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Wird Bahntrasse das Auetal zerschneiden? / Gerüchte sorgen für Unruhe / Bürgermeister fühlt sich uninformiert

„Massiver Eingriff in die Topografie“

AUETAL. Wird eine Hochgeschwindigkeitstrasse der Bahn womöglich das Auetal zerschneiden? Diese Frage stellen sich derzeit viele Menschen in der Gemeinde. Einige sind besorgt.

veröffentlicht am 15.02.2019 um 18:08 Uhr

Die A 2 im Auetal: Ist geplant, dass parallel zu dieser Autobahn eine Hochgeschwindigkeitstrasse der Bahn gebaut wird? Diese Frage stellen sich derzeit viele Menschen in der Gemeinde. Fotos: leo
Leonhard Behmann

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Bürgermeister Heinz Kraschewski zuckt mit den Schultern – er weiß auf diese Frage keine Antwort. Der ein oder andere besorgte Anwohner habe ihn schon gefragt, ob die Bahntrasse tatsächlich neben der Autobahn 2 verläuft. „Ich selbst weiß es nicht, ich habe keine Informationen. Niemand vom Ministerium hat uns in solche Planungen einbezogen oder gar mit uns darüber gesprochen“, sagt Kraschewski. Dass möglicherweise die Hochgeschwindigkeitstrasse der Bahn nicht wie bisher gedacht von Minden an Bückeburg vorbei nach Stadthagen führt, sondern über Rinteln und damit womöglich entlang der A 2 verlaufen soll, hat Kraschewski überrascht. „Ich habe das aus der Zeitung erfahren und war davon im ersten Moment überrumpelt“, erzählt der Bürgermeister im Gespräch mit dieser Zeitung. Von einer Trasse durch das Auetal hält er nichts. „Die Menschen entlang der A 2 sind sowieso schon durch den Lärm, der durch die Autobahn entsteht, belastet. Dazu auch noch eine Bahntrasse – das wäre eine massive Belastung“, meint Kraschewski. Für die Gemeinde würde die Bahntrasse zudem keinen Vorteil bringen – davon ist der Bürgermeister fest überzeugt. „Schließlich halten die Züge ja nicht im Auetal.“

Wie und ob überhaupt eine Trasse neben der A 2 realisierbar ist, weiß der Bürgermeister nicht. „Ich will mir das aber auch gar nicht vorstellen“, sagt Kraschewski. Möglicherweise könnten sogar Orte durchschnitten werden, meint der Bürgermeister. „Das wäre schon ein massiver Eingriff in die Topografie.“ Kürzlich habe er eine aufgebrachte Frau am Telefon gehabt. „Sie hat mich gefragt, ob die Trasse womöglich bei ihr zu Hause vorbeiläuft und gemeint, sie sei extra der Ruhe wegen aufs Land gezogen – und nun das“, sagt Kraschewski.

Auch wenn der Bürgermeister gegen eine Bahntrasse durch das Auetal ist, hat er sich nicht an der Nenndorfer Erklärung beteiligt, die kürzlich die Bürgermeister der Städte Porta Westfalica, Seelze, Barsinghausen und Bückeburg sowie der Samtgemeinden Nienstädt, Lindhorst und Nenndorf unterzeichnet haben. Die Bürgermeister fordern einen Grobkorridor über Kassel, der den Kreis Schaumburg verschonen würde und – wenn überhaupt – einen trassennahen Ausbau der Strecke Minden-Hannover. „Ich habe mich nicht daran beteiligt, weil die Nenndorfer Erklärung sich nur auf die Trasse von Minden an Bückeburg vorbei nach Stadthagen bezieht. Diese würde das Auetal nicht betreffen“, sagt Kraschewski.

Kraschewski will jetzt erst einmal abwarten. Bisher sei weder etwas Konkretes zum Trassenverlauf gesagt worden, noch habe er etwas Schriftliches erhalten. Der Bürgermeister wünscht sich für die Zukunft aber, mehr Informationen vom Ministerium zu bekommen. „Mich erinnert die ganze Sache an den Verlauf von Südlink. Da wurde auch viel diskutiert und später wieder viel verworfen“, sagt der Bürgermeister.




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