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Anja Piel (Grüne) sichert Unterstützung im Kampf um Schulgeldbefreiung zu

BAD NENNDORF. Die CJD-Schule Schlaffhorst-Anderen kämpft weiter dafür, dass auch die dort ausgebildeten Atem-, Sprech- und Stimmlehrer ab Sommer vom Schulgeld befreit werden. Klappt dies nicht, droht der Einrichtung des Aus. Jetzt bekommt die Schule prominente Unterstützung aus der Politik.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 00:00 Uhr

Torsten Lindner mit Anja Piel. gus

Autor:

Gudio Scholl
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BAD NENNDORF. Die CJD-Schule Schlaffhorst-Anderen kämpft weiter dafür, dass auch die dort ausgebildeten Atem-, Sprech- und Stimmlehrer ab Sommer vom Schulgeld befreit werden. Klappt dies nicht, droht der Einrichtung des Aus. Um über das Thema diskutieren, hart sich in dieser Woche die Grünen-Landtagsabgeordnete Anja Piel mit Schulleiter Thorsten Lindner getroffen.

Das Sozialministerium hat 1,51 Millionen Euro zur Abschaffung des Schulgelds für das zweite Halbjahr 2019 eingeplant. Dies soll sämtliche Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen betreffen. Lindner strich heraus, dass die große Mehrheit der Bad Nenndorfer CJD-Absolventen therapeutisch tätig ist. Ziel der Landesregierung ist es, dem Fachkräftemangel in den Therapieberufen entgegenzuwirken.

Derzeit arbeiten Lindners Einschätzung zufolge 800 bis 1000 Atem-, Sprech- und Stimmlehrer in Deutschland. Davon dürften maximal 50 keine Therapietätigkeit ausüben. Ansonsten arbeiten diese Fachkräfte zu mindestens 80 Prozent therapeutisch. Auch Piel vertrat die Ansicht, dass wegen des bestehenden Mangels an Therapeuten ein Beruf in diesem Feld naheliegender ist, wenn jemand schon die entsprechende Ausbildung genossen hat.

Einige Atem-, Sprech- und Stimmlehrer arbeiten indes auch pädagogisch und musisch. Dies könnte Piel zufolge zum Problem bei der Argumentation werden. Dass jemand allein auf diesen Feldern seinen Lebensunterhalt verdient, ist laut Lindner selten. Die an der Bornstraße ausgebildeten Lehrer seien für die Behandlung aller Störungsfelder in der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie zugelassen. Die Leistungen können mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

Jedes Jahr wenden sich Arbeitgeber an die CJD-Schule mit der Bitte um Vorschläge für die Besetzung offener Therapeuten-Stellen. Die Anzahl diese Schreiben übersteigt die Zahl der Absolventen. Davon gibt es pro Jahr 40, die sich insbesondere in Konkurrenz zu Logopäden begeben. Die Sprach-, Sprech- und Stimmtherapie-Ausbildung unterscheide sich in Bad Nenndorf vor allem darin von jener der Logopädie, dass Musik eine große Rolle spielt.

Ein Problem könnte sein, dass die CJD-Schule viele Schüler und Studenten aus anderen Bundesländern bekommt. Oft ziehen diese nach Ausbildung oder Studium wieder zurück in ihre Heimat oder zumindest in andere Gegenden. Dies hat bislang aber nie Nachteile bei der Förderung durchs Kultusministerium gehabt, sagte Lindner auf Nachfrage Piels.

Der Direktor berichtete von einem positiven Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Becker. Dieser habe ihm Mut zugesprochen. Piel wertete dies als gutes Zeichen, denn der Abgeordnete habe sicher einen kürzeren Draht zum Ministerium. Mit Becker wolle sie sich ebenso kurzschließen wie mit Vertretern der CDU.

Piel plant einen zweiten Besuch, vor dem sie sich mit Landtagskollegen aus anderen Parteien zur Problemlage besprechen möchte. Sie will nicht gleich „großspurig verkünden, dass ich das alles gelöst kriege.“ Beim erneuten Besuch will Piel dann Lösungsansätze im Gepäck haben.




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