhagen bestehen aus Sandstein“, stellte Glißmann fest. Schockiert sei er von der hohen Sterblichkeit der Steinbrucharbeiter. „Die haben den Steinstaub eingeatmet und sind davon krank geworden“, so der Historiker. Mit Branntwein hätten die Arbeiter, die in nassen Höhlen malocht haben, versucht, die Lungenkrankheiten zu bekämpfen. „Dadurch wurden viele von ihnen Alkoholiker“, erzählt Glißmann.

Das Kathrinhagen-Buch soll mit vielen historischen Fotos bestückt werden, um die Geschichte anschaulich zu machen und das Buch ansprechend.

Bis Ende April möchte Glißmann alle Rohtexte fertig haben. Dann werden die Zeilen Korrektur gelesen, das Buch layoutet und wenn alle Beteiligten grünes Licht geben, geht es zum Beginn des Sommers in Druck.

Anfang August soll es erscheinen. Spenner und weitere Mitglieder des Fördervereins Dorfgemeinschaft Kathrinhagen, wollen es persönlich im Dorf anbieten.

„Wir werden von Haus zu Haus gehen, das Buch, das fünf Euro kosten wird, anbieten und gleichzeitig Werbung für das Kathrinhäger Jubiläums- und das Auetaler Erntefest machen“, erklärte Spenner. Der Ortsvorsteher freut sich bereits sehr darauf, das Buch in seinen Händen zu halten, denn auch er investiert jede Menge Freizeit – in das Buch und in die Planung der 775-Jahr-Feier seines Heimatdorfes.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare