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Gespräch zum Abschluss

Abschied vom GOP: Direktorin Martina Theel geht

BAD OEYNHAUSEN. Wer schon mal bei einer Premiere im GOP-Varieté Bad Oeynhausen dabei war, kennt auch Martina Theel (53), die zum Schluss die Bühne betritt. Nun beschreitet Theel jedoch neue Wege. Ein Gespräch über ihre Zeit und das „bunte Arbeiten“ für das Varieté sowie die Gründe für einen neuen Lebensabschnitt.

veröffentlicht am 16.01.2019 um 00:00 Uhr

Martina Theel (53) nimmt Abschied als Direktorin des GOP Varietés Bad Oeynhausen. Foto: pr.
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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BAD OEYNHAUSEN. Wer schon mal bei einer Premiere im GOP-Varieté Bad Oeynhausen dabei war, kennt auch Martina Theel (53), die immer zum Schluss die Bühne betritt. Seit der Eröffnung des Varietés im Jahr 2000 war sie die Direktorin des über die Landesgrenzen von NRW hinaus erfolgreichen Varietés im Kaiserpalais. Nun hat sie sich nach 18 Jahren vom GOP verabschiedet.

Martina Theel war nicht nur zuständig für das wirtschaftliche Wohlergehen des Varietés in Bad Oeynhausen, das von allen insgesamt sieben GOP-Häusern sowohl im Showbereich als auch in der Gastronomie die besten Abschlüsse vorlegen kann. Mit ihrer herzlichen, einfühlsamen und unerschütterlichen Persönlichkeit gab sie auch für die 240 Mitarbeiter und die Künstler einen ruhenden Pol ab. „Diese Aufgabe hat mich wirklich erfüllt“, sagt sie. „Aber im Nachhinein ist es schon etwas verrückt, dass ich praktisch rund um die Uhr ansprechbar war für alle nur möglichen Angelegenheiten.“

Fast jede Nacht sei sie aufgewacht, mit tausend Gedanken im Kopf, ob sie auch alle Dinge bedacht habe. Wenn es technische Probleme gab oder ein Künstler absagen musste oder Servicekräfte fehlten, dann war sie es, die sich darum kümmerte. Manchmal hatten Künstler seelische Probleme, einmal stürzte eine Artistin aus fünf Metern Höhe herab, zum Glück ohne bleibende Verletzungen. Bis zum Jahr 2005 wechselten die Showprogramme noch jeden einzelnen Monat, mit jeweils einwöchigen Proben im Vorfeld. „Eigentlich war das Wahnsinn“, meint sie.

Als Martina Theel den Direktorinnenposten annahm, hätte sie nicht gedacht, dass sie damit an der vordersten Front eines aufsteigenden Unternehmens stehen würde. „Eigentlich ziehe ich lieber aus dem Hintergrund die Fäden“, sagt sie. „Anfangs empfand ich es geradezu als Qual, dass ich auf die Bühne rausmusste. Zumal ich ja nichts hätte erreichen können ohne die tolle Zusammenarbeit im Team.“

Dass sie nun aufhört und stattdessen für einen Lebensmittelgroßhandel ein neues Kompetenzzentrum zur Schulung von Mitarbeitern in Bückeburg mit aufbaut, sieht sie als sehr gute Entscheidung an. „Mein Rücktritt war kein Schnellschuss“, sagt sie. „Ich habe das schon länger geplant, weil mir klar war, dass ich nicht bis zur Rente so Vollgas geben kann.“ Ganz bewusst habe sie sich gegen eine erneute Führungsposition entschieden. „Das Schöne ist: Ich gehe nicht mit Frust. Es war ein so buntes Arbeiten, mit Lachen und auf Wolken schweben und der Dankbarkeit, dass wir alle unserer Bestes gegeben haben. Ich hatte Glück.“

Das GOP in Bad Oeynhausen sei längst erwachsen geworden. Es laufe prima, besser gehe es nicht – ein guter Zeitpunkt, die Geschäfte an die nächste Generation weiterzugeben.

Bei der Premiere der neuen Show „Freaks“ verabschiedete sie sich auch vom Publikum und begrüßte den neuen Direktor Christoph Meyer, der bereits im Dezember eingestiegen ist. Dass sie dafür wieder auf die Bühne gehen musste, daran führte kein Weg vorbei – zum etwa 150. Mal.




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