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Hundewiese: Rodenberger klagen über Lärm und respektlose Halter / Stadt will Öffnungszeiten überdenken

Anwohner gehen auf die Barrikaden

RODENBERG. Die neue Hundewiese im Gewerbegebiet Seefeld lockt nicht nur Hundehalter aus Rodenberg, sondern auch aus der Umgebung an die Hans-Sachs-Straße. Doch nicht alle haben Freude an der Nutzung der Fläche. Mehrere Anwohner gehen gegen die Hundewiese auf die Barrikaden. Ihnen stinken die Lärmbelästigung bis spät in die Nacht, zugeparkte Einfahrten und uneinsichtige Hundebesitzer.

veröffentlicht am 26.04.2019 um 00:00 Uhr

Die im März eröffnete Hundewiese an der Hans-Sachs-Straße ist bei Hundehaltern beliebt, den Anwohnern bereitet sie Kummer. Auch wegen der parkenden Autos (kleines Bild). foto: gus

Autor:

Lennart hecht
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Wer mit Frank Schneider spricht, der direkt neben der Hundewiese wohnt, merkt schnell, wie sehr ihn und seine Nachbarn das Thema seit der Eröffnung des Areals im März belastet. „Am Osterwochenende war hier die Hölle los“, berichtet er. Besonders aufgeregt hat ihn die Begegnung mit einer der Hundehalterinnen.

Die habe direkt in seiner Einfahrt geparkt, erinnert sich Schneider. Als er sie darauf hinwies, habe sie bloß entgegnet, man könne sich auch „einscheißen“. „Die Menschen nehmen manchmal keine Rücksicht“, sagt Torsten Schlüter, der gegenüber ein Küchenstudio betreibt. „An die Hundewiese grenzt nur mein Arbeitsplatz. Zum Glück wohne ich hier nicht“, sagt Schlüter. „Aber ich leide mit meinen Nachbarn.“

Nachbarn wie Alexandra Waßmann, die wie Schneider direkt neben dem Areal wohnt und zunehmend genervt ist. Von morgens früh um 5 Uhr bis in die Nacht sei das Gekläffe der Hunde zu hören. Kürzlich sei ein Herrchen sogar über ihren Zaun geklettert, um einen Ball wieder zu holen. „Auf jedem Spielplatz gibt es Ruhefristen. Aber wir sind Freiwild?“, fragt sie.

Waßmann und ihre Nachbarn beteuern, im Grundsatz nichts gegen die Hundewiese zu haben. Die Informationspolitik der Stadt aber, die sie über die Pläne nicht informiert hat, verärgert sie. „Wir wussten von nichts“, sagt Waßmann. Zudem sei sie selbst im Januar bei dem Versuch, die Fläche zu kaufen, von der Samtgemeinde abgebügelt worden.

Deren Verwaltungs-Chef, Georg Hudalla, wehrt sich gegen diese Darstellung. „Wir haben mit allen gesprochen, die Interesse an der Fläche hatten“, so der Stadtdirektor. Eine Nutzung für das gesamte Areal habe sich dabei nie angeboten – und Teilflächen hätten nicht zum Verkauf gestanden.

Auch bei der Lärmbelästigung im Wohngebiet ist Hudalla anderer Meinung. „Wer im Gewerbegebiet wohnt, muss mit Belastungen leben“, sagt er. Immerhin würden auch die dort ansässigen Unternehmen teils bis in die Nacht beliefert. Nicht umsonst seien die Wohneinheiten deutlich günstiger zu haben als solche in Wohngebieten – und eigenlich auch Menschen vorbehalten, die vor Ort selbst ein Gewerbe haben.

Von zugeparkten Einfahrten habe er bisher nichts gehört, sagt Hudalla. Den Ärger kann er nachvollziehen, sieht dies aber wie den Lärm an Feiertagen in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext: Es gebe in den vergangenen Jahren den Trend, eigentlich feststehende Verhaltensregeln nicht mehr zu befolgen.

Ein Entgegenkommen für die Anwohner signalisiert er dennoch: „Wir wollen die Öffnungszeiten noch reglementieren“, erklärt Hudalla. So sollen wenigstens Nachtzeiten von der Nutzung ausgeschlossen werden. Einige Anwohner haben bereits angeboten, sich selbst um das Ab- und Aufschließen der umzäunten Wiese kümmern zu wollen.




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