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Welpen im Auto transportiert

Zu jung, zu krank: 13 Welpen an Autobahn 2 in Obhut genommen

REHREN. 13 Welpen wuseln im Rehrener Gewerbegebiet an einem Imbiss herum. Einem Gast kommt das komisch vor. So entdeckt die Polizei die kümmerlichen, jungen Hunde. Der Veterinär des Landkreises Schaumburg, Dr. Ulf Güber, untersucht eines der 13 wuscheligen Tiere.

veröffentlicht am 27.02.2019 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 27.02.2019 um 18:40 Uhr

Der Veterinär des Landkreises Schaumburg, Dr. Ulf Güber, untersucht einen der 13 wuscheligen Welpen. Foto: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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REHREN. Winzige Hundewelpen wuseln im Außenbereich vom Imbiss im Gewerbegebiet herum, suchen nach Fressbarem, viele von ihnen haben offenbar großen Durst. Der Wassernapf, der ihnen von einem der drei Männer angeboten wird, die die Tiere im Auto haben, ist schnell leer. Einem aufmerksamen Imbissgast kommt das Ganze seltsam vor. Er informiert die Polizei über seine Beobachtungen.

Die Polizei in Rinteln informiert sofort den Veterinär des Landkreises Schaumburg, Dr. Ulf Güber, der mit einer Kollegin ins Auetal kommt. Gemeinsam mit den beiden Polizeibeamten macht er sich ein Bild vom Zustand der kleinen Hunde. „Die sind alle viel zu jung und sehen kümmerlich aus“, stellt er auf den ersten Blick fest.

Insgesamt 13 Welpen sind es, die er nach und nach untersucht. Zwar gibt es für alle Pässe – sogar einen Pass mehr, als Welpen da sind, legen die angeblichen Eigentümer der Tiere vor – und gechippt sind die Hunde auch, aber ihr Zustand ist bedenklich. „Alle sind kotbeschmiert, zum Teil klebt der Kot im Fell am Hals, und sie haben aufgetriebene Bäuche“, stellt Güber fest.

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Die Tiere – alle keine acht Wochen alt – sind entweder auf der Rückbank oder im Kofferraum eines Autos transportiert worden. Foto: la

Elf Spitzmischlinge, eine Französische Bulldogge und einen Mops, der so klein ist, dass er nicht gechippt wurde, untersucht der Veterinäroberrat. Bis auf ein Tier sind alle männlich. „Das weibliche Tier ist so kümmerlich, dass es zur Zucht nicht zu gebrauchen ist und wurde vermutlich deshalb aussortiert“, so Güber. Alle Welpen waren unter acht Wochen alt und daher nicht gegen Tollwut geimpft. Außerdem waren die Tiere nicht artgerecht transportiert worden. Sie saßen auf der Rückbank und im Kofferraum eines Pkw, ohne Sicherung.

Güber informierte ein Tierheim und forderte einen Transport an. Die drei jungen Männer aus Estland, Somalia und den Niederlanden verstanden überhaupt nicht, warum der Veterinär so handelte. „Das sind unsere Hunde. Wir haben sie gekauft, für unsere Kinder“, sagte der Mann aus Somalia. Das glaubten allerdings weder die Tierärzte noch die Polizeibeamten und ließen sich auf keine weiteren Diskussionen ein.

Die Welpen wurden in ein Tierheim gebracht, dort unter Quarantäne gestellt und behandelt. Frühestens mit zwölf Wochen könnte man die Welpen gegen Tollwut impfen, dann müssten sie noch 21 Tage in Quarantäne bleiben und dann könnten sie, rein theoretisch, weiterreisen.

„Das geht nicht, das sind unsere Tiere. Wir haben die gekauft und wir sind nur auf der Durchreise. Wir und die Welpen verlassen das Land doch wieder“, kämpfte einer der jungen Männer um eine mögliche Weiterfahrt mit den Tieren. Doch daraus wurde nichts. Die Welpen wurden artgerecht in einem Transporter verladen und ins Tierheim gebracht.

Die drei jungen Männer, deren Personalien festgehalten wurden, mussten mit ihrer Weiterfahrt ebenfalls noch einige Stunden warten. Sie hatten nämlich nicht freiwillig im Auetal gestoppt. Sie hatten auf der Autobahn eine Panne, wurden ins Gewerbegebiet abgeschleppt und warteten dort auf einen vierten Mann, der eine neue Lichtmaschine für den Pkw aus Holland holen wollte. Eigentlich sei man mit vier Männern und den Welpen in zwei Autos von Estland in Richtung Niederlande unterwegs gewesen. Ein Glück für die Welpen, dass die Panne passiert ist und dass der Imbissbesucher so aufmerksam war.




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