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Nur mit einem Rucksack auf Reisen

Apelernerin Leonie Kölle auf eigene Faust durch Australien

APELERN. Wenn andere in ihrem Alter an Disco-Nächte oder Familiengründung denken, träumt eine Apelernerin von der weiten Welt. Jetzt hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt: Neun Monate war Leonie Kölle mit dem Rucksack auf eigene Faust quer durch das östliche Australien unterwegs. Und hat dabei viele Abenteuer erlebt:

veröffentlicht am 14.05.2019 um 10:38 Uhr

Mit 15 Kilo Gepäck auf dem Rücken macht sich Leonie Kölle auf den Weg durch Australien. FOTO: NAH

Autor:

BERND ALTHAMMER
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APELERN. Wenn andere in ihrem Alter an Disco-Nächte oder Familiengründung denken, träumt eine Apelernerin von der weiten Welt. Jetzt hat sie sich einen Lebenstraum erfüllt: Neun Monate war Leonie Kölle mit dem Rucksack auf eigene Faust quer durch das östliche Australien unterwegs.

Nur den Flug und die ersten drei Nächte in einem „Bed and Breakfast“-Hotel hatte die 28-Jährige von Deutschland aus gebucht. Den ganzen Rest ihres langen Aufenthalts wollte sie spontan entscheiden. Mit ihrem Vorhaben stand sie nicht allein. Der Kontinent ist begehrt bei den sogenannten „Backpackern“, die sich via Rucksack vorzugsweise an der Ostküste auf den Weg machen. Da war es kein Wunder, dass sie bald schon zufällig einen jungen Bad Nenndorfer traf.

Von Anfang an hatte sie Gelegenheitsarbeiten eingeplant, um ihre Reise vor Ort zu finanzieren. Sie arbeitete als Hausdame in einem Hotel, auf einer Rinderfarm, als Barkeeperin, als Putzfrau und bei einem Jachtvermieter. Doch stets waren es nur ein paar Wochen, in denen sie ihre Tour unterbrach, weil sie sich ein großes Ziel vorgenommen hatte: „Zu Silvester wollte ich in Sydney sein.“

Zwischendurch feierte sie ihren 28. Geburtstag mit dem spontanen Wunsch, einen Fallschirm-Tandemsprung zu wagen. Zwei Tage später saß sie schlotternd in einem kleinen Flugzeug in 15 000 Fuß Höhe. Doch nach der Landung war es dann doch „einer der schönsten Momente in meinem Leben“. Auch ein kleines Tattoo ließ sie sich zur Erinnerung stechen.

„Eigentlich gab es jeden Tag ein Abenteuer“, sagt sie rückblickend. Eines davon war der leere Tank ihres gemeinsam mit einer Freundin gekauften Autos mitten in der Wildnis. Ein Cowboy bot seine Hilfe an. Mutig fuhren die beiden Frauen hinter seinem Wagen her – und erlebten auf einer abseits gelegenen Farm Lagerfeuer, Kängurus und „unbeschreibliche Sonnenuntergänge“. Allerdings: Das Anwesen lag so weit abseits, dass über Wochen kein Kontakt nach Hause möglich war. Doch daran hatte sich Mutter Petra Kölle längst gewöhnt: „Wenn sie sich nicht meldete, wussten wir, es geht ihr gut.“ Schließlich war die reiselustige Tochter nach Ausbildung und einigen Berufsjahren bereits zweieinhalb Jahre mit einem Kreuzfahrtschiff über die Weltmeere geschippert.

Den Silvestertag in Sydney schaffte sie unter Zeitdruck gerade noch rechtzeitig. Doch das dort legendäre Feuerwerk zum Jahreswechsel erlebte sie bei strömendem Regen und Gewitter. Dafür hat sie andere schöne Erinnerungen an die Metropole. Beim „Couch-Surfing“ bei einer Familie, die die kostenlose Schlafgelegenheit gegen Hilfe im Haushalt anbot, lernte sie den australischen Alltag so richtig kennen. Und sie fand für ein paar Wochen Arbeit in einem Autohaus – als ersten Vorgeschmack auf die Rückkehr nach Deutschland. Denn dort nahm ihr Arbeitgeber sie gern wieder als Mitarbeiterin auf.

„Nach Hause kommen ist viel schwerer als von dort wegzugehen“, bilanziert sie. Sechs Wochen hatte sie sich als Übergang vom Abenteuer zum Wiedereinstieg in den Beruf gegeben. Immer wieder blätterte sie in dieser Zeit durch die zahllosen Fotos, auf denen sie nicht nur ihre spontanen Eindrücke festgehalten hatte: „Ich habe in dieser Zeit Freunde gefunden, die in aller Welt zu Hause sind.“ Den einen oder anderen würde sie glatt mal wieder besuchen wollen. Außerdem: „Ich habe Ayers Rock noch nicht gesehen.“




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