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Sanierung des alten Gewölbes / Gottesdienst im neuen Kirchenteil

Altes Schiff wird gesperrt

LINDHORST. Die einsturzgefährdete St.-Dionysius-Kirche in Lindhorst wird saniert und muss ab 20. August für eineinhalb Jahre gesperrt werden. Das betrifft allerdings nicht die gesamte Kirche, sondern nur das 800 Jahre alte, romanische Kirchenschiff. Das neue Kirchenschiff bleibt geöffnet, sodass der Betrieb nicht eingeschränkt wird, erklärt Wilfried Vauth, Pastor der Ev.h-luth Gemeinde. „Das ist ein großer Vorteil.“

veröffentlicht am 10.08.2018 um 15:54 Uhr

Die Notsicherung in Form der roten Balken an der Außenwand der Kirche reicht nicht aus, um die romanischen Gewölbe dauerhaft zu stützen. Fotos: kil

Autor:

Kirsten Elschner
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Lediglich die Sitzplätze werden in dieser Zeit knapper, sodass es an Weihnachten oder zur Konfirmation spannend werden könnte. Wichtig: Der Altarraum bleibe zunächst unberührt von den Arbeiten. Bis zum Weihnachtsmarkt 2019 hofft die Kirchengemeinde, das alte Schiff wieder öffnen zu können. Bis dahin wird eine Sperrholzwand den Altarraum und den neuen Teil der Kirche vom alten Kirchenschiff abtrennen. Sämtliche Bänke werden ausgeräumt und die große Orgel müsse besonders dicht eingepackt werden, um vor Staub geschützt zu werden.

Wie berichtet, hatten Fachleute bereits im April eine Notsicherung am in die Jahre gekommenen Gewölbe angebracht, um das instabile Mauerwerk zu stützen und damit abzusichern. Um eine gründliche Sanierung kommt die Kirche jedoch nicht herum. „Das können wir nicht verantworten“, sagt Vauth.

Warum dauern die Arbeiten so lange? Die Schwierigkeit besteht dem Pastor zufolge darin, dass trotz einer Untersuchung des vorhandenen Materials – damals wurde vor allem mit Kalk und Sand gebaut – nicht eindeutig feststeht, welches Material sich für die Sanierung am besten eignet. Da man nicht wisse, wie die alten und neuen Baustoffe miteinander reagierten, werde es verschiedene Probepressungen mit unterschiedlichen Gemischen geben. Das könne eine Weile dauern und benötige zudem gewisse Plus-Temperaturen. So schränke auch die Witterung in den Wintermonaten möglicherweise die Arbeiten ein.

Die Gesamtkosten betragen nach ersten Einschätzungen rund 350 000 Euro, sagt Vauth. Davon trage die Landeskirche den größten Teil, aber auch die Kirchengemeinde Lindhorst müsse ihren Beitrag zum Erhalt der Kirche leisten.

Die Instabilität des Gemäuers sei wahrscheinlich einfach auf das hohe Alter des romanischen Gewölbes zurückzuführen. Äußere Einflusse seien nicht erfasst worden. Der Schaden wurde zufällig entdeckt, als die Kirche die Wände streichen und mit neuer Beleuchtung versehen wollte. Diese Renovierung werde nun im Zuge der Sanierung nachgeholt.




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