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Becken bei Hattendorf nach Arbeitseinsatz von Freiwilligen und Bauhof saniert

Wassertreten an der Aue

HATTENDORF. Es liegt idyllisch im Wald neben Felswänden und an der Bückeburger Aue. Für Karl Hafenrichter ist es eine Herzensangelegenheit – das Wassertretbecken bei Hattendorf. Vor 25 Jahren kam er mit der Idee, ein Wassertretbecken im Auetal zu bauen, aus dem Urlaub zurück. Bei einer Kur hatte er eine solche Anlage lieben und schätzen gelernt. Er regte an, ein solches Becken in Auetal zu bauen. Die Gemeinde folgte seinem Rat. Seitdem kümmert sich der Rentner um das Wassertretbecken. Kürzlich standen größere Renovierungsarbeiten an.

veröffentlicht am 23.05.2019 um 17:26 Uhr
aktualisiert am 23.05.2019 um 19:00 Uhr

Karl Hafenrichter probiert das Becken nach der Renovierung gleich aus. Der Senior kümmert sich um das Wassertretbecken. Foto: leo
Leonhard Behmann

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„Der Boden des Beckens ist bemalt mit Farbe. Auf der glatten Oberfläche wurde es gefährlich rutschig, als sich Algen gebildet hatten“, erzählt Hafenrichter. Zudem habe das Gefälle in dem Wasserbecken nicht gestimmt. Hafenrichter forderte den Bauhof der Gemeinde an. Nachdem das Wasser aus dem Becken abgelassen worden war, rückten die Spezialisten mit einer Schleifmaschine an. Die Farb- und Algenschicht hätte per Hand entfernt werden müssen, erzählt Hafenrichter. Danach gossen die Mitarbeiter des Bauhofes eine Estrichschicht. Gleichzeitig bekam das Becken dadurch ein Gefälle. „In Zukunft wird sich das Bassin einfacher und schneller reinigen lassen“, sagt Hafenrichter. Denn vorher sei das Gefälle entgegengesetzt zum Ablaufrohr verlaufen. Zu zweit habe man dann mit Schiebern das Wasser aus dem Becken drücken müssen. „Nun kann man einfach den Abfluss öffnen - und das Wasser fließt von alleine ab“, freut sich Hafenrichter. Bauhofmitarbeiter strichen das Becken am Rand zum Schluss noch mit frischer Farbe an.

Karl Hafenrichter kümmerte sich danach um den Bereich rund um das Wassertretbecken. Bänke waren von Vandalen zerstört worden. Für die Renovierung holte sich der 80-Jährige Hilfe bei Freunden aus den Hattendorfer Sport- und Schützenvereinen. Die Idealisten, wie Hafenrichter sich und seine ehrenamtliche Helfertruppe nennt, bauten die kaputten Bänke neu. Baumaterial stellte die Gemeinde zur Verfügung.

Auch der Barfußpfad neben dem Wassertretbecken wurde von den Ehrenamtlichen auf Vordermann gebracht. Frischer Sand, Kies und Rindenmulch wurde auf den Pfad gekippt. „Auf dem Barfußpfad lassen sich mit den Fußsohlen verschiedene natürliche Materialien ertasten“, erklärt Hafenrichter. Das würde Körper und Geist guttun, sagt der Hattendorfer.

Zum Schluss der Renovierungsarbeiten ließ Karl Hafenrichter wieder frisches Quellwasser in das Wassertretbecken laufen. Das Wasser aus der Quelle sorgt dafür, dass das Becken auch im Sommer mit kaltem Wasser gefüllt ist. Hafenrichter ließ es sich nicht nehmen, das Becken nach der Renovierung sofort selbst auszuprobieren. Mit hochgekrempelter Hose stolzierte der Rentner im sogenannten Storchengang durch das eisig kalte Wasser. Wichtig sei es bei jedem Schritt, die Füße aus dem Wasser zu heben und die Fußspitze dabei nach unten zu beugen. „Wenn man einen Kältereiz an den Beinen verspürt, geht man aus dem Becken und streift sich die Beine ab“, erklärt Hafenrichter, während er aus dem Becken steigt. Viele würden dann ins warme Auto steigen. „Das ist aber falsch. Man sollte stattdessen um das Becken laufen und sich so aufwärmen“, sagt Hafenrichter. Danach könne man das Wassertreten wiederholen oder sich abtrocknen. Regelmäßig durchgeführt würde die Übung das Immunsystem stärken sowie Kreislauf und Stoffwechsel anregen. „Zudem werden die Durchblutung und die Venen gefördert“, erklärt Hafenrichter. Das kalte Wasserbad sei aber nicht nur für Menschen mit Kreislaufproblemen geeignet. „Wer oft Probleme mit kalten Füßen hat, sollte das Wassertreten ausprobieren. Nach den Übungen hat man den ganzen Tag warme Füße“, verspricht Karl Hafenrichter.




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