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Schülerreporterin berichtet

Zehn Jahre Bücherei in der Grundschule Auetal: „Herzenssache“

REHREN. Seit knapp zehn Jahren, seit dem 3. Juni 2009, besitzt die Grundschule in Rehren eine Schulbücherei. Die Bücherei wird gern besucht und fällt immer wieder durch besondere Aktionen oder kreativ gestaltete Themenecken auf. Möglich machen das Ehrenamtliche. Schülerreporterin Gesa Meyer hat mit ihnen gesprochen:

veröffentlicht am 05.06.2019 um 12:42 Uhr

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Autor:

Gesa Meyer
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REHREN. Seit knapp zehn Jahren, seit dem 3. Juni 2009, besitzt die Grundschule in Rehren eine Schulbücherei. Diese wurde damals von Sabine Tilgner ins Leben gerufen, die dort Lehrerin war und auf Privatinitiative viel zur Errichtung der Bibliothek beitragen hat.

Seit diesen knapp zehn Jahren arbeitet auch Leiterin Karin Kopczinsky ehrenamtlich in der Bücherei. Immer wieder hatte sie dabei Unterstützung von verschiedenen Lehrkräften. Momentan hilft ihr Farina Otto, Klassenlehrerin einer vierten Klasse. Die Bücherei hat jeden Mittwoch von 7.55 bis 8.20 Uhr für die Schüler geöffnet, dies ist der sogenannte „Offene Anfang“, in dem die Kinder ihre Zeit frei nutzen können.

Die Grundschüler erhalten ab der ersten Klasse einen Büchereiausweis, mit dem sie für zwei Wochen ein Buch ihrer Wahl ausleihen können, wobei eine Verlängerung möglich ist. Abgegeben werden kann dieses Stückchen Literatur entweder direkt in der Bücherei, oder man legt es – außerhalb der Öffnungszeiten – in einen Behälter.

Mit schätzungsweise 1500 Büchern ist von Sachbüchern, über Pferde- und Fantasiegeschichten sowie Büchern über Detektive oder Fußball alles dabei. Sehr beliebt seien „Conni-Bücher“, „Die drei Fragezeichen“ sowie „Die fabelhaften Zauberfeen“, erzählt Kopczinsky. Auch wissenschaftliche Bände wie die aus der „Was ist was?“-Reihe, mit inhaltlichen Schwerpunkten auf Tieren oder Technik, seien gefragt.

In der Bibliothek sind die Regale nicht nur nach Themen und Alphabet geordnet, sondern auch nach vier Lesestufen: So dürfen die ersten Horrorgeschichten nur von Viertklässlern gelesen werden. Für Erstklässler, die noch nicht lesen können, gibt es Bilderbücher oder Geschichten zum Vorlesen.

In der Bücherei gelten bestimmte Regeln, um den Schülern beizubringen, sorgsam mit den Büchern und rücksichtsvoll mit den Mitschülern umzugehen. Es wird auf eine angemessene Lautstärke hingewiesen – und auf das Verbot von Essen und Trinken in der Bücherei, um den Bestand der Bücher zu schützen.

Außer einer großen Auswahl an Büchern gibt es diverse Sitzgelegenheiten, außerdem werden regelmäßig Themen-Ecken geschaffen. Diese Woche beschäftigte sich die Ecke etwa mit den Themen Burgen, Ritter und Prinzessinnen, sodass einige passende Bücher dazu aufgestellt wurden. Ansonsten werden die Inhalte an die Jahreszeiten oder anstehende Ereignisse wie Ostern oder Halloween angepasst.

Einige Bücher sind auch bei dem Computer-Lernprogramm „Antolin“ registriert, mit dessen Hilfe die Schüler nach dem Lesen Fragen zum Buch beantworten können.

Was man außerdem findet, sind die Manuskripte, aus denen Schriftsteller bei Autorenlesungen an der Schule vorgelesen haben; bei Interesse können sich die Schüler diese ebenfalls ausleihen. Die Lesungen sind an die Klassenstufen angepasst. Zum Beispiel besuchte Ingo Siegner, der kreative Kopf hinter der Buchreihe „Der kleine Drache Kokosnuss“, die Grundschule in Rehren.

„Viele Bücher sind jedoch schon veraltet“, so Kopczinsky. Die Nachfrage nach aktuellen Ausgaben sei zwar groß, doch die Bücherei lebe von Spenden, wodurch das Budget für neue Bücher eher gering sei. Der Elternverein sei deshalb eine große Hilfe, weil dieser regelmäßig Spendenaktionen organisiere. Dabei handele es sich meistens um Sachleistungen wie beispielsweise Bücher. Eine Freundin von Kopczinsky betreibt selbstständig einen Verlag und sorgt ebenfalls für Nachschub. „Zusätzlich sind auch ehemalige Schüler bereit, einige ihrer Kinderbücher zu spenden“, so Kopczinsky. „Schade, dass die Kinder nicht all das lesen können, was ihrem Interesse entspricht.“ Bücherspenden seien daher jederzeit willkommen.

Trotzdem biete die Schulbücherei eine gute Alternative, um die Lesefähigkeit zu fördern. „Wir sind froh, dass die Bücherei einen guten Anklang bei den Schülern findet“, zeigt sich Farina Otto zufrieden. Sie kümmert sich um die Einführung der Erstklässler in die Bücherei, sorgt aber auch für die Einhaltung der Regeln.

„Vielleicht wurde der ein oder andere so auch an das Buch und das Lesen herangeführt“, ergänzt Kopczinsky.

Die Leiterin ist quasi Mädchen für alles. Sie kümmert sich auch um das korrekte Einsortieren der Bücher und das Erstellen der Büchereiausweise. Sie ist auch diejenige, die die Ausweise sowie entliehenen und zurückgegebenen Medien einscannt. Für sie sei die ehrenamtliche Arbeit zu einer „Herzenssache“ geworden. „Ich bin seit der Eröffnung der Bücherei dabei.“ Der Erhalt der Einrichtung sei ihr daher besonders wichtig. Allerdings wäre etwas Unterstützung hilfreich. In all den Jahren habe sich aber noch kein anderer Freiwilliger gefunden, so Kopczinsky.

Um das zehnjährige Bestehen zu feiern, soll es am Montag, 3. Juni, eine besondere Aktion in der Bücherei geben. Genaues stehe noch nicht fest, doch eine Tombola werde es auf jeden Fall geben, verspricht Kopczinsky.




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