weather-image
21°

Tierisch was los

Vogelbabys schlüpfen auf Schießbahn – Schießbetrieb eingestellt

HATTENDORF. Beim Schützenverein Hattendorf ist derzeit tierisch was los. An der Decke über dem Großkaliber-Pistolenschießstand haben sich Vögel eingenistet. Vereinsvorsitzender Andreas Dlugosch vermutet, dass es sich um Hausrotschwänze handelt. Das Nest an der Decke hatten die Schützen zwar schon vor einigen Tagen bemerkt. Beim Schießabend am Mittwoch entdeckte Dlugosch dann fünf kleine Vogelbabys.

veröffentlicht am 10.05.2019 um 13:13 Uhr

Vereinsvorsitzender Andreas Dlugosch entdeckte die Vogel-Babys über dem Schießstand im Nest. Ein Vereinsmitglied machte ein Foto von den Kleinen. Foto: pr.
Leonhard Behmann

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

HATTENDORF. Beim Schützenverein Hattendorf ist derzeit tierisch was los. An der Decke über dem Großkaliber-Pistolenschießstand haben sich Vögel eingenistet. Der Vereinsvorsitzende Andreas Dlugosch vermutet, dass es sich um Hausrotschwänze handelt. Das Nest an der Decke hatten die Schützen zwar schon vor einigen Tagen bemerkt, beim Schießabend am Mittwoch entdeckte Dlugosch dann fünf kleine Vogelbabys. Mit weit aufgerissenen Schnäbeln riefen sie nach ihrer Mutter. „Wir haben den Schießbetrieb auf dem Pistolenstand jetzt erst einmal eingestellt“, erzählt der Schriftwart. Das Vereinshaus sei rappelvoll gewesen, als man die Entscheidung getroffen habe, nicht weiter zu schießen. „Trotzdem hat sich niemand beschwert – auch nicht diejenigen, die eine weite Anreise hatten“, so Dlugosch.

Die Schützen nehmen es mit Humor. Für sie sei es selbstverständlich, den Schießbetrieb einzustellen und Rücksicht auf die kleinen Hausrotschwänze zu nehmen. „Auch Schützen schützen die Natur – ist doch klar“, sagt Dlugosch. Der zweite Schießstand im Vereinsheim sei nicht von der Sperre betroffen. Dort wird allerdings nur mit Luftpistolen geschossen.

„So etwas gab es seit Gründung des Vereins vor 54 Jahren bei uns auch noch nicht“, so Dlugosch. Es ist aber nicht das erste Mal, dass sich Wildtiere im Schützenhaus wohlfühlen. Vor zwei Jahren habe sich eine Siebenschläfer-Familie im Luftpistolen-Schießstand einquartiert. „Während ich geschossen habe, lief plötzlich ein Siebenschläfer durch den Raum“, erzählt Dlugosch. Auch ein Marder hat sich schon in das Schützenhaus eingeschlichen. Das Raubtier habe seinerzeit bei seinem Einbruch in das Schützenhaus die Alarmanlage ausgelöst. Sowohl die Mitglieder der Siebenschläfer-Familie als auch der Marder seien von alleine wieder abgehauen.

Andreas Dlugosch (rechts) entdeckte die Vogel-Babys. Zusammen mit seinem Sohn Stefan entschied er, den Schießbetrieb einzustellen. Foto: leo

Wie die Wildtiere genau in den Luftpistolen-Schießstand kommen konnten, weiß Dlugosch nicht. „Vermutlich muss es irgendwo ein Loch geben“, mutmaßt er. Bei den Vögeln hingegen sei klar, wie sie zu ihrem Nistplatz gekommen sind. Der Großkaliber-Schießstand, auf dem sich die Vögel eingenistet haben, ist nach vorne hin geöffnet.

Die Vereinsmitglieder wollen so lange nicht mehr schießen, bis der Vogel-Nachwuchs ausgeflogen ist. „Das könnte so ungefähr in drei Wochen der Fall sein“, schätzt der Vorsitzende.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare