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Rotmilan und Entwässerung sind geregelt / Anwohner will „seine“ Sackgasse behalten

Teichbreite kann bebaut werden

Auch wenn sich ein Anwohner noch gegen die Aufhebung der Sackgasse Königsbergerstraße auflehnen möchte, das Baugebiet Teichbreite kommt. 2019 sollen dort die ersten Einfamilienhäuser entstehen.

veröffentlicht am 09.11.2018 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 16:20 Uhr

Hier endet die Königsbergerstraße und der Anwohner Uwe Gerber möchte auch, dass das so bleibt. Auch wenn dort das Baugebiet Teichbreite erschlossen wird. Fotos: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN. Die Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses sind sich einig, so schnell wie möglich sollen die 30 Baugrundstücke im neuen, 26 000 Quadratmeter großen Baugebiet „Teichbreite“ in Rehren vermarktet und damit Familien die Möglichkeit zum Hausbau geboten werden. Einstimmig waren sie dafür, den Bebauungsplan jetzt öffentlich auszulegen.

„Wir sind seit zehn Jahren dabei und wir können froh sein, mit der Volksbank in Schaumburg einen Investor gefunden zu haben, der das Risiko für die Erschließung des Baugebietes mit der Gemeinde übernimmt“, stellte Manfred Spenner (SPD) vor der Abstimmung in der jüngsten Bauausschusssitzung fest.

Zuvor hatte der Planer Matthias Reinold noch einmal die Änderungen im Bebauungsplan vorgestellt. Ein Rotmilan-Pärchen, dass in dem Bereich niedergelassen und in diesem Jahr dort gebrütet hat, hatte die Beschlüsse für das Baugebiet verzögert (wir berichteten).

Matthias Reinold
  • Matthias Reinold
Die Teichbreite und Königsbergerstraße enden als Sackgasse.
  • Die Teichbreite und Königsbergerstraße enden als Sackgasse.

„Hier haben wir jetzt Lösungen gefunden“, so Reinold. Ausgleichsflächen und der Kompromiss, dass, sollte der Rotmilan im nächsten Jahr wieder dort brüten, einzelne Bauvorhaben zeitlich verschoben werden. „So lange dauert die Brutzeit nicht. Das kann man machen“, meinte Reinold. Der Planer erläuterte noch einmal, wie mit dem anfallenden Oberflächenwasser umgegangen werden soll. Gleich zwei Regenrückhaltebecken sind geplant, wobei eins ohnehin für den Bereich des Baugebietes „Dr. Oetker-Straße“ und „Ortheide“ vorgesehen war. Außerdem wird es Entwässerungsmulden geben, durch die das Regenwasser in die Becken geleitet wird. „Durch diese Maßnahmen ist nicht mehr mit Überschwemmungen zu rechnen, auch nicht bei Starkregen“, so der Planer. Der Lärmschutz sei berücksichtigt worden und die Bebauung auf Einfamilienhäuser mit einer Höhe von 9, 50 Metern festgelegt.

Alles schien harmonisch und auch die acht Anwohner, die den Sitzungsverlauf aufmerksam verfolgten, schienen mit den Planungen zufrieden. Doch nach der Abstimmung, beim Tagesordnungspunkt „Einwohnerfragestunde“, meldete sich Uwe Gerber zu Wort. „Ich wohne seit 35 Jahren in der Königsbergerstraße – am Ende der Sackgasse und ich möchte, dass die Straße eine Sackgasse bleibt“, so Gerber.

Geplant ist, dass der Verkehr im neuen Wohngebiet im Kreis verläuft und durch die Königsbergerstraße und die Dr. Oetker-Straße abgeleitet wird. „30 Häuser, das bedeutet 60 Autos und zehn Motorräder und durch die Dr. Oetker-Straße wird kaum jemand fahren, denn die ist zu klein und schmal“, gab Gerber zu bedenken.

„Der Verkehr wird sich teilen, aber nur, wenn wir keine Sackgasse haben“, stellte Bürgermeister Heinz Kraschewski fest und fügte ironisch an, „Wenn wir dort zwei Sackgassen einrichten, dann kommt nur noch der Rotmilan auf das Grundstück.“

Gerber will sich damit nicht zufrieden geben. „Ich habe nichts gegen das Baugebiet, aber ich werden alles daran setzen, dass die Königsbergerstraße eine Sackgasse bleibt und ich dort die Ruhe genießen kann.“ Bleibt abzuwarten, ob der Anwohner den Start der Vermarktung der Grundstücke durch die Volksbank verzögern kann. „Wir haben alles bei den Planungen berücksichtigt. Ich bin sicher, dass 2019 wie geplant mit dem Bau der ersten Häuser begonnen wird“, sagte Reinold dazu.




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