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Sportentwicklungskonzept: Mehr Hallenzeiten und Konzentration der Sportplätze

Neue Sporthalle im Auetal?

Der erste Schritt in Richtung Sportentwicklungskonzept ist getan. Die Vertreter der Sportvereine und der Politik haben eine erste Bestandsaufnahme gemacht. Mehr Hallenzeiten und eine Konzentration der Sportplätze scheinen die wichtigsten Punkte zu sein.

veröffentlicht am 08.03.2019 um 14:02 Uhr
aktualisiert am 08.03.2019 um 18:00 Uhr

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Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN. Die Konzentration von Sportstätten und vor allem mehr Hallenzeiten, das sind die Hauptwünsche der Auetaler Sportvereine. Gemeinsam sind die Gemeinde und Vertreter der Sportvereine jetzt dabei, ein Sportentwicklungskonzept zu erstellen. Beim ersten Treffen am Donnerstagabend im Spiegelsaal wurden zunächst die Wünsche gesammelt.

„Ich möchte Sie ermuntern, alles auf den Tisch zu bringen, was Sie bewegt“, sagte Bürgermeister Heinz Kraschewski. Ziel des ersten Treffens sei es nicht, der Politik ein fertiges Konzept übergeben zu können. „Aber wir möchten feststellen, was sich die Vereine wünschen – egal, ob große Investitionen oder kleine Wünsche“, so Kraschewski. Allerdings sollten die Bemühungen der Vertreter der Sportvereine und der Verwaltung in den nächsten Monaten schon in einem für den Rat beschlussfähigen Konzept münden.

Schnell stellte sich heraus, dass die Schützenvereine andere Wünsche und Ziele haben als die Sportvereine. Daher beschloss man, das nächste Treffen ohne die Schützen durchzuführen. „Das heißt aber nicht, dass uns die Schützenvereine nicht wichtig sind. Es gibt eben nur ganz andere Wünsche und Ziele, und die sollten wir gesondert betrachten“, so der Bürgermeister.

Jan-Hendrik Reese von der DLRG Rolfshagen stellte fest, dass für die Rettungsschwimmer vor allem der Erhalt des Freibades wichtig sei, und da dies nicht infrage gestellt wird, bekamen der SC Auetal, die TuSG Rolfshagen und der TTC Borstel die volle Aufmerksamkeit. Der SV Hattendorf war bei dem Treffen nicht vertreten.

Für wichtig erachtete Reese das Sportentwicklungskonzept aber trotzdem. „Wir würden uns freuen, wenn wir Synergieeffekte mehr und besser nutzen könnten – zum Beispiel in Sachen Jugendarbeit. Das zaubert allerdings keine neuen Duschen oder eine neue Sporthalle“, so der DLRG-Vorsitzende.

Dieter Grupe (SC Auetal) stellte fest, dass die Vereine dringend eine für alle Sportgruppen geeignete Sporthalle benötigen, die auch in der Winterzeit, wenn die Fußballer in die Halle kämen, ausreichend Kapazitäten bietet.

Hans-Heinrich Hahne (SC Auetal) brachte die Sportstättenerhebung des Landkreises von 2013 ins Gespräch. „Schon damals wurde festgestellt, dass vor allem im Auetal Sporthallenzeiten fehlen. Das Auetal ist bei der Erhebung besonders negativ auffällig gewesen“, so Hahne.

Michaela Aldag (TuSG Rolfshagen) stellte fest, dass der Verein vor allem im Fitnessbereich aktiv ist. „Grundsätzlich sind wir mit unserer Sporthalle in Rolfshagen zufrieden, auch wenn die Toiletten und Duschen unbedingt saniert werden sollten. Aber uns fehlt ein Raum für unsere Fitnessgruppen.“ Vor allem, seit der Gymnastikraum im Familienzentrum nicht mehr zur Verfügung stehe. „Seit man uns den Raum weggenommen hat, müssen wir mit zwei Kursen gleichzeitig in die Halle gehen“, so Aldag.

Über die Duschen und Toiletten in der Sporthalle Rolfshagen beschwerte sich auch Carmen Uecker (TTC Borstel). „Wenn wir zu Punktspielen oder Turnieren Gäste haben, dann sprechen die uns schon auf unsere Sanitäranlagen an. Das ist peinlich und beschämend“, so Uecker.

Mit der Sporthalle käme man gut zurecht, lediglich die Heizung mit Lüftung mache den Tischtennisspielern zu schaffen. „Und manchmal, wenn viele Punktspiele ausgetragen werden, ist zwar kein Training mehr möglich, aber das ist eben so“, sagte Uecker.

Ihre Wünsche an das Sportentwicklungskonzept formulierten die Sportler in Stichpunkten für die Pinnwand, und auch die Prioritäten fragte die Gemeinde so ab.

Hahne ging noch einmal auf die Sportplätze ein. „Wir haben weniger Mannschaften als noch vor ein paar Jahren, vor allem im Jugendbereich. Aber wir unterhalten drei Sportplätze“, so Hahne. Der Rasenmäher sei in den Sommermonaten mehr auf der Straße zwischen den Sportplätzen unterwegs als auf dem Rasen.

Außerdem sei es zunehmend schwierig, Ehrenamtliche für die Sportplatzpflege zu finden. „Deshalb wünschen wir uns eine Konzentrierung der Sportstätten, und Pläne dafür liegen schon seit Jahren im Schrank. “, so Hahne.

Auch die Politiker kamen zu Wort. „Wir müssen die Förderungen und Gelder, genau wie bei den Feuerwehren, mit Weitblick planen“, sagte Bela Lange (Bündnis 90/Die Grünen). Es gebe Sportstättenfördermittel, und diese müssten gezielt und sinnvoll eingesetzt werden.

„Wir müssen bedarfsgerecht für die Zukunft planen“, sagte Rüdiger Teich (SPD). „Zunächst müssen wir schauen, was notwendig ist, und dann, was machbar ist.“

„‚Paragraf eins, jeder schreit meins’ oder Kirchturmdenken darf es bei unseren Planungen nicht geben“, stellte der Bürgermeister fest. Man müsse Sporträume schaffen, nicht einen Palast für einen Verein, sondern Möglichkeiten für alle. „Wir wollen keine Fusionen erzwingen. Wir wollen Räume schaffen, um den Auetaler Sportvereinen eine Zukunft zu bieten“, sagte Kraschewski.

Das Hauptaugenmerk des Sportentwicklungskonzepts solle auf den Hallenkapazitäten und der Konzentration der Sportplätze liegen. Wie das genau aussehen könnte, soll in den nächsten Monaten erarbeitet werden. In Sachen Sporthallen wäre ein Anbau an die Rehrener Halle denkbar, um aus der kleinen Schulsporthalle eine dreiteilige, moderne Sporthalle zu machen. Aber auch über einen Neubau wird sicher diskutiert werden. Was die Sportplätze betrifft, so wünscht sich der SC Auetal einen Kunstrasenplatz. An welchem Ort, ist noch offen, im Gespräch ist in der Vergangenheit aber immer wieder Kathrinhagen gewesen.

Das nächste Treffen der Sportvereine ist für Mittwoch, 8. Mai, ab 19 Uhr geplant.

Die Schützenvereine werden gesondert eingeladen. Vertreten waren am Donnerstag die Schützen aus Kathrinhagen und Rolfshagen. Ihre Wünsche brachten sie zum Ausdruck: Sie wollen moderne, digitale Schießstände, um mehr Jugendliche für den Schießsport zu interessieren und so die Schützenvereine zu erhalten.




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