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Debatte im Sozialausschuss

75 000 Euro fließen in Integrationsprojekte

LANDKREIS. Die Freigabe von 75 000 Euro aus dem „Integrationspolitischen Fördertopf“ des Landkreises hat der Sozialausschuss des Kreistags nahezu einmütig empfohlen. Davon profitieren sieben Integrationsprojekte für Geflüchtete. Es folgte eine kurze Debatte:

veröffentlicht am 05.06.2019 um 12:36 Uhr

Das Geld vom Land reicht nicht für die Sprachkurse vor Ort. dpa

Autor:

Stefan Rothe
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LANDKREIS. Die Freigabe von 75 000 Euro aus dem „Integrationspolitischen Fördertopf“ des Landkreises hat der Sozialausschuss des Kreistags nahezu einmütig empfohlen. Davon profitieren sieben Integrationsprojekte für Geflüchtete.

Eine kurze Debatte gab es dabei lediglich über den „Interkulturellen Frauentreff“ und das neue „MännerKaffee“ des Awo-Kreisverbandes. Hierfür wurden insgesamt 10 000 Euro bewilligt. Wie Stephan Hartmann, Leiter des Fachbereichs Integration bei der Awo, darstellte, handelt es sich dabei um niedrigschwellige Angebote, in einer Gruppe unter sozialpädagogischer Anleitung über frauen-, beziehungsweise männerspezifische Themen zu sprechen. Bei den Männern gehe es beispielsweise darum, „das Familienleben positiv zu unterstützen, kulturelle Unterschiede verständlich zu machen und häuslicher Gewalt präventiv entgegenzuwirken“. Beim Frauentreff gehe es schwerpunktmäßig unter anderem „um die Rechte der Frauen in unserer Gesellschaft“. Am Frauentreff nehmen nach Angaben Hartmanns regelmäßig etwa 40 Frauen teil, das seit einigen Wochen laufende „MännerKaffee“ zählt mittlerweile 15 Teilnehmer.

Christa Hardt (fraktionslos) warf ein, mit der Trennung der Geschlechter in diesen Gruppen würden „orientalische Verhältnisse eingeführt“. Dem hielt Christiane Reckmann (SPD) entgegen: „Das Angebot setzt sinnvollerweise bei dem an, was die Geflüchteten an Vorprägungen mitbringen.“ Bei der Finanzierung dieses Ansatzes handele es sich „um wunderbar investiertes Geld“, so Reckmann.

Letztlich empfahl der Ausschuss die Förderung dieser Awo-Angebote nahezu einmütig, als einziger stimmte Jens Wilharm (AfD) dagegen. Dasselbe Abstimmungsverhalten legten die Abgeordneten bei den anderen sechs Förderanträgen an den Tag. Ausnahme: Einem Kurs für Verkehrserziehung für Geflüchtete der Volkshochschule (VHS, Förderbetrag: 120 Euro) konnte auch Wilharm zustimmen.

24 000 Euro wurden für insgesamt zwölf VHS-Sprachkurse „Deutsch für Flüchtlinge“ genehmigt. Diese werden von der Landesregierung nicht auskömmlich finanziert, daher die Notwendigkeit der Unterstützung durch den Landkreis. Ebenfalls 24 000 Euro fließen in die Finanzierung einer halben Stelle „für gezielte sozialarbeiterische Integrationsarbeit an der VHS“. Hierbei geht es nach Darstellung der Verwaltung darum, „junge Geflüchtete im bundesdeutschen Bildungssystem zu unterstützen und für Beratung zur Verfügung zu stehen“.

In Höhe von 6000 Euro wird ein EDV-Intensivsprachkurs an der VHS bezuschusst. Dadurch sollen „sprachlich bereits gut aufgestellte junge Geflüchtete die Möglichkeit erhalten, weitere Bereiche für sich zu erschließen, Universitäten gehen von dem Vorhandensein stabiler EDV-Kenntnisse aus“.

Die Integrationsleitstelle des Landkreises erhält 5000 Euro für die Aufwandsentschädigungen der ehrenamtlichen Integrationslotsen. Ebenfalls mit 5000 Euro wird die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe unterstützt für verschiedene kleinere Projekte.




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