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Nach ausgefallener Dinner-Show wollen Kunden Geld zurück – vergeblich / Unternehmen nicht erreichbar

ABBA wo bleibt das Geld?

WESERBERGLAND. „Vielleicht sind Sie bald unsere nächste Dancing Queen.“ Das steht auf den Eintrittskarten einer ABBA-Dinner-Show, die am vergangenen Samstag im Steigenberger-Hotel in Bad Pyrmont stattfinden sollte. Die Show fiel aus. Jetzt fragt sich Jörg Hachmeister, ob er Opfer eines Betruges wurde. Der Hessisch Oldendorfer versucht seit Tagen, den zuvor bezahlten Eintrittspreis zurückerstattet zu bekommen – bislang ohne Erfolg.

veröffentlicht am 30.11.2018 um 18:11 Uhr

Dieses Ticket kaufte Jörg Hachmeister bereits im Mai dieses Jahres. Jetzt möchte der Hessisch Oldendorfer sein Geld zurück. Foto: pr
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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WESERBERGLAND. Der Hessisch Oldendorfer hatte sich bereits im Mai vier Karten je 79 Euro in einem Ticketshop in einer Hamelner Einkaufsmeile gesichert. Dorthin wandte sich Hachmeister auch gleich am Montag dieser Woche, wollte sein Geld zurückbekommen, immerhin 316 Euro.

„Hier wurde mir mitgeteilt, dass nach Aussage des Ticketportals, das den Kartenverkauf als Ticketsystem übernommen hatte, kein Geld erstattet werden könne“, erzählt Hachmeister. Man habe ihm gesagt, dass er sich direkt an den Veranstalter, eine Firma aus Hamm, wenden sollte, so der verhinderte Dinner-Show-Besucher.

Jörg Hachmeister setzte sich an den Computer und recherchierte. Der Name des Unternehmens sei in Suchmaschinen aufgetaucht, deren eigene Internetseite jedoch nicht erreichbar gewesen, so Hachmeister. „Daraufhin habe ich im Netz nach der Dinnershow gesucht und bin darauf gestoßen, dass schon mehrere Leute auf diese Masche herein gefallen sein sollen.“ Telefonisch habe er die Firma nicht erreicht. „Für mich stellt sich die Frage, was mit den anderen geschädigten ABBA-Fans aus Bad Pyrmont passiert ist“, sagt der Mann aus Hessisch Oldendorf.

Auch Leonard Niehus läuft noch hinter seinem Geld her. Der Hamelner kaufte im gleichen Ticketshop zwei Karten. „Das war ein Geburtstagsgeschenk für unsere Mutter“, meint Niehus. Er wusste allerdings schon seit Mitte Oktober, dass die Show ins Wasser fallen sollte. Das Ticketportal schickte ihm eine E-Mail und informierte ihn darüber, dass vom 19. Oktober bis zum 14. Dezember Shows des Veranstalters ausfallen werden. „Bitte wenden Sie sich bezüglich der Rückerstattung der Tickets ausschließlich direkt an den Veranstalter“, teilte ihm das Ticketportal mit. Der Hamelner schrieb das Unternehmen an und setzte der Firma eine Frist. Doch eine Antwort, geschweige denn Geld, habe er nicht erhalten, so Niehus. Jetzt will er sich einen Anwalt nehmen, um doch noch an sein Geld zu kommen.

Beim Hotel Steigenberger, das nicht der Veranstalter der Dinner-Show war, wollte sich niemand mit Hinweis auf ein „laufendes Verfahren“ äußern. Der Veranstalter selbst war für diese Zeitung am Telefon nicht zu erreichen. Bei der Polizei in Bad Pyrmont sei bisher keine Anzeige erstattet worden, heißt es aus dem Kommissariat.

Ist der Weg, den Veranstalter direkt kontaktieren zu müssen, der richtige? „Es kommt auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen an“, meint der Hamelner Rechtsanwalt Rüdiger Zemlin. Im Prinzip sei derjenige verantwortlich, mit dem der Vertrag abgeschlossen sei. „Ist das nur ein Vermittler, ist der nicht zuständig, wenn es eine reine Vermittlungstätigkeit ist“, erklärt der Anwalt.




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