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Angebot für Landwirtschaft knapp

Ackerland in Schaumburg wird immer teurer

LANDKREIS. Bückeburg und Bad Nenndorf sind mitten im Bauboom. Das spiegelt sich auch im Wohnungsmarkt wider, betonen Katasteramt-Dezernatsleiter Sascha Kuhnt und Geschäftsstellenleiter Michael Broermann. „Allein in den Städten Bückeburg und Bad Nenndorf werden mehr als 40 Prozent aller Eigentumswohnungen des Landkreises umgesetzt.“ Die Zahl der Neubauwohnungen stieg von nur 14 im Jahr 2017 auf immerhin 41 im Jahr 2018. Für gebrauchte Eigentumswohnungen musste man aufgrund des geringen Angebots etwa 10 Prozent mehr hinlegen, als im Jahr davor.

veröffentlicht am 12.04.2019 um 00:00 Uhr

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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Besonders rapide ist der Preis für Ackerland in den letzten Jahren gestiegen. Alleine seit 2010 ist der Bodenpreisindex von 100 auf über 153 gestiegen. Je nach Lage sind das Preissteigerungen von bis zu 30 Cent pro Quadratmeter. Absolute Spitzenpreise werden in den Regionen Bad Nenndorf und Rinteln bezahlt (Bodenrichtwert jeweils 3,50 Euro pro Quadratmeter). Grund für den stark steigenden Preis ist, dass kaum noch Ackerflächen verkauft werden. Landet also doch mal eine Fläche auf dem Markt, werden dafür sehr gute Preise bezahlt. Auch die Wege, die Landwirte bereits sind für eine Ackerfläche zurückzulegen, steigen stetig, erklärt Broermann.

Im Einzelfall werde sogar bis zu dem Doppelten des Bodenrichtwerts bezahlt. „Dabei handelt es sich allerdings um Investitionen unter besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, so Kuhnt. Das könne etwa für Industrie- oder Neubaugebiete der Fall sein.

Jedes Jahr erstellt das Katasteramt Rinteln den Grundstücksmarktbericht. 2100 Kaufverträge aus dem Jahr 2018 wurden diesmal dafür ausgewertet, das sind etwa 5 Prozent mehr als im Jahr davor. „Die im Landkreis entstandenen Neubaugebiete füllen sich zunehmend“, erklären die beiden Katasteramts-Mitarbeiter. „Mit 325 verkauften Bauplätzen für Ein- und Zweifamilienhäuser ist der Sektor gut aufgestellt.“ In guten Lagen seien die Preise um rund 10 Prozent gestiegen. In ländlichen und mäßigen Stadtlagen stagnieren sie dagegen. Die Bandbreite der Bauplatzpreise variieren zwischen 20 Euro pro Quadratmeter in schlecht aufgestellten Dörfern bis 180 Euro pro Quadratmeter in den guten Lagen der heimischen Städte.

Aber auch der Markt der bereits bewohnten Häuser boomt. Insgesamt wurden im letzten Jahr 152 Millionen Euro (ein Anstieg um 13 Prozent) für Wohnhäuser bezahlt. Die größten Preissteigerung sind dabei bei Ein- und Zweifamilienhäusern zu verzeichnen, die im Schnitt 15 Prozent mehr kosteten als noch im Vorjahr. Reihenhäuser kosteten etwa 14 Prozent mehr, und Mehrfamilienhäuser 6 Prozent mehr.

Doch nicht nur das Wohneigentum hat das Katasteramt im Blick. Auch beim Mietwohnungsmarkt sind laut den beiden Experten steigende Mieten zu verzeichnen. „Die Entwicklung über die letzten sechs Jahre zeigt einen moderaten, aber stetigen Anstieg“, erklärt Broermann. Besonders krass der Anstieg für Neubauten in Stadthagen sowie Orten mit guter Anbindung an den Großraumverkehr Hannover. Dort steigen die Mietpreise deutlich über dem Schnitt um bis zu 30 Prozent. Die Mieten in ländlichen Regionen liegen deutlich niedriger, und stagnieren überwiegend.

Mit Stichtag 31. Dezember 2018 hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte 925 Bodenrichtwerte ermittelt. Damit bieten sie einen umfassenden Überblick über das Preisniveau von unbebauten Grundstücken im Landkreis. Die Richtwerte sind im Katasteramt Rinteln, Breite Straße 17, öffentlich ausgelegt.


HINWEIS: Im Internet finden sich die Bodenrichtwerte unter www.gag.niedersachsen.de. Dort ist auch der Immobilien-Preis-Kalkulator zu finden, mit dem man das ungefähre Preisniveau der eigenen Immobilie ermitteln kann.




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