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Deutscher Kita-Preis für „Qualität im Dialog“? / Experten-Team macht sich vor Ort ein Bild

Spannung bis zum 13. Mai

Geht der Deutsche Kita-Preis ans Bündnis „QiD“? Das Experten-Team hat sich vor Ort ein Bild gemacht und wird die Bewertung nun an die Jury weiterleiten. Man darf gespannt die Daumen drücken.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 17:59 Uhr

„QiD“-Koordinator Ingmar Everding (vorne), FamZ-Leiterin Beate Schürmann und die Kinder freuen sich über den Besuch der Bürgermeister Thomas Priemer (hinten, von links), Harald Krüger und Heinz Kraschewski (rechts) sowie des Kita-Preis-Experten-Teams
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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ROLFSHAGEN. „Was ist denn hier heute los? So viele Autos – und sogar der NDR und Antenne sind da. Was hat das zu bedeuten?“, fragt eine Rolfshägerin, als sie im Dorfladen einkauft. Der „hohe Besuch“ war am Montagmorgen im Familienzentrum, wo das Bündnis „Qualität im Dialog“ (QiD) seinen Sitz hat. Von dort aus steuert der Koordinator Ingmar Everding das Bündnis, dem die Kindertagesstätten der Stadt Hessisch Oldendorf, der Stadt Rinteln und der Gemeinde Auetal angehören. Dieses Bündnis hat sich für den Deutschen Kita-Preis beworben und sich von 1600 Bewerbungen unter die besten zehn vorgekämpft (wir berichteten).

„Schon das ist für uns ein Gewinn und eine tolle Bestätigung unserer Arbeit“, freute sich Everding. Er hoffe aber, dass man sich am Ende unter den besten fünf wiederfinde und am 13. Mai in Berlin einen der Preise bekomme. Als eine von insgesamt zehn Initiativen kann „Qualität im Dialog“ nämlich auf 10 000 Euro hoffen, wenn es das Bündnis unter die ersten Fünf schafft, und sogar auf 25 000 Euro, wenn der erste Preis erzielt wird.

Eine Vorentscheidung wird das Experten-Team – bestehend aus Anna von Köln und Stefan Clotz – treffen, das am Montag einen ganzen Tag in Rolfshagen verbrachte und das Bündnis unter die Lupe nahm. Die beiden sprachen mit Vertretern der Träger, den drei Bürgermeistern, dem Koordinator, der Leiterin des Familienzentrums (FamZ), Beate Schürmann, der Elternvertreterin der Lenkungsgruppe, Yvonne Zeisig, sowie mit zahlreichen pädagogischen Fachkräften. Auch die Kinder kamen zu Wort, sogar vor eingeschaltetem Mikrofon.

In einem Workshop erlebten sie das Bündnis schließlich hautnah und müssen nun ihre Eindrücke in Wort, Schrift und Film an die Jury weiterleiten.

„Das Besondere unseres Bündnisses ist, dass die Qualitätsoffensive über drei Landkreise geht und wir die Möglichkeit schaffen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, um so als Wohnorte für junge Familien zu brillieren“, sagte Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer.

„Dabei ,spielen‘ wir alle auf Augenhöhe – die Bürgermeister, Verwaltungen, Kitas und Eltern. Das ist die Basis für unseren Erfolg“, ergänzte der Auetaler Bürgermeister Heinz Kraschewski.

„Eine soziale Stadt funktioniert nur gemeinsam. Und da wir in Hessisch Oldendorf alle Kitas unter der Regie der Stadt haben und seit zehn Jahren mit Rinteln und Auetal gut kooperieren, lag auch in diesem Bereich nichts näher als eine Zusammenarbeit für eine noch bessere Qualität unserer Kitas“, sagte der Hessisch Oldendorfer Verwaltungschef Harald Krüger.

Everding und Schürmann stellten noch einmal die Vorteile des Bündnisses heraus, in dem die Mitarbeiter der Einrichtungen und die Eltern mitgenommen werden und auch die Kinder zu Wort kommen. „Wir haben nicht gedacht, dass wir so gut sind – und so genau auf dem richtigen Weg. Aber so wurde uns das von Eltern mitgeteilt – und das macht stolz und motiviert“, so Everding. Die Selbsteinschätzung der Erzieher sei meist schlechter als die Resonanz der Eltern. Das hätten die Fragebogen gezeigt, deren Fragen von den Eltern mitgestaltet worden seien und deren Auswertung überaus positiv gewesen sei.

„Jetzt werden wir die Kinder befragen und haben damit auch schon begonnen, denn schließlich sind sie die Hauptpersonen“, sagte Everding. Eine Kinderbefragung würde allerdings von fast keinem gemacht. „Dabei ist das einfach, denn Kinder haben sofort zu allem eine Meinung – und es werden viele Facetten geöffnet“, so der QiD-Koordinator.

Am 13. Mai reisen die Beteiligten des Bündnisses zur Preisverleihung nach Berlin. Selbstverständlich hofft man auf einen der fünf vorderen Plätze oder sogar den Sieg, aber schon die erreichte Platzierung ist ein großer Erfolg. „Und QiD geht weiter, auch nach Berlin“, kündigte Priemer an.




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