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Dorfgemeinschaft saniert altes Storchennest und hofft auf gefiederte Mieter

Neues Zuhause für Störche

Ein Zuhause mit Ausblick über Kathrinhagen und das ganz Auetal hat die Dorfgemeinschaft einem Storchenpaar zu bieten. Hoffentlich ziehen bald Mieter ein.

veröffentlicht am 28.02.2019 um 14:09 Uhr
aktualisiert am 28.02.2019 um 16:50 Uhr

Auf dem Mast am Rand des Biotops, hoch über Kathrinhagen, thront das „neue“ Storchennest. Fotos: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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KATHRINHAGEN. Einige Auetaler haben sich am Mittwochmorgen über die ungewöhnliche Fracht auf einem Lastwagen des Bauhofes der Gemeinde Auetal gewundert. Die Mitarbeiter transportierten ein großes Storchennest.

Das von Grund auf erneuerte Zuhause für die schwarz-weiß gefiederten Vögel wurde in Kathrinhagen am Pfarrhof auf dem vorhandenen Mast befestigt. Nun hofft man, dass sich ein Storchenpaar dort niederlässt und eine Familie gründet.

Schon 2007 hat der Förderverein Dorfgemeinschaft Kathrinhagen in dem dort bestehenden Biotop das Storchennest aufgestellt. Allerdings haben sich bislang noch keine Tiere dort heimisch gefühlt.

„Das Nest wurde zwar immer mal wieder von einzelnen Störchen angeflogen, aber die blieben leider nicht“, stellte Manfred Spenner, Ortsvorsteher in Kathrinhagen und Mitglied des Fördervereins Dorfgemeinschaft, fest. Im vergangenen Jahr war ein Storchenpärchen für gut eine Woche auf dem Nest und hatte auch versucht, sich dort häuslich einzurichten.

„Aber irgendwie ist das nicht gelungen. Die Störche haben wohl zu wenig Nestbaumaterial gefunden, und der Untergrund des inzwischen ja über zehn Jahre alten Nestes war nicht mehr gut genug“, so Spenner.

Daher habe die Dorfgemeinschaft beschlossen, etwas Geld in die Hand zu nehmen und das Nest aufzupeppen. Spenner informierte sich beim Nabu über die Nisthilfen für Störche und organisierte sich eine Bauanleitung aus dem Internet. Im Dezember wurde das Nest von Bauhofmitarbeitern abgebaut und in Rehren gelagert. In den vergangenen zwei Wochen hat Spenner nun die „Storchenhaus-Sanierung“ durchgeführt. „Aus alten Eichenbohlen habe ich Kanthölzer, Leisten und Platten ausgeschnitten und damit das Nest gestaltet. Draht wurde eingebracht, damit Wasser aus dem Nest sickern kann. Verfüllt wurde das Nest mit Holzwolle, Holzschredder und zwei Jahre altem Heu. „Das war nicht einfach zu finden, aber auch das ist gelungen“, stellte Spenner fest. Auch Reisig fand seinen Platz in dem Nest.

Mit Unterstützung von Bauhofmitarbeitern sowie eines Krans und eines Hubsteigers, den die Gemeinde Auetal ohnehin für Reparaturarbeiten an der Straßenbeleuchtung benötigten, wurde das Storchennest am Mittwochmorgen in Position gebracht und ordentlich befestigt. Dann legte Spenner letzte Hand an. Er bestrich den Nestrand mit etwas weißer Deckenfarbe. „Dadurch sieht das Nest benutzt aus – und laut Nabu lockt das Störche an“, erklärte der Ortsvorsteher.

Rund 500 Euro hat die Dorfgemeinschaft in das neue Nest investiert. Jetzt heißt es: Abwarten und Daumen drücken. In Hessisch Oldendorf hat der Storch sein Nest bereits wieder in Beschlag genommen und weitere Weißstörche sind in der Umgebung gesehen worden.




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