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Pilgergruppe erkundete auf einer zehntägigen Tour den Sigwardsweg

170 Kilometer

LANDKREIS. Zum „Sommerpilgern auf dem Sigwardsweg“ hatten sie sich zwar angemeldet – doch dass es dabei so heiß werden würde, damit hatten sie wirklich überhaupt nicht gerechnet. Zehn Tage waren acht Frauen und ein Mann im Alter von 43 bis 68 Jahren 170 Kilometer zu Fuß unterwegs.

veröffentlicht am 09.08.2018 um 12:41 Uhr

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Stationen der Tour von Minden bis Minden waren zunächst auf der Nordroute des Sigwardswegs Petershagen, Schlüsselburg, Kloster Loccum und Bergkirchen. Nach der Besichtigung der Sigwardskirche in Idensen am Steinhuder Meer wurde in Hohnhorst, Apelern, Obernkirchen, Bückeburg und Barkhausen übernachtet.

Von einfachen Pilgerherbergen über eine Ferienwohnung auf dem Bauernhof bis zum Landhotel gab es die unterschiedlichsten Unterkünfte. Ein Gepäcktransport-Service wurde als hilfreich empfunden. Alle Teilnehmenden erreichten ihr selbst gestecktes Ziel - ohne Blasenpflaster ging es bei einigen allerdings nicht.

Zum letzten Mal innerhalb ihrer Tätigkeit in der Evangelischen Erwachsenenbildung hatte Irene Esser mit dem Mindener Pilgerbüro zu der Pilgertour eingeladen. Es war das achte Mal, dass sie den ganzen Sigwardsweg gegangen ist. Nun schaut sie auf ihren Ruhestand. „Eine Zehn-Tage-Tour ist immer etwas Besonderes“, sagt sie. „Im gemeinsamen Unterwegs-Sein kommt etwas in Gang. Da ist die große Freude, am Ende des Tages die Etappe geschafft zu haben. Da sind verabredete Schweigezeiten und intensive Gespräche, die sich spontan ergeben, auch unerwartete Begegnungen.“

Im Stift Obernkirchen traf die Gruppe eine Einzelpilgerin, die fast den ganzen Weg allein gegangen war und ein Brüderpaar, das mit einem Zelt seit mehreren Tagen unterwegs war. Ein reger Erfahrungsaustausch entwickelte sich. In der Katharinenkirche in Bergkirchen fand gerade das Konzert eines russischen Kammerchors statt, an dem die Gruppe spontan teilnahm. Die Pilgerstrecken umfassten zwischen 15 und 22 Kilometer am Tag. „Entlang der Weser und rund um Apelern war es in der prallen Sonne am heißesten“, meint Pfarrer i.R. Uwe Marczinzik, der mit kirchenpädagogischen Impulsen das Programm mit gestaltete. „Im Petershäger Wald, auf den Bergkämmen in Rehburg und bei Bückeburg und auch im Wiehengebirge waren wir vor der Sonne geschützt.“ Alle schwärmen am Ende von den intensiven Naturfarben, die entstehen, wenn die Sonne durch den Blätterwald scheint. Erstmals dabei war eine Teilnehmerin, die sich mit Geocashing auskannte, für die Älteren ein noch weitgehend unbekanntes Phänomen.

„Ich selbst laufe immer noch mit der Karte in der Hand“, lacht Irene Esser, „doch die modernen Pilger laden sich den gesamten Sigwardsweg aufs Smartphone und können dann am Ende des Tages genau sagen, wie viele Schritte wir gelaufen sind.“

Kontakt: Wer sich im Sigwardsweg-Verein engagieren oder an einer geführten Tour teilnehmen möchte, kann sich im Pilgerbüro melden unter (0571) 837 44 25, Mail pilgerbuero@sigwardsweg.de. red




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