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Zielfahrplan des Bundesverkehrsministeriums

Über Rinteln: Schnellbahntrasse soll durch Weserbergland führen

LANDKREIS/BERLIN. Die Überraschung ist groß: Der „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ enthält Hinweise auf den möglichen Verlauf einer neuen Schnellbahntrasse. Der sieht völlig anders aus als bisher bekannt. Statt durch den Jakobsberg sowie den Korridor Seelze–Porta Westfalica könnte sie über Rinteln nach Stadthagen führen.

veröffentlicht am 12.10.2018 um 06:00 Uhr

Nimmt das Bundesverkehrsministerium statt des Jakobsbergs jetzt die Autobahn 2 durch das Wesergebirge in den Blickpunkt? Der „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ deutet darauf hin. Foto: JP
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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LANDKREIS/BERLIN. Neben der Ankündigung, die komplette Bahnstrecke zwischen Bielefeld und Seelze zur Schnellbahntrasse mit 300 Stundenkilometern Fahrgeschwindigkeit auszubauen, bietet der vom Bundesverkehrsministerium vorgestellte Gutachterentwurf zum Deutschland-Takt noch eine weitere Überraschung: Denn der mit dem Gutachterentwurf veröffentlichte „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ enthält Hinweise auf den möglichen Verlauf einer solchen neuen Schnellbahntrasse. Und der sieht völlig anders aus als der Entwurf aus dem Bundesverkehrswegeplan von vor zwei Jahren.

Auch wenn die Pressestelle des Bundesverkehrsministeriums nicht müde wird zu betonen, über den tatsächlichen Trassenverlauf werde erst im Planfeststellungsverfahren entschieden, könnte das bedeuten, dass sich die Bahn-Planer des Ministeriums intern bereits von der umstrittenen Tunneltrasse durch den Jakobsberg verabschiedet haben und stattdessen etwas noch viel Größeres planen.

Eine Neubautrasse von Echtorf nach Porta Westfalica mit Tunneln unter Evesen und durch den Jakobsberg, so sah bekanntermaßen im März 2016 der erste Entwurf im Bundesverkehrswegeplan aus, der einige Wochen später durch die allgemeiner gehaltene Formulierung „2 zusätzliche Gleise im Korridor Seelze – Porta Westfalica / Bad Oeynhausen, Vmax 230 km/h, mit Fernverkehrsanbindung Minden u. Engpassbeseitigung in den Knoten Minden u. Wunstorf“ ersetzt wurde. In dem 2017 veröffentlichten „Zielfahrplan zum Bundesverkehrswegeplan“ fand sich diese Neubaustrecke auch deutlich erkennbar eingezeichnet. Sie führte darin als rote Linie von Minden an Bückeburg vorbei nach Stadthagen.

Im neuen „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ zweigen die beiden neuen Gleise für den Fernverkehr bereits in Bielefeld von der bestehenden Strecke ab und führen zwischen Vlotho und Rinteln nach Norden. Repro: JP
  • Im neuen „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ zweigen die beiden neuen Gleise für den Fernverkehr bereits in Bielefeld von der bestehenden Strecke ab und führen zwischen Vlotho und Rinteln nach Norden. Repro: JP

Auf einmal sieht auch der neue „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ gänzlich anders aus als sein Vorgänger von vor einem Jahr: In ihm zweigen die beiden neuen Gleise für den Fernverkehr, im Zielfahrplan mit roten Linien und der Beschriftung FV10 und FV47 gekennzeichnet, bereits in Bielefeld von der bestehenden Bahnlinie ab und führen – Herford, Löhne und Minden dabei auslassend – zwischen Vlotho und Rinteln nach Norden, um bei Stadthagen wieder auf die bestehende Trasse einzuschwenken.

Dies dürfte bereits vor Jahren geäußerten Spekulationen neuen Auftrieb geben, das Bundesverkehrsministerium wolle die Neubautrasse der Bahn von Bielefeld in Richtung Hannover nicht durch einen Tunnel, sondern entlang der Autobahn A2 durch das Wesergebirge nach Norden führen.

Wer es sich selbst anschauen möchte: Sowohl der „Zielfahrplan zum Bundesverkehrswegeplan“ aus dem Jahr 2017 als auch der neue „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ stehen auf der Homepage des Bundesverkehrsministeriums zum Download bereit: http://bmvi.de/




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