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Lauter Knall

UPDATE: Gesprengter Geldautomat in Rehren: Täter weiter flüchtig

REHREN. In der Nacht zum heutigen Donnerstag haben unbekannte Täter gegen 4.18 Uhr den Geldautomaten in der Filiale der Volksbank am Marktplatz gesprengt. Bargeld wurde nach derzeitigem Stand nicht erbeutet. Am Abend bezog auch Joachim Schorling, Vorstand der Volksbank in Schauburg, Stellung - und kündigte eine tiefgehende Analyse an. Der Überblick:

veröffentlicht am 12.08.2021 um 09:14 Uhr
aktualisiert am 12.08.2021 um 18:17 Uhr

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REHREN. Ein lauter Knall hat am frühen Donnerstagmorgen um 4.18 Uhr Anwohner des Marktplatzes aus dem Schlaf gerissen. Unbekannte hatten versucht, einen Geldautomaten in der Rehrener Volksbank-Filiale aufzusprengen. Die alarmierte Polizei rückte sofort aus.

Nach Einschätzung von Julia Haase, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Schaumburg/Nienburg, konnten die Täter kein Bargeld erbeuten. Der Geldautomat wurde allerdings „stark beschädigt“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Zu Redaktionsschluss waren die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, zumal das Obergeschoss bewohnt ist. Vor Ort sicherten dann Beamte des Kriminalermittlungsdienstes Spuren. Sogenannte Delaborierer des Landeskriminalamtes Hannover prüften, ob Sprengstoff im Gebäude zurückgelassen wurde – dies war nicht der Fall.

Laut Polizeiangaben wurden mehrere Täter dabei beobachtet, wie sie sich nach der Tat in einem dunklen Kombi fluchtartig vom Bankgebäude entfernten. Die Polizei leitete sofort umfassende Fahndungsmaßnahmen mit allen zur Verfügung stehenden Funkstreifenwagen ein. Aktuell sind die Täter nach wie vor flüchtig.

Bilder vom Tatort zeigen den verwüsteten Innenraum der Bankfiliale. Ein Informationskasten hängt nur noch schief an der Wand, größere Holzplatten der Wandverkleidung liegen auf dem Boden verteilt und in einem Teil der Decke klafft ein Loch. Wie Polizeisprecherin Andrea Kempin mitteilt, sei die Schadenshöhe noch völlig offen, die Analyse läuft.

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Das gilt auch für einen möglichen Zusammenhang mit anderen ähnlichen Fällen in der Region. Im Mai etwa sprengten Unbekannte einen Bankautomaten in der Sparkasse in Deckbergen, damals wurde der gesamte Raum zerstört. Kurz zuvor, im April, konnte die Polizei zwei Täter festnehmen, die einen Bankautomaten in der Sparkassen an der Detmolder Straße erfolglos gesprengt hatten. Genau wie jetzt in Rehren waren die Kriminellen leer ausgegangen. Kempin dazu: „Bei solchen Delikten läuft die Suche nach möglichen Zusammenhängen mit anderen Taten ganz automatisch.“

Neben der Polizei war auch die Auetaler Feuerwehr bis in die Mittagszeit im Einsatz. Wie zu hören ist, sollten die Kameraden den attackierten Bankautomaten öffnen, dies gelang jedoch nicht. Da die Anwohner vor Ort auch Rauchschwaden bemerkten, wurde die Feuerwehr am frühen Morgen angefordert. Ein Feuer hatte sich jedoch nicht entzündet, trotzdem belüfteten die Kameraden die Filiale. Außerdem sperrte die Feuerwehr zur Tatortsicherung zeitweise die Straße „Zur Obersburg“. Nach etwa drei Stunden gaben die Einsatzkräfte die Straße wieder für den Verkehr frei. Zur Unterstützung waren darüber hinaus der Rettungsdienst und ein Notarzt vor Ort.

Im Gespräch mit dieser Zeitung äußerte sich am Abend auch Joachim Schorling, Vorstand der Volksbank in Schauburg. Er kündigte an, dass die Volksbank einen neuen Automaten beschaffen müsse. Wie lange das dauert, sei aufgrund der Lieferzeiten offen. Schorling ergänzte, dass die Volksbank den Standort Rehren so bald wie möglich wieder öffnen wolle. Dies brauche jedoch seine Zeit: „Die baulichen Aspekte müssen geprüft werden“, sagt Schorling. Bis wieder Geldscheine aus dem neuen Rehrener Automaten kommen, sind die Volksbank-Kunden auf die Filialen in Obernkirchen und Rinteln angewiesen. Ob die Kunden ihr Bargeld kostenfrei bei der Sparkasse abheben können, stehe ebenfalls noch nicht fest – „Wir prüfen alle Optionen“, versichert Schorling.

Für die nächsten Tage kündigte er eine umfassende Analyse an. Künftig wolle die Bank die Sicherheitsmaßnahmen in ihren Filialen noch weiter verschärfen: „Land auf, Land ab werden diese Automaten geknackt. Selbstverständlich wappnen wir uns“, so Schorling. Die Filiale wurde wahrlich in Mitleidenschaft gezogen – immerhin gingen die Täter wohl leer aus.

Die Polizei bittet Zeugen, die die Täter oder das Fluchtfahrzeug gesehen haben, sich unter der Rufnummer (05021) 9 77 80 zu melden.




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